O2 kassiert so gut es geht

O2 hat mich vor über einem halben Jahr das erste mal so richtig über den Tisch gezogen. Beschwert habe ich mich nicht, ich bin ein geduldiger Mensch, und schief gehen kann immer mal was. Obwohl ich da den größten Schaden hatte.

Ich musste Hannover verlassen und zog in eine WG nach Hamburg. Da eine WG bekanntlich schon einiges hat, konnte ich meinen Vertrag nicht mitnehmen. Suchte daher einen Nachmieter für die Wohnung, der den Festnetz-Vertrag übernimmt. Klappte super.

2 Monate nach Einreichung unseres Wechselantrages (also der erste Monat, in dem der Wechsel greifen sollte) wird bei mir plötzlich das Konto von O2 wieder belastet. Es gab keine Info, weder an den Nachmieter, noch an mich. Aber O2 hat ihn laut Aussage des Telefonsupports aufgrund einer Bonitätsprüfung abgelehnt. Um das zu klären, kündige ich erst einmal die Einzugsermächtigung. Nach 3 Monaten hin und her, gebe ich auf und übernehme den Vertrag, ohne ihn nutzen zu können. Ich zahle Mahngebühren und Anschlussgebühren. Das ganze beläuft sich auf über 150€ - für rein gar nichts.

Aber einen Vorteil hat es, ich kann sobald ich aus der WG raus bin, den Vertrag einfach übernehmen. Dachte ich jedenfalls. Das einzige, was ich bekam war eine Bestätigung für den Technikertermin, einen Tag in der grad frisch bezogenen Wohnung, aber keinen Techniker. Bei O2 angerufen. Oh, sie müssen noch einen Monat bezahlen, erst dann.

(Frage 1: warum bestätigt man mir einen Termin, aber informiert mich nicht, dass noch etwas fehlt?)

Wir haben bald Weihnachten, als die Überweisung bei o2 ankommt. Es passiert nichts. Ich rufe kurz vor Weihnachten an. "Ja, das Geld ist eingegangen, Sie müssen aber noch 2-3 Werktage warten. " Nach Weihnachten, noch nichts passiert. Wieder angerufen: "Ihr Internet ist doch frei geschaltet. Sie müssten online kommen". Nach einer halben Stunde fiel der Beraterin auf, dass ich ja einen Technikertermin benötige. Und da wir ja nun Weihnachten und dann Neujahr haben, soll ich doch noch 14 Tage warten, dann ist wieder ein Termin verfügbar. Zähneknirschend nehme ich es hin und warte auf den 7. Januar.

Die Techniker tauchen auf (wilhelm.tel glaube ich), schließen alles an, Telefon läuft. Aber einer der Techniker selbst sagt mir noch, das Internet sei nicht frei geschaltet. Ich - auf 180 - rufe bei O2 an. Und der Kundenberater dort fängt ernsthaft einen Streit mit mir an, legt mich mehrmals in die Warteschleife um dann doch endlich mal nachzufragen und sagt dann, das könnte noch ein wenig dauern. Da ich auch noch anderes zu tun hab, als mich mit Fremden rumzustreiten, nehme ich es hin. Ich warte erneut eine volle Woche. "Ein bisschen warten" kann ja mal wieder 2-3 Werktage heißen. Nichts passiert. Ich rufe also 5 Tage später wieder an, weil ich denke, ich hab vielleicht das falsche Routerpasswort oder was anderes falsch eingegeben.

Die Kundenberaterin schaut.

Sie liest mir die Passwortversuche vor (Frage 2: Kennt O2 sowas wie Datenschutz? Im Callcenter darf jeder Idiot arbeiten, und der darf meine Passworteingaben kennen?), und gibt mir dann wirklich eines, das ich noch nie gesehen oder gehört hatte.

(Frage 3: warum steht im Brief mit den Freischaltungsdaten "Passwort: selbst vergeben"?)

Ich starte den Router neu, versuche das Passwort mehrmals, werde weiter gereicht zur nächsten Kollegin, die beim Reset auch das interne Netzwerk aus schaltet. Jetzt kann ich nicht einmal mehr die Geräte untereinander kommunizieren lassen. Juhu!

