Wollen Sie auf Diese Beschwerde antworten?
Antwort zu folgender Beschwerde

Sehr geehrte Damen und Herren

ein wahrer Spruch und wenn es nicht so traurig wäre, wäre es richtig lustig.

Bitte nehmen Sie daher sich die Zeit zum Lesen und stellen Sie sich die nachfolgend geschilderten und am 12.12.2016 stattgefundenen Geschehnisse bildhaft vor.

Aufgrund der Empfehlung meines Orthopäden mir einen Bürostuhl der Marke Sitness Profi zu kaufen verschlug es mich am Montag in Ihr Haus in Nürnberg. Ich hatte mich im Vorfeld schon intensiv über die Beschaffenheit und Funktionen des Stuhles informiert.

Nachdem ich die Ausstellungsstühle gefunden hatte gelang es mir auch einen Mitarbeiter Ihres Hauses zu finden, der, bestimmt aus gutem Grund, intensiv privat telefonierte. Da ich seine Privatsphäre nicht direkt stören wollte, blieb ich diskret etwas von seinem Schreibtisch entfernt in Blick und Hörkontakt stehen. Selbstbewusst ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen.

Als es mir dann doch, bestimmt aufgrund meiner standhaften Hartnäckigkeit, gelungen war, dass er das Gespräch beendet hatte, teilte ich Ihm mit dass ich gerne einen Stuhl der Mark Stitrness Profi zu erwerben gedenke.

Wir gingen darauf hin zu den Ausstellungstücken und ich fragte was den der Unterschied zwischen den Stühlen sei. Er erwiderte, einige hätten Rollen andere nicht und die Farbe sei anders. Nachdem ich Gott sei Dank noch über mein Augenlicht verfüge, konnte ich das erkennen, brachte aber keine neuen Erkenntnisse.

Mein zweite Frage was denn an den Stühlen so besonders sei, beantwortete er mit der Aussage: sie kippen.

Nachdem so viel geballte Fachkompetenz auf mich hernieder gegangen war wollte ich diese nicht noch weiter beanspruchen und erklärte ihm welche Stuhl ich mit Rollen für Hartboden kaufen möchte.

Wir gingen darauf hin zu einem Schreibtisch und ich brachte meinem Wunsch nach einer Rechnung mit Ausweisung der MwSt. zum Ausdruck.

Ich gab daraufhin meine Firmenanschrift und Namen an, auch dass ich Inhaber des Unternehmens sei.

Darauf folgte, dass er eine Vollmacht für die Ausstellung der Rechnung brauche. Ich erklärte ihm erneut, dass ich Inhaber bin und ich nur eine Rechnung mit MwSt. brauche. Er ignorierte dies geflissentlich und meinte ich könne diese auch morgen faxen.

Nun kommt die Steigerung. Er verlangte einen Ausweis sonst kann er mir keine Rechnung ausstellen. Und hier blieb er standhaft, ohne Ausweis verkaufe er nichts.

Ich erbarmte mich seiner und auch meiner, ging zum Auto und holte meinen Ausweis.

Dann konnte die vermeintliche Rechnung erstellt werden. Bei der Kontrolle fiel mir auf dass die MwSt. nicht ausgewiesen war.

Ich erklärte ihm darauf erneut, dass ich einen Beleg mit 19 % MwSt. benötige.

Jetzt kam es dann richtig: „Auf Büromöbel gibt es keinen Rabatt“.

Der Verzweiflung nahe erklärte ich ihm, ich wolle keinen Rabatt auf Büromöbel, nur einen Beleg in welcher die 19 % MwSt. ausgewiesen ist.

Was ein geschulter Verkäufer ist, der weiß sich zu wehren.

„Wir geben keinen Rabatt von 19%“.

Fast am Ende meiner Leidensfähigkeit kam dann ein Kollege dazu, welcher mir erklärte in 4 Wochen würde ich eine Rechnung erhalten.?

Auf mein Argument ich möchte heute und jetzt einen Beleg mit MwSt. erklärte er mir auf dem Kassenzettel werden die 19 % ausgewiesen.

