Aufgrund des Todes meines Vaters und der damit verbundenen kleineren Rente musste meine 80jährige Mutter im März d. J. in eine kleinere Wohnung umziehen. In diesem Zusammenhang wechselte ich auch ihren - meiner Meinung nach - für ihr Nutzerverhalten viel zu teuren Telefonanschluss bei der Telekom zu einem anderen Anbieter.
Der neue Anbieter übernahm, wie in diesen Fällen üblich, auch die Kündigung bei der Telekom. Damit war für mich die Sache Telekom erledigt. Mit Datum vom 16.05.13 erhielt meine Mutter nun eine Rechnung der Telekom über 1,27 Euro. Sehr verwundert überprüfte ich diese und stellte fest, dass mit diesem Betrag ein "Standardtelefon" für den Abrechnungszeitraum 01.05.13 bis 31.05.2013 in Rechnung gestellt wurde. Ich verstand überhaupt nicht, was es damit auf sich haben sollte und recherchierte daher im Internet. Schnell wurde ich fündig, und dann fiel mir auch das uralte, grüne Telefon mit Wählscheibe ein, das seit über 20 Jahren unbenutzt im Keller meiner Eltern stand. Sicherlich vertragsgemäß und juristisch sauber zockt die Telekom ihre Kunden damit ab, dass sie - schön unauffällig auf der Rechnung versteckt - Mieten für in jeder Hinsicht unzeitgemäße Telefone, Wecker usw. kassiert, die von ihren Nutzern schon lange durch andere, im Handel käuflich erworbene ersetzt wurden.
Auch ich hatte meinen Eltern vor über 20 Jahren das erste modernere Gerät geschenkt, und danach dachte keiner mehr an das "Standardtelefon", das direkt im Keller verschwunden war. Meinen Eltern ist dies all die Jahre (sie waren über 30 Jahre Kunden der Telekom!) nicht aufgefallen, sie haben treu und brav ihre Telekom-Rechnungen bezahlt und wären auch niemals auf die Idee gekommen, den Anbieter zu wechseln, wie wir jüngeren Generationen das tun. Ich möchte nicht wissen, wie vielen alten Menschen es ebenso passiert wie meinen Eltern.
Doch ich bin der Meinung, einer solchen Abzocke muss ein Riegel vorgeschoben werden! Lege ich bei meinen Eltern lediglich 20 Jahre (es waren definitiv mehr) zugrunde, die sie unsinnigerweise für ein nicht genutztes Gerät gezahlt haben, so komme ich auf 256,80 Euro! Stolzer Preis für ein altes Telefon. Natürlich könnte man entgegen halten, sie hätten es ja kündigen können. Über die juristische Korrektheit möchte ich hier auch nicht streiten, die moralische allerdings sehr in Frage stellen. Doch was für mich wirklich die unverschämteste Vorgehensweise ist, ist die Tatsache, trotz Vertragskündigung weiterhin dieses Gerät in Rechnung zu stellen. Der neue Anbieter hat wahrscheinlich eine standardmäßige Vertragskündigung vorgenommen, die offenbar die Kündigung für das "Standardtelefon" nicht beinhaltete. Wir haben das Gerät und auch die Lastschrifteinzugsermächtigung jetzt mit sofortiger Wirkung bei der Telekom gekündigt. Ich bin sehr gespannt, ob es womöglich auch noch Kündigungsfristen gibt …