21.01.2015 | 13:41 Uhr · 1888 Views · von Christian Kolter

KIENAST Schuhhandels GmbH & Co. KG (Wedemark)

Materialfehler - Reklamation abgelehnt

Guten Tag.

Ich rate von einem Kauf bei diesem Unternehmen völlig ab. Nicht nur, da hier Reklamationen mit Standard-Schreiben abgeschmettert werden, sondern auch, da die Begründungen völlig von der Tatsache abweichen. Doch hier zu der eigentlichen Reklamation:

Es wurden Schuhe am 05.08.2014 für 39,99 Euro bei Street Shoes im Alexa gekauft. Die Sohle löste sich bereits nach 2 Monaten und 3 Wochen. Dies geschah bei strömendem Regen und der Träger blieb durch die Lösung der Sohle mit der Schuhspitze an einem Pflasterstein hängen, wodurch die Sohle extrem aufriss (siehe Bild), der Träger ins Stolpern kam und stürzte. Da sich die Schuhe zu dieser Zeit außerhalb Deutschlands befanden, war eine sofortige Reklamation nicht möglich (ist auch nicht notwendig - lediglich unverzüglich (ohne schuldhafte Verzögerung) ). Dies wurde auch getan. Die Verkäuferin teilte mit, dass man sich hätte sofort melden sollen. Wie bereits geschrieben ging das nicht!

Ein Witz! Und wie sich nach Recherche über weitere Reklamationen bei dieser Firma im Internet herausstellte ein Standard-Schreiben. Ich antwortete darauf in einem Schreiben, dass ich vom Kaufvertrag zurück treten möchte, da offensichtlich die Service-Abteilung die Schuhe nicht reparieren könne und dass das oben geschilderte Gebaren in keinster Weise dem geltenden Gewährleistungsrecht nachkommt. Ebenso tat ich mein Erstaunen kund, dass hier von Verschleiß die Rede ist und man meines Erachtens nach nach 2 Monaten und 3 Wochen nicht davon sprechen kann. Zudem teilte ich auch mit, dass die Schuhe nicht SOFORT sondern UNVERZÜGLICH reklamiert werden müssen - was auch so geschehen ist. Auch die Abspeisung mit einem Gutschein über 20% wurde abgelehnt, da von einem weiteren Kauf - weder bei Street Shoes noch in einem anderen Tochterunternehmen - abgesehen wird. Weiterhin kann ich keinerlei Nachweise eines unabhängigen Gutachters feststellen. Daraufhin erhielt ich erneut ein Schreiben.

Wie auf den Bildern zu sehen ist, kann man im Bereich der Schuhspitzen kein Defekt festgestellt werden. Und dass die Laufsohlenverklebung stark beschädigt ist auch nicht. Ebenso wenig wie ein starker Abrieb. Die Vorderkappe weißt genauso wenig Schäden auf - zumindest kann ich keine erkennen, die auf ein Anstoßen hindeuten. Ein weiteres Schreiben meinerseits, in welchem ich nochmals alle Fakten aufzählte, und auf den Rücktritt des Kaufvertrages bestand und ich die Kienast Schuhhandels GmbH davon in Kenntnis setzte sowohl regionale als auch überregionale Medien davon in Kenntnis zu setzen und ggf. einen Anwalt einzuschalten, wurde dann mit einem weiteren Schreiben abgeschmettert:

Lieber Herr Wendemuth! Ist das tatsächlich Ihr Ernst? Sie scheren hier meinen individuellen Fall (oder handelte es sich um die gleichen Schuhe?) mit anderen über einen Kamm? Und dass Gerichte unabhängige Gutachter sind, die überprüfen können, ob eine Schuh-Reklamation gerechtfertigt ist oder nicht ist mir neu. Seit wann haben Richter fundierte Kenntnisse im Aufbau oder der Herstellung von Schuhen? (Vielleicht trifft dies ja in Einzelfällen auch zu.). Und im Ernst - woher nehmen sie die 40 Millionen zufriedene Kunden? Nur weil in diesem Zeitraum 40 Millionen Schuhe verkauft worden sind, heißt das noch lange nicht, dass es sich dann auch um diese Anzahl an "zufriedenen" Kunden handelt!

Sehen Sie sich doch die Bilder mal genauer an (bei Bedarf lade ich gern noch weitere hoch)! Ich kann hier NICHT erkennen, dass sich die Sohle an der Verklebung gelöst hat - da haben Sie wirklich recht! Am Kleber liegts nicht, der hielt bombenfest. So fest, dass das von Ihnen erwähnte DÜNNE Obermaterial regel (ge) recht abGERISSEN wurde (dieses Obermaterial wurde auch nicht wie von Ihnen beschrieben "abgerieben" - es klebt nämlich durch den bombenfesten Kleber noch IN der Sohle). Sehen Sie sich dazu auch bitte das Bild mit der Aufnahme der Verse des Schuhs an - hier löst sich das Obermaterial auch! Es ist stark davon auszugehen, dass dieses DÜNNEminderwertigeObermaterial durch den strömenden Regen aufgeweicht ist und dadurch die Schuhe nach so kurzer Zeit kaputt gegangen sind. Eindeutig handelt es sich hier um einen Materialfehler (!) und ich verlange den Rücktritt vom Kaufvertrag.

PS: Akzeptieren Sie doch einfach, dass es auch mal "Montagsproduktionen" gibt! Damit ersparen Sie sich und Ihren Kunden viel Arbeit und Ärger. Insbesondere wenn eine Reklamation auch auf kulantem Wege (ich sehe mich immer noch im Recht) gelöst wird könnten Sie von 45 Millionen zufriedener Kunden sprechen, die dann auch gern wieder in Ihrem Unternehmen einkaufen würden. Ich erlaube mir diesen Ratschlag, da ich seit über 15 Jahren im Handel tätig bin (inklusive kaufmännischer mittlerer Reife, Fachhochschulreife und BWL-Studium).

Ich habe diverse Schuhe zu Hause - darunter Schuhe von Primark für 12 Euro (ein Jahr alt - wenn diese nach 3 Monaten kaputt gegangen wären, hätte ich es absolut verstanden), Lederschuhe aus einem kleinen Fachgeschäft für 40 Euro (5 Jahre alt), Schuhe von Jack & Jones für 20 Euro (3 Jahre alt - Bild mit hochgeladen). Und sie sehen noch tragbar aus und weisen keinerlei Mängel auf!

Meine Forderung

Volle Erstattung der 39,99 Euro - und eine Entschuldigung

Kommentar

28.01.2015 | 15:27 Uhr · Christian Kolter

Keinerlei Reaktion seitens der Firma. Dafür, dass diese keine Zeit beim Schreiben von Briefen verliert, scheint das Medium "Internet" im Gegensatz dazu das langsamste zu sein.

Kommentar

11.02.2015 | 16:43 Uhr · Christian Kolter

Bisher in keinster Weise eine Reaktion. Handelt es sich hier um die rhetorische "Schweige-Technik"? Der letzte Abschnitt wird ausgedruckt und als Brief verschickt.

Kommentar

04.03.2015 | 17:34 Uhr · Christian Kolter

Bis heute keine Reaktion. Offensichtlich auch nicht auf die Mails seitens Reklabox. Erneut Brief ab "Lieber Herr Wendemuth" an Kienast.