Ermattet beschloss ich zur Kasse zu gehen.

Die Dame an der Kasse nahm das Dokument und berechnete 270,- €.

Aufgrund meiner Erschöpfung realisierte ich nicht gleich, dass die Summe nicht stimmte. Ich fragte warum sie nur 270,- kassiert hätte, ich wollte den ganzen Stuhl kaufen. Sie erklärte mir die 270,- seien nur die Anzahlung.

Auch mein Hinweis ich möchte komplett zahlen und den ganzen Stuhl mitnehmen half nichts, ich wurde an eine Kollegin an der Hauptkasse verwiesen.

Dort, an dem verwaisten Schalter angekommen, wartete ich auf die verantwortliche Dame.

Als diese eintraf erklärte ich ihr, dass ich gerne den Rest begleichen, den Stuhl mitnehmen und einen Kassenzettel mit 19 % MwSt. möchte, da er auf der Anzahlung nicht aufgeführt war.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, gelang es mir dann die restliche Summe zu begleichen – und – ja, Sie ahnen es, es war wieder keine MwSt. ausgewiesen.

Kurz bevor ich mich auf die Knie werfen wollte und um einen Beleg mit MwSt. zu betteln erklärte Sie sich bereit ihren Vorgesetzten zu fragen.

Sie verschwand hinter einer Tür. Einige Minuten später betrat dann ein kauender Mann, ich hatte sofort ein schlechtes Gewissen da ich ihn bei beim Essen gestört hatte den Schalter, besser nur den Türrahmen, weiter wollte er wohl nicht.

Die Ursache dass das Hemd aus der Hose über Gürtel und Hose hing war bestimmt dem Umstand geschuldet, dass es aus seiner Jugend stammte, denn Größe des Hemdes und Umfang des Leibes waren nicht mehr in Einklang zu bringen, bzw. zu bewältigen.

Seine außergewöhnliche Dienstleistungsbereitschaft und Wortwahl ließen keinen Spielraum für weitere Argumentation

„Wir können keinen Beleg mit MwSt. ausstellen“ sprachs und verschwand.

Eine Rückgabe des Stuhles war nur möglich, wenn ich wieder die personifizierte Fachkompetenz des Verkäufers in Anspruch genommen hätte, was ich physisch und psychisch nicht verkraftet hätte.

Ich ergab mich meinem Schicksal, ich war einfach nur Kunde im Möbelhaus Höffner.

Aufgrund der späten Uhrzeit, meinem Wunsch nach einem Abendessen und meiner Fassungslosigkeit über die Perfektionierung des Dilettantismus entschloss ich mich den Stuhl einzuladen und nach Hause zu fahren.

In der Annahme, dass ich nun den gewünschten Stuhl erworben hatte las ich, zu Hause angekommen, dass der Stuhl nur mit Rollen für Teppichboden ausgestattet ist, nicht für Hartboden.

Gestern früh und nach 17 Minuten in der Telefonwarteschleife in Ihrem Möbelhaus, dann einem erneuten Mitarbeiter am Telefon für den Dienstleistung ein Fremdwort darstellt, hatte ich parallel einen anderen Anbieter gefunden, welcher mir die Rollen zusenden wird.

Ich glaube nicht, dass diese Ereignisse noch zu toppen sind, ich habe ja nicht vor Ihr Haus nochmals zu betreten, doch benötige ich immer noch eine Rechnung für den Stuhl mit ausgewiesener MwSt.

Mit Spannung sehe ich daher Ihrer Stellungnahme und dem Eingang der Rechnung in spätestens 7 Arbeitstagen entgegen. Zur Sicherheit bis dahin mit original verpackten Stuhl.

Der bekannte japanische Serviceexperte Tominaga hat ausgeführt:

Deutschland ist keine Servicewüste, es ist eine Serviceoase.

Dass, was sich der deutsche Kunde bieten lassen muss, ist eine Oase für die Angestellten und Mitarbeiter.

Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es richtig lustig

Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiert.
Zurück