Nachforderung und zwei Abschläge - wir fühlen uns erpresst!

Fürstenwalde/Spree

Am 26.04.13 erhielten wir die Jahresabrechnung für 2012. Die Nachzahlung in Höhe von 226,49 Euro ist nachvollziehbar, obwohl auch dieser Betrag erst mal verdient werden muss.

Der Betrag sollte am 14.05.13 vom Konto eingezogen werden. Was uns jedoch die Gesichtszüge entgleisen ließ, war die Ankündigung, dass auch gleich zwei Abschläge (die ohne erkennbaren Grund gleich um 60,00 Euro monatlich erhöht wurden), folglich weitere 374,00 Euro zu diesem Datum vom Konto abgebucht werden. Also, mal locker 600,49 Euro, 75 % des Monatseinkommens meiner Frau.

Ich habe dem sofort (noch am 26.04.) schriftlich widersprochen und dargelegt, dass eine Erhöhung um 40,00 Euro mehr als genau sein dürfte. Doch was kümmerts e.on - am 14.05. wurden 600,49 Euro eingezogen. Natürlich habe ich sofort die Rückbuchung veranlasst. Am 16.05. die direkte Reaktion - wir konnten nicht abbuchen, steht über dem Schreiben. Korrekt - mein Widerspruch wurde ja auch nicht beachtet.

Ich habe sofort telefonisch mit E.on Kontakt aufgenommen und um eine Stundung gebeten. Am 27.05. erhielten wir Antwort auf meinen Widerspruch. Darin werden wir um Entschuldigung gebeten, weil E.on die Jahresabrechnung leider verspätet erstellt hat. Deshalb sei es auch notwendig gewesen, die sonst auf elf Monate verteilten Abschläge auf die verbleibenden acht Monate zu verteilen.

Unser Abschlag wurde, wie von mir angeregt, um (natürlich) 20,00 Euro reduziert. Bezüglich einer Ratenzahlung auf die NACHZAHLUNG könne ich mich mit dem Kundencenter verständigen.

Dies habe ich umgehend getan. Auf meine Frage, ob denn auch die zwei zu spät eingeforderten und damit von uns nicht verschuldet rückständigen Abschläge einbezogen werden, erklärte man mir nein. Die müssen extra bezahlt werden. Auf meine berechtigte Frage, ob ich denn nun mit einer Mahnung und einer Sperrandrohung rechnen muss (ich bin in einer staatlich anerkannten Verbraucherinsolvenzberatungsstelle angestellt und kenne die Verfahrensweise einiger Versorger) entgegnete mir die Stimme am anderen Ende - Nein! Mein Gefühl sollte mich nicht täuschen!

Am 17.06. fand ich abends einen Brief von E.on (zugestellt per privaten Zustelldienst), datiert auf den 10.06. im Briefkasten - Mahnung und Hinweis auf mögliche Sperrung. Ich habs gewusst!

Inhalt des Briefes: zahlen Sie bis zum 17.06,. sonst wird am 15.07. gesperrt. Ist das Methode? Dem Kunden drohen - wohl wissend, dass er gar nicht termingerecht zahlen kann - weil er den Termin nicht kannte.

Geduldig und wiederholt meine Zahlungsbereitschaft bekundend, nahm ich wider schriftlich Kontakt zu e.on auf: Bitte, ich will zahlen, aber in einer Summe kann ich nicht. Ihr habt den Rückstand verschuldet, nicht ich! Heute nun die Krone - eine Kopie eines elektronischen Antwortschreibens - ohne Unterschrift (ist heute normal). Inhalt: "Wie stellen Sie sich das vor? Sie haben in der Vergangenheit nicht zuverlässig gezahlt. Wir haben immer pünktlich geliefert (gekürzt, aber wörtlich!).

Ich komme mir jetzt richtig hinters Licht gefürht, E.on hat meine Abschläge in der Vergangenheit und bis dato EINGEZOGN!

Kurzum, e.on macht Fehler und der Kunde muss es bezahlen - natürlich mit Mahnkosten - und noch vor der Kenntniserlangung, sonst wird gesperrt. Wenn das keine Nötigung bzw. Erpressung ist?

Ich werde jedenfalls umgehend den Versorger wechseln - derart Kundenservice kann ich locker entbehren: Aber nicht etwa auf den Gesamtbetrag - nein, nur die Nachzahlung, die ja den geringsten Teil ausmacht.

Bestell-/Kundennummer: 242070724536

Meine Forderung an E.ON edis:

Zustimmung zur Ratenzahlung für rückständige Abschläge

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Heute habe ich Antwort von e.on erhalten. Sie bedauern das Missverständnis und haben die Mahnkosten sowie die Rückstandsraten storniert.

Eine Ratenzahlung auf die rückständigen Abschläge sei nicht möglich, da es sich ja bereits bei den monatlichen Abschlägen um Teilzahlungen handelt. Verständlich!

Die stornierten rückständigen Abschläge werden nun mit der Jahresrechnung 2013 eingezogen. O.K. Für diese Nachzahlung kann dann wieder eine Ratenzahlung vereinbart werden. i.O.

Resümee: E.on hat wie ein kundenfreundlicher Großanbieter reagiert, wie ich es all die Jahre gewohnt war. Danke! Aber hätte man nicht gleich so entscheiden können? Das hätte beiden Seiten viel Unangenehmes erspart.

Ich werde E.on noch eine Chance einräumen!