Nachfolgend möchte ich Ihnen folgenden Fall schildern, den ich auch der Bahn habe
zukommen lassen und worauf ich auch jetzt eine Antwort bekommen habe, die keineswegs zufrieden stellend war (vom 17.09.2010).
Unser Enkel Tim (11 Jahre) fährt seit einer Woche täglich nach Bonn Bad Godesberg.
Morgens wird er von seiner Mutter zur Bahn gebracht und am Nachmittag wird er meist von mir, seiner Oma, abgeholt. Sein Ticket hat seine Mutter bisher immer für ihn gelöst und ab nächsten Monat hat er dann ein Monatsticket.
Gestern nun hatte es meine Tochter sehr eilig.
Sie löste einen Fahrschein, (leider nur eine Einzelfahrt) und gab Ihrem Kind dann einen 20,00-Euro- Schein und sagte, er möchte sich bitte ein Ticket für die Rückfahrt in Bonn-Bad Godesberg lösen und für das restlichen Geld, soll er sich ein Taxi nehmen, weil ein Zahnarzttermin an stand.
So weit so gut.
In Bonn-Bad Godesberg wollte Tim einen Fahrschein lösen, doch der Automat nahm die 20,-- € nicht. Also stieg er ohne Fahrschein in den Zug und wurde auch prompt kontrolliert. Tim erklärte dem Zugbegleiter, das der Automat sein Geld nicht genommen hätte, er sei wohl defekt.
Der Kontrolleur meinte, der Apparat sei nicht kaputt und einiges mehr. Dann nahm er Tim die 20,-- € ab, gab ihm ein ausgefülltes Formular in die Hand und meinte, er solle froh sein, das er seinen Schülerausweis dabei gehabt habe, sonst hätte er aussteigen müssen oder so ähnlich. Und seine Mutter könne das Restgeld an irgend einen Schalter abholen.
Das kann es doch wohl nicht geben. Ich bitte Sie, ein Kind von elf Jahren, (Tim ist ein ADHS-Kind) und dann noch das Geld einkassieren und nicht mal das Restgeld zurückgeben. Er hatte ja noch nicht mal das Geld, um mit dem Bus zu fahren.
Ja, und wenn man sich die Entfernungen zwischen Bahnhof und Zahnarzt oder der Wohnung anschaut .... ! Zum Glück ist mein Termin abgesagt worden, und ich konnte Tim abholen. Ja, und am nächsten Morgen brachte mein Mann Tim zum Zug und wollte eine Fahrkarte für Ihn lösen und siehe da, der Automat nahm die 20,-- € nicht! Mein Mann hat erst einige male probiert und selbst andere Kunden der Bahn versuchten es.
Bis dann jemand feststellte, der Automat nimmt nur 5,-- und 10,-- Euro-Scheine. J,a woher soll man das wissen, wenn man nie oder sehr selten Bahn fährt? Da kann man ja nur froh und glücklich sein, wenn man nicht auf die Bahn angewiesen ist und auf soooo nette Zugbegleiter hat. Die Zugbegleiter sollten besser geschult werden oder sich mal vor Augen halten, dass nicht jedes Kind gleich ist. Manche sind ängstlich, scheu und andere wieder mutiger. Manche wirken schon wie kleine Erwachsene und andere wieder sind noch richtig Kind. Und nicht jeder ist ein Schwarzfahrer. Kann so ein Kontrolleur das einschätzen?
Tim hat das nicht nötig.
Die Deutsche Bahn sollte Ihre Mitarbeiter besser schulen und auf einen sensibles
Reagieren Kindern gegenüber hinarbeiten. Denn es geht auch anders:
Uunser Schusselchen hatte auch schon mal seinen Fahrschein nicht gefunden und ich war erstaunt, wie nett und freundlich, aber auch verständnisvoll dieser Kontrolleur war. Dieser Mann war einfach super, er hat das Kind in ein Gespräch verwickelt. Er versuchte herauszufinden, ob er einen Ausreißer vor sich hat. Ich saß mit in der Bahn und habe alles gespannt verfolgt. Das hat richtig Spaß gemacht, wie dieser Mann auf das Kind einging. Ich kann verstehen, dass durch Schwarzfahrer der Bahn viel Geld verloren geht, aber wenn es um Kinder geht, sollte man mehr Einfühlungsvermögen haben (wie o. g. Zugbegleiter).
Von der Bahn erhielten wir ein Schreiben, das Tim zahlen müsste, da der Automat in Ordnung gewesen sei.
Kann ein Kind abschätzen, ob ein Apparat defekt ist oder ob er nur das Geld nicht nimmt?
Ich denke mal nicht.
Mit keinem Wort ging die DB auf den Zugbegleiter ein, der dem Kind die 20,-- € abnahm.
Und auf der Rechnung, die wir noch zu zahlen haben oder hätten, tauchten die 20,-- € nirgendwo auf.
Aber egal, wir verzichten gerne auf das Restgeld, zahlen natürlich auch den Differenzbetrag nicht.
Die DB kann das Geld als Anzahlung für eine Mitarbeiterschulung mit dem Schwerpunkt "Wie gehe ich mit Menschen und vor allem mit Kindern um" behalten.