Am vergangenen Samstag (31.03.2012) haben mein Sohn und ich um viertel vor 12 den Bahnhof in Neustadt/Hessen betreten - der Anschlag wies aus, dass der Schalter um 12:00 Uhr schließt. Wir wollten eine Fahrkarte nach München lösen, wußten aber nicht, ob es sinnvoll ist, ggf. erst ab Alsfeld zu lösen.
Am Schalter stand eine junge Frau, die Ihre Karte umtauschen wollte - sie wollte ein paar Tage später erst fahren. Also entweder war der Herr hinter dem Schalter nicht dazu in der Lage oder die Frau vor dem Schalter begriffsstutzig ohne Ende oder es kam erschwerend alles beide zusammen. Jedenfalls wurd es 10 Minuten vor 12:00 Uhr, es wurd 12:00 Uhr, es wurd 10 Minuten nach 12:00 Uhr und auch 20 Minuten nach 12:00 Uhr. ENDLICH war die Karte der Frau umgetauscht und sie verließ den Schalterraum.
Mein Sohn und ich konnten an den Schalter herantreten. Was dann passierte, geschieht doch eigentlich nur in schlechten Filmen? Der Mann hinter der Schalterscheibe hänge sein Metallschild in die Öffnung mit den Worten, "Ich schließe jetzt! " Ich dachte mich trifft der Schlag. Ich hab ihn fassungslos angesehen und gefragt, ob er denn nicht gesehen hätte, dass wir seit über einer halben Stunde warten würden. "Doch", sagte er, "das hätte er zwar gesehen, aber es wäre jetzt weit nach 12 und er müsse jetzt nach Hause - wir sollen doch die Karte am Automaten ziehen. "Ich sagte ihm, dass ich das sicher längst getan hätte, wenn es möglich wäre, doch da mein Sohn evtl. von Alsfeld aus starten wolle, könne ich das ja nicht hier ziehen. Das wäre halt nicht zu ändern - er müsse jetzt heim. sprachs, zogs Rollo runter und war verschwunden.
Ich konnte nicht mal mehr fragen, ob denn vielleicht noch ein anderer Schalter (Treysa oder so) geöffnet hätte, wo man das klären könne. bis nach Alsfeld wollte ich eigentlich deswegen keine halbe Stunde Fahrtzeit in Kauf nehmen. Wir wollten daraufhin erstmal in Treysa versuchen, die Fragen am Schalter zu klären, bzw. die entsprechende Fahrkarte zu lösen, wir gingen davon aus, dass das bestimmt möglich wäre, handelt es sich ja auch um einen - für die hiesige Gegend - relativ großen Bahnhof. Jedenfalls gaben wir dieses Vorhaben nach kurzer Konsultation des Internets via Handy auf, da Treysa generell samstags keinen Schalterbetrieb hat!
Ich war allmählich mehr als ärgerlich. soviel zum "Serviceunternehmen Deutsche Bahn AG"! Zu Hause angekommen haben wir versucht, online die Fragen zu klären und die entsprechende Fahrkarte zu buchen. Das ging auch alles soweit ganz gut, bis es ans Bezahlen ging - man bräuchte eine Kreditkarte! Da wir über eine solche leider nicht verfügen, versuchten wir es mit Abbuchung vom Konto. tja, dazu hätte man eine Identifikationsnummer gebraucht, die man nach der Anmeldung zum Lastschriftverfahren per Post binnen der nächsten zwei bis drei Werktage (!) zugesandt bekommt!
Ich war "begeistert". soviel zum Thema "schnell mal online buchen"! Also hab ich zu guter Letzt einen Freund in seinem Reisebüro angerufen, der das dann für uns erledigt, meinem Sohn die Buchungsbestätigung per Mail zugesandt und dieser sich die Fahrkarte dann bei uns zu Hause am PC ausgedruckt hat!
DAS nenne ich Kundenservice - der "Kundenservice", den das Unternehmen "Deutsche Bahn AG (Deutschland) da an den Tag gelegt hat, spottet jeder Beschreibung!