Im September letzten Jahres mietete ich eine neue Wohnung. Da ich beruflich auf ein Telefon und auch zwecks Recherchen auf das Internet angewiesen bin, teilte ich dies sofort 1&1 mit, die mit einem extra Umzugsservice warben.
1. erreichte ich im September trotz mehrfacher Mails niemanden, um diesen Umzug anzukündigen, trotz öffentlicher Umzugs-Mail-Adresse, so dass ich schließlich dadurch dazu genötigt wurde, die alternativ angegebene teure Hotline zu nutzen.
2. teilte man mir mit, dass ich einen neuen Router bekommen müsse, da ich die Telefonnummer nicht mitnehmen könne. Als ich den Router dann aber irgendwann mal in der neuen Wohnung ausprobierte, funktionierte er, inklusive Telefon, mit der routereigenen Nummer.
3. rief zum angekündigten Schaltungstermin (6 Wochen nach Einzug, egal wann man den Umzug ankündigt) in der neuen Wohnung jemand an, um mir mitzuteilen, daß sich der Termin verzögern würde. Da ich nur mal nebenbei fragte, ob ich den neuen Router (damals gerade in der Werbung gesehen) für mehrere PC´s bekäme, machte sie gleich einen neuen Auftrag daraus.
4. Zwei Wochen später (knapp zwei Monate nach Umzug!) erfolgte die Schaltung mit gleichzeitiger Abbuchung von Umzugsgebühren, was es ja nun eigentlich aber gar nicht mehr war.
5. der neue Vertrag wurde kurz darauf ebenfalls abgebucht, auch noch sehr viel teurer, als der Alte. Niemand hatte mir aber von solchen Kosten etwas gesagt!
6. wurde mir die Kündigung des neuen Vertrags angekündigt. Richtig gelesen: des NEUEN! Auf Mails reagierte mal wieder niemand. Die teure Hotline: indiskutabel!
Die Kündigung fand dann auch tatsächlich zum angekündigten Termin statt. Einzige Möglichkeit dann etwas zu klären: die teure Hotline! Man versprach, sofort einen neuen Vertrag anzufertigen. Für "Unannehmlichkeiten" sollte ich eine Gutschrift bekommen, ohne Angabe der Höhe.
7. Der neue Vertrag wurde abgebucht. Ein Vertrag, der NICHTS mehr mit den anderen Verträgen zu tun hatte! Völlig überteuert und mit einem Zusatzanteil, den ich nie bestellt und auch vorher nie bei denen gehabt habe, nämlich knapp 5 Euro für einen Virusschutz, den ich gar nicht benötige, da ich ein hervorragendes Programm auf meinem Rechner habe.
8. Ich kündigte diesen neuen Vertrag innerhalb der 14-tägigen Frist, wegen der wirklich „unannehmlichen" Konditionen.
9. Einen Technikertermin konnte ich eine ganze Woche vorher nicht mehr verschieben, weshalb der neue Vertrag auch nie ausgeführt werden konnte, da ich an dem Tag nicht schon wieder für dieselbe Sache das dritte Mal komplett frei nehmen konnte.
10. Die Kündigung wurde bestätigt. Für ZWEI Jahre später!!!
11. einen einzigen Ansprechpartner gab es nie. Es hat sich IMMER jemand anders zu Wort gemeldet, meist blieb es aber sowieso bei der bloßen Benennung der Abteilung, die sich wohl gerade zuständig fühlte, falls sich überhaupt jemand gemeldet hat. Außerdem ging NIE jemand auf meine Probleme ein, sondern man antwortete mit Pauschalsätzen.
12. seltsame Summen wurden abgebucht, zu denen es keine Rechnung gab. Mahnungen enthalten Summen, zu denen es keine nachvollziehbaren Posten gibt. Auch hier auf Nachfrage und Bitte um Einstellung der Mahnbescheide bis zur Klärung der Situation: kein Kommentar.
Ich stornierte alles, was ich noch stornieren konnte an Abbuchungen, woraufhin natürlich eine Mahnung eintrudelte, ohne Bezug auf mein Problem, welches ich inzwischen mehrfach auch schriftlich mitteilte, nicht nur über Mails. Da sich die Kosten immer mehr in die Höhe schraubten, da JEDER einzelne angemahnte Posten zusätzlich noch 12 € Gebühren kostet, zahlte ich die überhöhte Summe dann doch ein, auch die Gutschrift über die Summe eines Techniker-Besuches, ließ ich zurückgehen. Ich ging dann aber zu meinem Anwalt, der meinte, das wäre von denen bekannt, und ich solle es drauf ankommen lassen, da diese Machenschaften von 1&1 bekannt wären und ein Inkassobüro keinen Zutritt zu gewähren sei, sondern ein Gerichtsvollzieher ja eben über ein Gericht bestellt werden müsse, weshalb es in einem solchen Fall wohl kaum zu einer Pfändung kommen könne, wenn es denn alles mit rechten Dingen zuginge da stornierte ich wenigstens noch die Grundgebühren, da ich seit November keine 14 Tage Internet nutzen konnte, aber diese trotzdem weiter zahlte. Prompt erhielt ich natürlich erneut eine Mahnung, diesmal mit sofortiger Inkasso- und rechtliche Schritte- Drohung.
Gestern bekam ich, ich glaube mindestens zum dritten Mal, die Aufforderung, einen Techniker-Termin abzumachen, um den neuen Vertrag endlich ausführen zu lassen, ansonsten würden mir knapp 130€ Stornogebühren drohen, da ich die Mindestvertragslaufzeit einzuhalten hätte, die ja plötzlich zwei Jahre währte.
Ich bin aufgrund der Aussagen meines Anwalts und der ganzen Dinge, die ich hier lese, gerade schwer am überlegen, ob ich nicht lieber gleich bei der Polizei eine Strafanzeige aufgeben sollte, statt auf die nächsten, sicherlich wieder hochkostenpflichtigen Schritte zu warten.
Es kann einfach nicht sein, dass man selbst sich an nicht genehmigte Verträge zu halten hat, während die andere Partei offensichtlich macht was sie will und immer nur nimmt, wo sie kriegen kann!