Ein Einschreibebrief hat normalerweise eine besondere Wichtigkeit und ist oft mit Fristsetzungen an den Empfänger versehen. Deshalb und auch wegen des Preiszuschlages kann man von der Post eine schnelle und sichere Zustellung an den Empfänger mit korrekten Zustellinformationen für den Absender erwarten.
Nach meiner Erfahrung ist diese Erwartung gegenüber der Deutschen Post zu optimistisch. Im Folgenden der Vorgang:
Mein 1. Einschreiben (Sendungsnummer-Endung 0217) :
Am 02.09.2015 versandte ich ein "Übergabe-Einschreiben", das Fristsetzungen enthielt. Der Empfänger erschien nicht bei der Briefzustellung der Post. In einem solchen Fall wird das Einschreiben der zuständigen Postfiliale überstellt und kann lt. Post-Angabe innerhalb von 7 Werktagen dort abgeholt werden; bei Nichtabholung wird es an den Absender zurückgeschickt. Im Online-System der Post versuchte ich, mich über den aktuellen Status zu informieren. Dort lautete 3 lange Wochen nach Versand die Information (bis heute) : "Die Sendung konnte nicht zugestellt werden und wird an den Absender zurückgesandt". Obwohl ich eine Status-Information per Email anforderte (wie dies das System durch Anforderungsklick angeblich ermöglicht), erhielt ich keine Antwortmail. Auch der Auskunftsversuch beim Telefonservice war ärgerlich: 14 Minuten in der Warteschleife, obwohl ich angeblich der nächste Kunde in der Reihenfolge sei. Dann ein hochnäsig wirkender Mitarbeiter, der genervt eine Email-Auskunft versprach – nichts dergleichen geschah. Erst 3 Wochen nach Versendung (24.09.2015) bekam ich das Einschreiben von der Post zurück – die im Einschreiben genannten Fristsetzungstermine waren längst verstrichen.
Für weiteres Handeln in der Einschreibeangelegenheit waren mir die Hände gebunden, da ich mit meinem Anliegen zunächst auf die Reaktion der Post warten musste. Meine Fragen an die Deutsche Post: Warum dauert es bei einem nicht angenommenen Einschreiben mehr als 3 Wochen, bis der Absender das Schreiben zurückerhält, obwohl der Empfänger ja nur 7 Werktage Zeit für die Abholung hatte?
Mein 2. Einschreiben (Sendungsnummer-Endung 0248) :
Am 07.09.2015 versandte ich ein inhaltlich anderes "Einschreiben Einwurf" an den gleichen Empfänger, das ebenfalls dringende Fristsetzungen enthielt. Am 10.09.2015 erfuhr ich im Online-System: "Die Sendung wurde am 10.09.2015 zugestellt". So soll es sein, also Hardcopy für meine Unterlagen gemacht! Zu früh gefreut, denn einige Tage später (bis heute) hieß es dann im System: "Leider können wir Ihnen über das Internet keine Informationen über Ihre Sendung bereitstellen. Bitte wenden Sie sich an unser Callcenter". Ich benötige in dieser Rechtssache eine schriftliche oder eine online-Auskunft der Post. Nach meinen bisher schlechten Erfahrungen mit dem Callcenter wende ich mich nun nicht mehr an das Center, sondern frage über ReclaBox die Deutsche Post: Was ist mit meinem 2. Schreiben geschehen, wurde es zugestellt? Falls nicht: Warum erhalte ich es nicht zurück? Warum gibt es widersprüchliche und zeitlich unterschiedliche Informationen über den Status? Warum werde ich nicht über den tatsächlichen Status informiert, z. B. über meine im System hinterlegte Email-Adresse?
Mein 3. Einschreiben (Sendungsnummer-Endung 028F) :
Am 22.09.2015 versandte ich ein inhaltlich zum ersten (=Sendungsnummer-Endung 0217) gleiches Einschreiben an den gleichen Empfänger, diesmal jedoch als "Einschreiben Einwurf" und mit neuen Fristsetzungsterminen, die - auch wegen der unakzeptabel langen Postbearbeitung - neu gesetzt werden mussten. Zu meiner Überraschung erhielt ich dieses Einschreiben am 24.09.2015 von der Post zurück, obwohl es ja in den Briefkasten des Empfängers zu werfen war. Auf der Vorderseite ist mit Unterschriftskürzel handschriftlich vermerkt: "Annahme verweigert, 23.09.2015". Meine Überraschung steigerte sich zum Ärger, als ich feststellte, dass das Einschreiben offensichtlich von jemandem geöffnet wurde: Der Gummi-Umfalter auf der Rückseite des Briefes war mehrfach geknickt und gerissen, das Schreiben selbst hat Eselsohren. Die Post hatte mein Einschreiben nicht öffnen müssen, da meine Absenderadresse vorne auf derm Brefmarkenaufdruck (Online-Frankierung) zu lesen war. Offensichtlich hatte der Empfänger zunächst den Brief geöffnet und dann (wie auch immer) an die Post zurückgegeben. Am 02.10.2015 sprach ich die Briefträgerin, die vetretungsweise die Briefe austrug, auf den Vorgang an. Sie konnte sich an ihren Einwurf des zurückgewiesenen Einschreibens in meinen Briefkasten erinnern, hatte jedoch nach ihrer Aussage den Brief nicht vom Empfänger zurückgenommen; auch handele es sich nicht um ihr Unterschriftskürzel auf der Vorderseite. Sie versprach Aufklärung durch die Post – nichts geschah. Am 06.10.2015 sprach ich den regulären Briefträger auf den Vorgang an. Er entgegnete, er sei nicht informiert, es handele sich auch nicht um sein Unterschriftskürzel auf der Vorderseite des Einschreibens. Ich übergab ihm eine Kopie der Vorderseite und bat um Aufklärung und Rückruf seines Vorgesetzten – nichts geschah. Zusätzlich ist ärgerlich: Bei der Online-Abfrage im Postsystem wird als Status dieser Sendung bis heute angegeben: "Die Sendung wurde am 23.09.2015 zugestellt" (Hardcopy). Keinerlei Information über die Rück-Zustellung.
Meine Fragen an die Post: Wurde das 3. Einschreiben nun zugestellt oder nicht? Falls ja: Auf welchem Weg hat es der Empfänger zurückgegeben – persönliche Übergabe an den Briefträger oder Rücksendung? Warum wird die Online-Info nicht korrigiert? Welcher Postmitarbeiter hat vorn auf dem Umschlag unterzeichnet? Warum wird die Rücknahme eines offenkundig geöffneten Einschreibens nicht verweigert?
Meine Kundennumer ist oben genannt, ich erwarte Aufklärung von der Deutschen Post. Die vollständigen Sendungsnummern sind in meiner Auftragshistorie enthalten.
Für mich bleibt die Erkenntnis: Die Brief-Zusatzleistung "Einschreiben" (gleich welcher Einschreibensart) ist offensichtlich nutzlos, sie kostet nur Zeit und Geld.