20.10.2012 | 12:42 Uhr · 909 Views · von Yvette Löhrl

primacall GmbH (Berlin)

Primacall - kein Service und Abzockmethode

Der Fall Primacall begann mit meinem Umzug, der für den 1.8.2012 geplant war. Ich zog von Nürnberg, Ortsteil Altkatzwang mit anderer Vorwahl nach Nürnberg Herpersdorf - und Herpersdorf hat eine andere Vorwahl. Frühzeitig - am 12. Juni 2012 - schrieb ich an Primacall, dass ich umziehen werde, teilte die neue Adresse mit, bat um fristgerechte Umsetzung meines neuen Anschlusses sowie um vorige Mitteilung meiner neuen Nummer.

Ich bin Künstlerin, wollte frühzeitig neue Visitenkarten mit neuer Telefonnummer für meine Ausstellungen fertigen.

Leider kam alles anders. Sofort wurde von Primacall eine Umzugsgebühr von 60 Euro eingezogen - das war dann aber alles, was das Unternehmen bis dato schnell geschafft hat. Unzählige Anrufe, alle ähnlich ablaufend (Was ist denn eigentlich Ihr Problem?), dann folgend ab September leicht veränderte Methode (oh, wir haben die komplette Schaltung vergessen - ich gehe sofort zu meinem Chef, damit das sofort passiert.). Mir wurde versichert, dass keine Rechnung abgebucht würde - und wenn, würde ich sie sofort zurückerstattet bekommen.

Passiert ist jedoch GAR NICHTS - außer: es wurden weiter fleißig die monatlichen Rechnungen abgebucht. Auf jedes Telefonat wusste ein aggressiver Mitarbeiter eine andere Ausrede - man fühlt sich einfach absolut machtlos.

Übrigens hatte ich schon lange gekündigt - konkret zum 9. November 2012, wie mir ein Mitarbeiter auch zweimal mündlich bestätigte. Ich bat ihm, mir eine schriftliche Kündigungsbestätigung zu schicken. Diese kam bis heute nicht bei mir an - als ich das nächste Mal dazu nachfragte, hieß es: Der Brief wurde gestoppt - leider ist kein Grund erkennbar. Hm, das weiß ich jetzt auch nicht. Das ist einfach unglaublich!

Als die Rechnung für den September abgebucht wurde (ja, mittlerweile war es September, ich hatte noch immer keinen Anschluss, keinen Termin für eine Telekom-Schaltung, meine Kunden konnten mich nicht erreichen, ich hatte seit 6 Wochen kein Internet und die Rechnungen liefen immer weiter) - wurde mir die Sache zu bunt. Ich schrieb an Primacall folgenden Brief und gab die August- und September-Rechnung zurück:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bereits mit Schreiben vom 12.06.2012 hatte ich Ihnen mitgeteilt, dass ich zum 1.08.2012 von. nach. umziehe und demnach einen neuen Telefonanschluss von Ihnen benötige.

Das Schreiben ist bei Ihnen eingegangen, die Gebühr von 60 Euro für die Umstellung wurde von Ihnen umgehend belastet und von mir auch bezahlt.

Ich habe nunmehr über zwei Monate in der heutigen technisch hochentwickelten Zeit vergeblich auf die Herstellung des neuen Telefonanschlusses/Internetzugang durch Sie und somit auf die Erfüllung Ihrer vertraglichen Pflicht gewartet.

Ich räume Ihnen letztmals eine Frist bis zum 19. Oktober 2012 ein, diesen Telefonanschluss funktionsfähig herzustellen. Kann ich aber ab dem 20.10.2012 immer noch nicht von zu Hause aus telefonieren, gehe ich davon aus, dass Sie an mir als Kunde kein Interesse mehr haben und somit ich auch an Ihnen nicht.

Unter diesen Umständen kündige ich fristlos das mit Ihnen bestehende und zum 9. November fristgerecht gekündigte Vertragsverhältnis zum 20.10.2012.

Die von Ihrer Mahnabteilung angemahnten Gebühren für August und September, deren Einzug per Lastschrift ich habe zurückgehen lassen, ist eine Unverschämtheit, da Sie mir in diesem Zeitraum keinerlei telefonische Leistungen zur Verfügung gestellt haben.

Zur problemlosen Abwicklung des Vorganges erwarte ich die umgehende Erledigung Ihrer vertraglichen Aufgaben. Terminabsprachen erbitte ich unter meiner Ihnen bekannten Mobilnummer.

Mit freundlichen Grüßen

Yvette Löhrl

Ich muss schon sagen - wenn Primacall immer so schnell agieren würde, wie daraufhin eine Mahnung und Drohung mit dem Rechtsanwalt zu schreiben - hätte ich meine Leitung sofort bekommen.

Zwischenzeitlich kam eine böse Erinnerung meines Nachmieters in der alten Wohnung: Warum ich mein Telefon noch immer nicht abgemeldet hätte - meine Nachmieter könnten keinen Anschluss bekommen, so lange das noch nicht erledigt wäre.

Die letzte Mahnung kam am 10. Oktober - und zwar immer noch an die alte Adresse (Sie erinnern sich: Meine Adressumstellung ging am 12. Juni an Primacall)!

So mutet es sicherlich nicht seltsam an, dass - aufgrund meines Briefes und des Bezugs auf mein Sonderkündigungsrecht - heute ein Telekomtechniker (der ja endlich von Primacall beauftragt war) die Leitung gelegt hat. ABER was muss ich feststellen?

Per heute, 18. Oktober 2012, geht mein Telefon in Nürnberg: allerdings mit meiner ALTEN NUMMER, und der VORWAHL für Schwabach! Jetzt bin ich am äußersten Ende meiner Geduld.

Aufgrund dieser Missstände und den oben genannten Umständen will ich auf keinen Fall weitere Dienstleistungen von Ihnen in Anspruch nehmen und mache von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch.

Dies geht parallel auch per Einschreiben an Sie.

Meine Forderung

Bestätigung der fristlosen Vertragskündigung; Erstattung Umzugsprämie 60 € + Oktoberrechnung 2012 sowie Verzicht auf die Ansprüche von 93,86 Euro

Firmenantwort

23.10.2012 | 17:56 Uhr · Primacall GmbH

Sehr geehrte Frau Löhrl,

zwischenzeitlich ist die beauftragte Schaltung an Ihrem neuen Wohnort zum 18.10.2012 erfolgt, so dass sich Ihre Anfrage erledigt haben dürfte.

Die Schaltung hat sich leider bei unserem Netzbetreiber etwas verzögert. Da Sie unsere Leistungen seit dem 01.08.2012 nicht in Anspruch nehmen konnten, haben wir die offenen Rechnungsbeträge (Rechnungen vom 07.08.2012, 06.09.2012 und 05.10.2012) selbstverständlich storniert.

Für die entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns in aller Form entschuldigen und hoffen, dass wir Sie zukünftig wieder mit unserer Dienstleistung überzeugen können.

Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit nun aufgeklärt ist. Selbstverständlich können Sie sich bei Rückfragen auch gern an unseren Kundenservice wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Primacall Kundenbetreuung