Die ING DiBa bietet Kunden eines Extra-Kontos an Neukunden zu werben. Dafür gibt es angeblich Bargeld (20 Euro) oder einen Gutschein für den Werber und einen 10 Euro Gutschein für den Neukunden. So weit so gut, eigentlich eine schöne Sache.
Wer sich darauf einlässt, sollte den Text zu den Teilnahmebedingungen des Extra-Kontos ganz genau durchlesen. Da steht drin, dass der Neukunde mindestens 1000 Euro überweisen muss. Wichtig ist aber die Definition des Wortes Neukunde: Er darf noch NIE ein Konto bei der DiBa gehabt haben. Was nicht drin steht: Wer schon einmal Kunde war (egal wann) und sein Konto (aus welchen Gründen auch immer) ganz legal aufgelöst hat, zählt nämlich nicht dazu. Man muss quasi einen jungfräulichen nicht existenten Datensatz haben.
Auch eine Art um ehemalige Extra-Konto-Kunden der DiBa, die vielleicht "fremd" gegangen sind, weil es woanders mehr Zinsen oder besseren Service gibt, im nachhinein abzustrafen. Bestraft wird aber auch der Werber, der sich hier veräppelt vorkommt. Und auch die "nette" Frau aus dem Callcenter half bei der Lösung des Problems nicht weiter. Die lapidare Auskunft bei Nachfrage lautete: "Es sind noch Datensätze vorhanden. Also muss es den Kunden noch geben. Also kein Neukunde. Da kann man nichts machen." So viel zu Kulanz und entgegenkommen.
Der vermutliche Neukunde, der also nach DiBa-Definiton eine Karteileiche ist und somit noch existiert, wurde bei der Online-Anmeldung nicht darauf hingewiesen, dass er die Teilnahmedingungen nicht erfüllt sind oder nachgefragt. Warum nicht? Wo sind diese Datensätze? Wer darf darauf noch zugreifen und warum? Wie lange werden diese Datensätze gespeichert? Bis zum St. Nimmerleinstag?
Die eingegeben Daten (Name, Adresse usw.) des neuen Altkunden haben sich nicht geändert. Dann hätte dies doch sofort eine Mitteilung oder Hinweis zur Folge haben müssen. Dann hätte man sich auch die Eingabe neuer alter Daten sparen können, wenn das alte Extra-Konto im Daten-Nirwana der DiBa ja noch existent ist
Und der Neu-, Verzeihung, Altkunde hat im Übrigen nie eine Bestätiugung seiner Konto-Kündigung erhalten. Warum? Will heißen: Wer heute ein Extra-Konto eröffnet und es irgendwann mal kündigt, bleibt für sein Leben ein DiBa-Kontobesitzer - zumindest virtuell. Wer weiß, vielleicht geht das dann ja auch auf die Kinder und Kindeskinder über, die dann auch nicht als Neukunden geworben werden könnten.
Wirtschaftlich schießt sich die Diba damit ein Eigentor, denn so kommen Alt- oder Neu- oder Wasweissich-Kunden bestimmt nicht mehr zurück. Aber wer Milliarden an der Börse verliert, was kümmern den schon 30 Euro?