Ende Mai erhielt ich ein Paket von Hermes, von privat zu privat. Inhalt: Wunderschönes und seltenes (da nicht mehr im Handel erhältlich) Kristallglas von Wmf. Leider waren sieben Teile zerbrochen, so rief ich bei Hermes an, um einen Transportschaden zu melden.
Am Telefon eine sehr nette Dame, die mir einen Schadensbrief zum Ausfüllen zusenden wollte. Dieser sollte in 1-2 Tagen bei mir eintreffen, man muss ja schnell sein und äußeren Schaden sofort bei Zustellung und inneren Schaden innerhalb von einer Woche melden.
Da der Schadensbrief aber nicht so schnell hier ankam, entschied ich mich dann, einen Tag vor Ablauf der Frist doch dafür, über das Kontaktformular zu schreiben. Danach bekam ich den Schadensbrief als PDF Datei per Email. Was auch gut war, denn der Schadensbrief per Post kam erst nach gut zwei Wochen!
Also habe ich dann die PDF Datei ausgefüllt, viele Fotos gemacht und meine alte Preisliste von Wmf beigelegt.
Am 19.06.13 bekam ich dann folgende Email von Hermes:
"Sehr geehrte Frau A.,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Unter Berücksichtigung der unbeschädigten Außenverpackung sowie der nicht transportsicheren Innenverpackung lässt sich ein schadenursächliches Ereignis durch unsachgemäßes Handling der Sendung nicht nachvollziehen.
Bei Verwendung einer unzureichenden Innenverpackung können wir keine Haftung übernehmen.
Hier verweisen wir sowohl auf die gesetzlichen Haftungsausschlussgründe als auch auf unsere AGB und die entsprechenden Verweise auf die Verpackungsbedingungen, nach denen jede Sendung entsprechend ihres Inhaltes sowie der Art und Dauer der Beförderung geschützt und verpackt sein muss.
Wir bitten um Verständnis, die von Ihnen gewünschte Kostenübernahme aufgrund der geschilderten Sachlage ablehnen zu müssen.
Mit freundlichen Grüßen Gabriele W. Kundenservice
Hermes Logistik Gruppe Deutschland GmbH"
Daraufhin schrieb ich Hermes folgende E-Mail, auf die ich leider bis heute keinerlei Antwort mehr bekommen habe:
Ihre Äußerung mit der unbeschädigten Außenverpackung ist, mit Verlaub, totaler Unsinn. Auch bei unbeschädigter Außenverpackung kann der Inhalt Schaden nehmen.
Ich denke da nur an unseren Hermes-Ausfahrer hier im Ort, den ich immer wieder und wieder darauf hinweisen muss, doch bitte etwas sorgsamer mit dem Eigentum fremder Menschen umzugehen. Oft lässt er die Pakete mit einer Wucht auf die Straße fallen, dass ich die Hände vor das Gesicht geschlagen habe. Diesen Paketen sieht man ihren groben Umgang auch nicht an, wenn sie aus einer richtig festen Außenkartonage bestanden und nicht gerade ungünstig auf Ecken oder Seiten gefallen sind. Und ich spekuliere jetzt einfach mal, dass es während dem Transport noch mehr solcher Menschen gibt, die einfach aus Zeitgründen die Pakete durch die Gegend schmeißen, nach dem Motto "Zeit ist Geld und merkt doch niemand".
Mein Paket war sachgemäß verpackt, jedes Teil einzeln mit Luftpolsterfolie, wie Sie auf meinen Fotos sehen konnten. Auch innen waren ALLE Seiten gepolstert inkl. Boden und Deckel und ALLE Zwischenräume. Außerdem war der Karton ausreichend groß, sodass nichts gequetscht werden konnte, aber auch nicht zu groß, als dass etwas verrutschen konnte. So verschicke ich selbst (oder lasse zu mir verschicken, wie in diesem Fall) seit Jahren, bisher am liebsten mit Hermes, aber auch mal mit DHL, DPD usw. Bisher gab es nie etwas zu beanstanden und ich frage mich ernsthaft, wie man noch besser verpacken kann?
Es war richtig dickes Kristallglas, und dadurch sehr widerstandsfähig. Das MUSS mehrmals hingefallen sein, sonst wären nicht sieben Teile kaputt hier angekommen, da bin ich mir sicher. Ich verschicke ja auch nicht zum ersten Mal.
Finde das echt schade auch, weil ich niemals damit gerechnet hätte, dass es bei Hermes solche Probleme geben kann. Bisher hatte ich mit Hermes (außer mit dem neuen Ausfahrer) nur gute Erfahrungen gemacht.
Bestell-/Kundennummer: Vorgangsnummer: 9074660
Meine Forderung an Hermes Logistik Gruppe Deutschland:
Wert der zerbrochenen Teile 120€. Insgesamt hatte das Paket einen Wert von 293€.
Antwort auf die Beschwerde vom 23.06.2013
Hallo Frau A.,
wir werden Ihren Vorgang erneut prüfen.
Vorab möchten wir Ihnen miteilen, dass zur Einhaltung der Frist Ihre Bekanntgabe bei uns ausschlaggebend ist, nicht der Erhalt des Schadenformulares. Ihre Meldung, dass die Ware beschädigt bei Ihnen eingetroffen ist, wird unter der Sendungsnummer in unserem System festgehalten.
Des weiteren zählt nicht der Neupreis bei der Regulierung des Schadens, sondern der für die Ware vor Versand gezahlte Betrag.
Gemäß § 429 HGB ist der Wert am Ort und zur Zeit der Übernahme zur Beförderung zu ersetzen. Ist das Gut unmittelbar vor Übernahme zur Beförderung verkauft worden, so wird vermutet, daß der in der Rechnung des Verkäufers ausgewiesene Kaufpreis abzüglich darin enthaltener Beförderungskosten der Marktpreis ist.
Die Hermes Logistik Gruppe Deutschland GmbH ist ein Massenversender. Die Ware läuft in unserem Sortierzentrum über riesige Förderbandanlagen, die handschriftliche oder zusätzlich aufgeklebte Hinweise über zerbrechliche Ware nicht lesen können.
Gemäß unserer Verpackungsrichtlinien muss die Verpackung den Inhalt der Sendung gegen Beanspruchungen, denen sie normalerweise während des Versandes ausgesetzt ist (z. B. durch Druck, Stoß, Fall, Vibration oder Temperatureinflüsse), sicher schützen.
Nach den vorliegenden Angaben von Ihnen war dies jedoch mit dem gewählten Zeitungspapier und der Luftpolsterfolie nicht der Fall. Für die gewählte Innen-und Außenverpackung ist der Versender verantwortlich.
Wir möchten Sie bitten, uns per E-Mail an socialmedia@hermes-europe.de mit Angabe der "ReclaBox ID 64611" im Betreff mitzuteilen, wie der Verkauf zustande kam und uns ggf. die eBay-Artikelnummer mitzuteilen.
Vielen Dank!
Ihr Hermes-Kundenservice
kommentare und trackbacks 1
Sehr verständnisvolle Dame hat mich angerufen und eine Kulanzzahlung + Gutscheine vereinbart, zwar längst nicht genug um mir Ersatz kaufen zu können, aber besser als nichts. Es wird mir eine Lehre sein nie wieder Glas egal wie dick und egal wie gut gepolstert, zu verschicken oder verschicken zu lassen.