Und stellt fest: "Ach, ihr Internet ist ja gar nicht frei geschaltet! "

Mich trifft der Schlag. Ich war wirklich sprachlos. Bekomme zu hören, sie beauftragt das aber sofort. Ich müsste allerdings noch einmal 3-4 Werktage warten, dann wäre es frei. Total aufgelöst erzähle ich ihr die bisherige Geschichte. Sie betüddelt mich und sagt, ich solle sobald es frei geschaltet ist, anrufen und um eine Erstattung (auch für das halbe Jahr wo ich nichts nutzen konnte) bitten.

Das Internet lief nach einer Woche. Wir hatten den 15.01.

Ich vergesse das ganze Drama, und lebe damit.

Nun kam aber ein Berater, den ich zwischenzeitlich bat, meine Rechnungsadresse doch bitte der Anschlussadresse anzugleichen, auf die grandiose Idee, sich für das Namensfeld kreativ zu entfalten. Aus Anna wurde Susanne, und über den Nachnamen reden wir gar nicht erst. Jedenfalls bekam ich keine Rechnungen.

2 Monate nach dem Drame (also jetzt) ist plötzlich mein Internet weg.

Ich rufe bei der Hotline an: "Was ist passiert? "

"Sie haben eine offene Rechnung, bitte bezahlen Sie 30,irgendwas"

Warum? Weil ich keine Rechnungen bekam. Ich habe das zwar schon eher bemerkt, aber durch das ganze Chaos den Überblick verloren, und eine übersehen. Wir haben Mitte April, also hab ich 14 Tage zu spät meine Rechnung noch nicht bezahlt gehabt und man kappt mir das Internet. Gut, Schusseligkeit wird bestraft. Und jetzt der Hammer, wenn ich schon in der Hotline bin "stellen Sie mich doch bitte mal zu der Abteilung weiter, die sich um Rückerstattungen kümmert" Gefragt, getan.

Ich erzähle der Dame, dass ich doch gerne eine Gutschrift für den Zeitraum vom 17. 12. 2015 (der Tag, an dem mein Anschluss angeblich gelegt werden sollte) und dem 15.01.2016 wo das Internet endlich frei geschaltet wurde, hätte.

Sie findet nur Einträge bis zum 07.01.2016

Ich bekomme 20 mickrige Tage gutgeschrieben, nach all dem Ärger. Ich hab die Nase gestrichen voll. Als Kunden hat O2 mich nun endgültig verloren. Sollte aber noch irgendetwas von diesem Verein bei mir auftauchen, das Geld verlangt und/oder Mist baut, suche ich mir ernsthaft einen Anwalt. Ich werde belogen, hingehalten, abgezockt, zahle Mahngebühren da Kundenservice alles verdreht und verpatzt, und werde nicht einmal ansatzweise entschädigt für den Ärger. Eine Erstattung für August 2015 bis Mitte Januar 2016 in irgendeiner - angemessenen! - Form wäre das Mindeste. Aber 20 Tage, also gerade mal 18€ bekommen für den Ärger, das ist ein Scherz.

Bestell-/Kundennummer: DE07885518

Meine Forderung an o2 Telefonica:

Eine angemessene Erstattung für den Ärger wäre das mindeste.

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

Hallo Anna G.,

ich hab eähnliches erlebt, und das bis zum Ende mit denen ausgefochten:
http://de.reclabox.com/beschwerde/110479-telefonica-muenchen-nichterfuellung-dienstleistungsvertrag-gegenstandslose-mahnungen#comment343186

Mein Fazit, wenn O2 nicht vertragsgemäß liefert (was ja auch bei Ihnen mehrfach der fall war) :

- bei Nichterfüllung des Vertrages sachlich und mit Fristsetzung mahnen, danach fristlos kündigen, hier sind beide Male Einschreiben mit Rückschein zu empfehlen
- danach nicht einschüchtern lassen; eigentlich braucht man all die Drohbriefe nicht zu beantworten, hilft eh nix
- Bundesnetzagentur einschalten bringt auch nix, jedenfalls nicht in einem solchen Fall (Leistung nicht erbracht)
- wenn das Schreiben von deren Anwalt kommt, auf die beiden ersten Einschreiben verweisen, sie in Kopie beilegen.

Deren Anwälte wissen, dass sie bei Nichterfüllung des Vertrages und fristloser Kündigung nach angemessener Fristsetzung vor Gericht keine Chance haben.