Post-Ident, Grieche als "Person ohne festen Wohnsitz" beschimpft.

Bonn

Am 26.08.2015 betrat ich gegen 17 Uhr die Postfiliale in Bonn-Endenich. Seit vier Jahren bin ich dort immer mal wieder, um Pakete abzuholen. Dieses Mal, um das Post-Ident-Verfahren durchführen zu lassen.

Als die Dame am Schalter den griechischen Pass sah, murmelte Sie nur ein "nee, mach ich nicht". Obwohl der Pass nagelneu ist und allen EU-Sicherheitsansprüchen entspricht, wurde ich mit der Anweisung nachhause geschickt, ich solle erstmal eine gültige Meldebescheinigung besorgen.

Da ich mich mit diesem Verfahren auskenne, erklärte ich der Dame ihr Tagesgeschäft mit dem Hinweis, dass eine Meldebescheinigung nicht erforderlich sei und in der Hauptsache die Unterschrift im Pass verglichen wird. Auch auf der Homepage der Deutschen Post gibt es eine eindeutige Arbeitsanweisung.

Die Dame schüttelte verächtlich den Kopf und unterstellte mir allen Ernstes ich sei offensichtlich eine "Person ohne festen Wohnsitz". Das Ident-Verfahren in der Form gelte nur für Deutsche, mit deutschem Ausweis. Denn in "unseren" Ausweisen steht die Adresse drin, bekam ich zu hören. Deshalb könne die Identifizierung in meinem Fall nicht durchgeführt werden.

Beim Hinausgehen, bekam ich noch Mitleid geheuchelt mit den Worten: "es tut mir leid, aber Sie haben nun mal keinen deutschen Personalausweis".

Besonders enttäuschend war, dass niemand aus der Warteschlange auch nur ein Wort dazu gesagt hat.

Meine Forderung an Deutsche Post:

Fachliche Nachschulung der Angestellten und eine schriftliche Abmahnung wegen diskriminierender Äusserungen

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

Steht denn im Pass die Anschrift?

Das Postident-Verfahren kann ganz normal mit einem Reisepass getätigt werden, hatte bei mir auch ganz wunderbar geklappt.

Dass sich die Post bei ausländischen Mitbürgern immer mal wieder zickig verhält, ist allerdings bekannt.

Also entweder Sie bringen einfach eine Meldebescheinigung mit, damit die Dame bei der Post besser schlafen kann, oder sie probieren es in einer anderen Filiale.

Sehr geehrter Herr Meinberg,

bitte entschuldigen Sie die späte Antwort. Hier nun eine ausführliche Erklärung: Der Griechische Pass entspricht allen biometrischen Standards die nötig sind. Allerdings findet sich in unseren Reisepässen naturgemäß keine Adresse. Es gibt keinen Eintrag darüber aus dem hervorgeht, wo die Person wohnt. Deshalb hat die Post in ihrer Hauseigenen Erläuterung zum Ablauf und den Voraussetzungen dazu, explizite Anweisungen erteilt. Nämlich, dass die Adresse definitiv nicht nötig ist.

Dennoch können Sie als Kunde keinen Dienstleister zwingen die Gesetze und Regeln zu beachten.

Im Vordergrund steht hier vielmehr, dass die in die Jahre gekommene Dame ihr Quäntchen an Amtsmacht zum Nachteil von Kunden mißbraucht.

Meinen Pass hier einzustellen würde nichts an der Tatsache ändern, dass von Amtswegen dort keine Adresse eingetragen ist. Aber am liebsten würde ich nochmal hingehen und es aufzeichnen. Was leider nicht geht, da es verboten ist.

Deshalb nochmal: in keinem griechischen Pass steht eine Adresse. Dafür gibt es bei der Post eine offizielle Regelung, die aber offensichtlich nicht beachtet wird. Falls es Sie interessiert wie der Verlauf war: ich entschied mich für einen anderen Kreditkarten-Anbieter meiner Hausbank OHNE Ident-Verfahren.

Ein Anruf bei dem Anbieter (Barclays) führte dazu, dass man mir geraten hat der schickane nachzugeben und es eben nicht bei einer anderen Postfiliale zu probieren. Ich solle doch bitte die Meldebescheinigung besorgen.

Hier funktioniert noch das "Krähenprinzip". Ich habe mich einfach für einen anderen Kreditkarten-Anbieter entschieden. Eine offizielle Beschwerde bei der Post habe ich aus Anstand nicht eingereicht. Allerdings ist hier noch nicht das letzte Wort gesprochen.

In der Angelegenheit "Hürden beim Identverfahren für griechische Staatsbürger" hat sich bis dato noch nichts verändert. Ab dem 15.10. habe ich Urlaub. Dann werde ich mir etwas einfallen lassen und Ihnen ausführlich berichten. Ich muss dazu sagen, dass ich in all den Jahren äußerst selten so eine diskriminierende Erfahrung machen musste bei der man mir zu verstehen gab, dass es weder die Deutschkenntnisse noch der Bildungsstand ist der Akzeptanz fördert. Nein, für manche ist es der Pass. Tatsächlich waren es bisher so wenige, dass mir an einer Hand noch Finger übrig blieben, würde ich sie aufzählen wollen.

Fortsetzung folgt.