Sehr geehrte Damen und Herren,
Meine Betreute Frau Riedel hat kurz bevor sie im August 2015 in die Kurzzeitpflege musste einen Telekommunikations-Vertrag mit der Firma "Primacall" mit Sitz in Berlin telefonisch abgeschlossen. Da Frau Riedel zu dem Zeitpunkt des Abschlusses noch nicht unter rechtlicher Betreuung stand, konnte sie die Tragweite eines solchen Vertrages nicht einschätzen, es konnte ihr niemand erklären, was es damit auf sich hat.
Zudem handelt es sich bei dem Vertrag um einen "DSL Star L" Vertrag, mit dem Frau Riedel in keiner Weise etwas anfangen kann, da sie nicht über die Kompetenz verfügt Internet zu nutzen; darüber hinaus besitzt Frau Riedel noch nicht einmal ein Internet-fähiges Gerät.
Der Sachverhalt schildert sich weiterhin so, dass nach Vertragsabschluss ein Techniker für die örtliche Einrichtung der Hardware Frau Riedel nicht antraf, da Frau Riedel sich bereits in der Kurzzeitpflege befand. Man berechnete ihr hierauf ca. 150 Euro Gebühr hierfür. Der monatliche Betrag des Anschlusses beträgt ca. 35 Euro, dazu kommen noch Gebühren für den Postversand ihrer Rechnungen von ca. 1,30 Euro.
Leider wurde in diesem Zusammenhang der Vertrag mit der Telekom nicht aufgelöst, Frau Riedel muss also zusätzlich ca. 20 Euro monatlich für den Anschluss der Telekom zahlen, den sie im Grunde auch nur nutzt, da kein Router des Anbieters installiert wurde. Es ist also realiter so, dass Frau Riedel die Dienstleistung der Firma "Primacall" nicht in Anspruch nimmt bzw. nicht in Anspruch nehmen kann.
Dafür gilt: Meine Betreute erhält nur eine geringe Rente und lebt gerade so über dem Existenzminimum. Sie bedarf zudem dringend des Geldes zum Einsatz für ihre Pflegekosten!
Auf mein Gesuch den Vertrag außerordentlich zu kündigen ist man von Seiten des Anbieters nicht eingegangen. Aus diesem Grunde versuchte ich zunächst wenigstens den Anschluss der
Telekom aufzulösen. Auch dies gelang nicht, da die Firma "Primacall" hierzu wiederum einen Techniker schicken müsste, was weitere Kosten von ca. 150 Euro nach sich ziehen würde. Des Weiteren sagte man mir auf Anfrage, ob man den Router denn auch einrichten könne, da ja Frau Riedel auch hierzu nicht in der Lage ist, dass auch der Anschluss des Routers durch einen Techniker geschehen könne, dies koste aber weitere 80 Euro.
Von Seiten Primacalls schlug man mir lediglich vor den Vertrag gegen eine Gebühr von rund 700 Euro auszulösen.
Primacall schreibt nun, dass auch ihnen bereits Kosten und Mühen durch meine Beschwerde entstanden sind!
Das sollte bei einer angebotenen Dienstleistung aber doch selbstverständlich sein, dass das Unternehmen sich um seine Kunden kümmert.
Ich habe mich mit dem Anliegen bereits an die Medien gewandt und würde mich freuen, wenn sich auch hier Menschen finden, die sich auf diesem Wege versuchen weiter zu helfen. Umso mehr dies tun, desto wahrscheinlicher ist, dass die Medien dies Thema publizieren.
Mit freundlichen Grüßen
Bestell-/Kundennummer: 8980436081
Meine Forderung an primacall:
Appell an die Vernunft
Antwort auf die Beschwerde vom 14.12.2015
Sehr geehrter Herr Sundag,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Wir bedauern, dass es zu den geschilderten Unstimmigkeiten gekommen ist und möchten uns für etwaige Unannehmlichkeiten entschuldigen.
Der Vertrag mit Frau Riedel wurde im Februar 2015 geschlossen. Die Schaltung und der Technikertermin wurden zum 16.06.2015 beauftragt. Hierüber wurde Frau Riedel mehrfach im Voraus in Kenntnis gesetzt. Zu dieser Zeit war Frau Riedel weder in Betreuung noch in Pflege. Grundsätzlich stand der Vertragserfüllung somit nichts im Wege. Wir haben uns außerdem nochmals aufmerksam den Mitschnitt des Vertragsschlusses angehört und Frau Riedel macht einen sehr verständigen Eindruck. Es gab also keinen Anlass an der Wirksamkeit des Vertragsschlusses zu zweifeln und Frau Riedel ist, soweit uns bekannt, bis heute geschäftsfähig. Zwischen den Parteien besteht somit ein wirksamer Vertrag und die gescheiterte Schaltung hat primacall nicht zu vertreten.
Dennoch sind wir selbstverständlich daran interessiert, die derzeitige Situation im Sinne von Frau Riedel aufzulösen. Wir bieten daher an, den Tarif vorerst zu stornieren und nach Beendigung des Parallelvertrags den Anschluss erneut zu schalten. Auf die weiteren Kosten für die Schaltung und den Techniker werden wir aus Kulanz verzichten. Um dieses Mal eine reibungslose Schaltung zu gewährleisten, bitten wir Sie, uns mit der Portierung und Kündigung des bestehenden Telefonanschlusses zu beauftragen. Das entsprechende Formular werden wir Frau Riedel in den nächsten Tagen zukommen lassen und bitten darum, dieses alsbald ausgefüllt an uns zurückzusenden.
Aufgrund der gesundheitlichen Verfassung von Frau Riedel zum Zeitpunkt der Schaltung, haben wir zudem Verständnis dafür, dass Frau Riedel Ihren Fokus nicht auf die Umschaltung Ihres Telefonanschlusses gelegt hat. In Anbetracht der Umstände haben wir uns daher entschlossen, Frau Riedel eine Gutschrift für die entstandenen Unannehmlichkeiten zu gewähren, welche Frau Riedel mit der nächsten Rechnung zugute kommen wird.
Wir sind zuversichtlich hiermit die Angelegenheit zu Ihrer Zufriedenheit gelöst zu haben und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr primacall Team!
kommentare und trackbacks 1
Die Beschwerde ist noch nicht ganz gelöst, da noch nicht geklärt ist, wie Frau Riedel einen Router anschließen kann, da sie nicht über das Wissen hierüber und nicht über einen PC verfügt. Ich habe die Firma Primacall schriftlich auch um Lösung dieses Problems gebeten. Bisher kam keine Antwort. Insgesamt bin ich mit dem Entgegenkommen der Firma Primacall zufrieden.
Mit freundlichen Grüßen
Christian Sundag