Seit 14. Januar diesen Jahres gibt es ja die staatlich geförderte „Abwrack"- oder auch „Umweltprämie". Mit dieser bekommt man beim Kauf eines Neu- oder Jahreswagens für die Verschrottung seines mindestens 9 Jahre alten Autos 2500 Euro Prämie vom Staat.
Zum einen ist es natürlich lächerlich, ein 9 Jahre altes Auto, das in der Regel mehr als fahrtauglich ist, zum Verschrotten zu bringen. Auch der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn hält die Abwrackprämie für "pervers, weil sie Anreize setzt ökonomische Werte zu vernichten." Zum anderen ist es klar, dass viele Autos gar nicht verschrottet werden, sondern im Ausland weiterverkauft werden. Das ist natürlich Betrug (am Staat und somit auch am Steuerzahler), der aber durch die hohe Qualität der zu verschrottenden Autos auch einen neuen Anreiz erfährt.
Richtig ärgerlich wird es aber für die Klientel, die sich gar keinen Neuwagen leisten kann, auch wenn er günstig ist und durch die Abwrackprämie noch billiger wird. Denn das Angebot von gebrauchten Autos unter 2500 Euros wird deutlich abnehmen, da es ja vom Staat garantierte 2500 Euros bezahlt gibt. Das treibt den Preis für ein gebrauchtes Auto folglich in die Höhe und das Nachsehen haben die Bürger mit dem kleineren Geldbeutel. In Zukunft - zumindest solange die Abwrackprämie gilt - wird es also schwierig, einen Gebrauchten unter 2500 Euro zu bekommen.
Sinnvoller wäre es, wenn man beim Kauf eines Neuautos unter Berücksichtigung besonders umweltfreundlicher Kriterien eine Prämie bekommen würde. Dann könnte man auch tatsächlich von einer „Umweltprämie" sprechen, denn das Verschrotten von funktionierenden, ordentlichen, gebrauchten Autos sorgt sicher nicht für eine bessere Umwelt.