Am Freitag den 16. September war ich mit meinen Eltern und den beiden Brüdern meiner Mutter (alle um die 70) im Varieté in Hannover. Ein lang geplanter Besuch, weil ich selbst mittlerweile in Koblenz wohne.
Zur Fahrt mit der Bahn hatte meine Mutter ein Tagesticket für eine Gruppe gekauft, einer ihrer Brüder ist schwerbehindert und kann daher kostenlos fahren. Leider hatte sie nicht darauf geachtet, dass das Metronom-Tagesticket, das sie gekauft hatte, nicht in Zügen der DB gültig ist bzw. in der S7 der Straßenbahn Hannover.
Prompt sind wir kontrolliert worden und es sind Fahrpreisnacherhebungen ausgestellt worden. Natürlich waren wir erst mal sehr überrascht von der Forderung des Schaffners, weil wir ja davon überzeugt waren, den Fahrpreis korrekt bezahlt zu haben. Verärgert hat mich dann zusätzlich das Verhalten des Schaffners, der ernsthaft vorgeschlagen hat, in Lehrte an einem Freitagabend um 21.30 Uhr auszusteigen und eine Stunde auf die nächste S-Bahn zu warten. Zur Erinnerung meine Eltern und meine Onkels sind um die 70, einer meiner Onkels ist schwerbehindert, diesen Vorschlag haben wir (und auch die anderen Fahrgäste, die den Vorfall mitbekommen haben) als Verhöhnung wahrgenommen. Der Schaffner war übrigens erst bei der dritten Nachfrage bereit, seinen Namen zu nennen.
Gegen die Fahrpreisnacherhebung habe ich Widerspruch eingelegt und die Bahn gebeten, den Vorgang gütlich zu regeln. Am 29.9. habe ich dann Antwort von der Bahn erhalten. In dem (offensichtlich aus Textbausteinen bestehenden) Schreiben wurde mit keinem Wort auf meine Beschwerde eingegangen. Um meinen Eltern und meinem Onkel weiteren Ärger zu ersparen, habe ich dann deren Fahrpreisnacherhebung übernommen, jedoch unter Vorbehalt und ohne die Rechtmäßigkeit ihrer Forderung anzuerkennen. Außerdem habe ich angekündigt, mich zu wehren und den Vorgang zu veröffentlichen (was ich u. a. hiermit tue).
Danach Schweigen: Stattdessen hat sich die Bahn tatsächlich erdreistet, meine Eltern und meinen Onkel nochmals mit einer Fachpreisnacherhebung zu belästigen, obwohl ich die wie angekündigt beglichen hatte.
Mein (Zwischen-) Fazit: Katastrophale Preiskommunikation, sehr schlechte Beschwerdebearbeitung und offensichtlich organisatorisches Chaos bei der DB.