Die erste Waschmaschine in unserem Haushalt (AEG, 5 kg-Frontlader) tat 19 (!) Jahre lang ihren Dienst ohne eine einzige Reparatur - das Fabrikat war echte deutsche Wertarbeit.
Nach eingängigen Recherchen bzgl. Qualität und Kenndaten haben wir die Entscheidung getroffen und eine BOSCH-Waschmaschine Anfang Juni 2010 gekauft.
Diese tat dann in unserem 3-Familien-Haushalt bis Ende April 2013 (also knapp 3 Jahre) auch anstandslos ihren Dienst, bis wie üblich von jetzt auf gleich ein Fehler auftrat: Es strömte bei Programmstart kein Wasser mehr ein.
Die eigene Fehlersuche blieb erfolglos, so dass wir den BOSCH-Kundendienst beauftragten. Das geht im Internet problemlos und wurde auch wie gewünscht per SMS terminlich bestätigt - das ist sehr löblich.
Der Kundendienstmonteur kam pünktlich und nachdem sich der erste Verdacht (defekter Türschloss-Schalter) nicht bestätigte, kam das dicke Ende: Defekt im Elektronikmodul.
Die Reparatur sollte einschließlich Kulanz 233 EUR kosten, was ich angesichts des NP von ca. 400 EUR und einer Lebensdauer von 3 Jahren (also 1 Jahr über dem Gewährleistungszeitraum) ablehnte, denn die Reparatur sollte knapp 60 % vom Kaufpreis ausmachen!
Was würde wohl ein BOSCH-Vorstand sagen, wenn das 40.000 EUR-Auto seiner Frau nach 3 Jahren kaputt geht (Steuergerät) und die Reparatur vom Händler mit 23.000 EUR veranschlagt wird? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ohne Aufhebens vonstatten gegangen wäre.
Wir haben mehrere BOSCH-Geräte im Haushalt und waren bisher zufrieden damit, so dass wir uns von der kaputten Waschmaschine bisher nicht trennen konnten - als nachdenkliche Verbraucher hoffen wir immer noch auf eine Reparatur der ansonsten neuwertigen Waschmaschine, durch wen auch immer.
Es kann doch nicht sein, dass durch den Ausfall von i. d.R. nicht sehr teuren elektronischen Bauteilen ganze Baugruppen ausgetauscht werden müssen und das zu solchen Preisen. Das hat mit Nachhaltigkeit und Ökologie nichts zu tun! Geht man von 10 Jahren Nutzungsdauer einer Waschmaschine aus, dann sollten die maximalen Reparaturkosten pro Jahr 10 % des Kaufpreises betragen (z. B. 6 Jahre alt = 60 % des Neupreises als max. Reparaturkosten).
Bestell-/Kundennummer: Re.-Nr. KF105484
Meine Forderung an Robert Bosch Hausgeräte:
Die Reparatur sollte max. 120 EUR kosten.
Antwort auf die Beschwerde vom 21.06.2014
Sehr geehrte/r Frau/ Herr Kahl,
wir können Ihren Unmut aufgrund der Schilderung gut verstehen.
Bedauerlicherweise ließ sich mit Ihren angegeben Daten, kein Werkskundendienstauftrag eruieren.
Um Ihren Vorgang nachvollziehen zu können, teilen Sie uns bitte die Auftragsnummer bzw. Ihre kompletten Kontakt- und Gerätedaten über kundenbetreuung.de@bosch-home.com mit.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Werkskundendienst für Bosch Hausgeräte
kommentare und trackbacks 2
BSH (BOSCH) hat sich wortreich/ausführlich per Email gemeldet, Verständnis geäußert - und ist bei seinem (für mich inaktzeptablen) Angebot geblieben, welches mit einer Frist bis zum 15.7. erneut angeboten wird (Zahlen stehen im Beschwerdetext). Sind die Fabriken so ausgelastet? Vielleicht denkt man BSH auch mal an Bestandskunden - ich gebe die Hoffnung noch nicht ganz auf.
Die Kundenbetreuung aus Hannover hat sich nochmal gemeldet und es wurde ein Reparaturpreis von 100 € plus 70 € vom ersten KD-Besuch (Schadensermittlung) vereinbart. Das ist zwar immer noch viel, aber ich konnte nicht eine fast neuwertige Maschine auf dem Schrotthaufen sehen.