Schon seit dem 1. Dezember ist meine 6jährige Pflegetochter eifrig dabei, jeden Tag ein Türchen an ihrem Adventskalender zu öffnen. Wie das in dem Alter so ist, wird das jedes Mal als besonderes Ereignis mit Hochspannungseffekt zelebriert.
Heute morgen sollte nun der Höhepunkt stattfinden, das Öffnen der 24. Tür. Da diese Tür größer ist als all die anderen und sogar mit zwei Laschen versehen, erwarteten wir nun ein besonders großes Stück Schokolade. Meine Pflegetochter war deswegen schon seit gestern abend total aufgedreht und konnte kaum noch schlafen.
Als wir nun gerade die Tür öffneten, trauten wir unseren Augen kaum: ein winziges Stück Schokolade, nicht größer als all die anderen vorher! Meiner Pflegetochter stand die Enttäuschung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Der Heiligabend fängt ja gut an!
Wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere, dann war in Tür Nr. 24 der Adventskalender immer ein großes Stück Schokolade, was uns als Kinder natürlich auch immer besonders gefreut hat.
Dies scheint heute wohl nicht mehr der Fall, vor allem bei der Firma Windel, die diesen Adventskalender produziert. Vermutlich ist wohl einzig und allein das dortige Profitdenken die Ursache für diesen Umstand.
Dass man die Kinder damit herb enttäuscht, interessiert dort niemanden. Dass ich nun ausgerechnet am Heiligabend in die traurigen Augen meiner Pflegetochter blicken muss, das bricht mir das Herz. O tempores, o mores!