Mann lag bewusstlos am Boden, Plus-Mitarbeiter halfen nicht

Plus.de
Mülheim an der Ruhr

Ich bin gestern abend noch schnell zum Einkaufen in die Filiale in 51061 Stammheim gegangen.

Da sah ich, dass eine Person am Boden lag, ein Kunde und der Filialleiter waren schon bei dem alten Mann. Ich bin auch hin, um zu helfen. Ein Krankenwagen wurde dann von dem Filialleiter, der offensichtlich total überfordert war mit der Situation, gerufen. Der andere Kunde und ich haben uns dann um den Mann gekümmert (stabile Seitenlage) und meine Jacke unter den Kopf gelegt, damit er nicht im Dreck liegt.

Der Filialleiter war da schon weg und lief im Laden rum, die anderen Mitarbeiter halfen uns auch nicht. Wir waren allein mit dem Mann, eine Mitarbeiterin räumte sogar wieder die Ware ein.

Als es dem Mann immer schlechter ging und er im sterben lag, riefen wir nochmals 112 an, weil etwa schon 10-15 Minuten vergangen waren.

Ich fragte sogar noch andere Kunden, die herum standen, ob einer Wiederbelebung könnte, weil ja kein Mitarbeiter in der Nähe war

Nur der Azubi kam und fragte, ob er helfen könne - echt Respekt.

Der Mann starb dann zwischen den Kühltrühen, der RTW versuchte, ihn wieder zu beleben und das alles vor den Kunden. Der andere Helfer und ich wurden dann noch ziemlich ruppig von dem Leiter weggejagt, obwohl wir geholfen haben und er nicht

Ich war selbst total geschockt, weil ich dem Mann die Hand gehalten hatte als er starb.

Ich frag mich wie man jemandem eine Filiale anvertrauen kann, der nicht weiß, was er zu tun hat, wenn sowas passiert

Das war für uns Kunden ein Horrorerlebnis, was ich nie vergessen werde.

Meine Forderung an Plus:

Schulungen des Personals für Notfälle.

Firmen-Antwort ausstehend seit 16 Jahren, 108 Tagen und 7 Stunden.

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

Ich hoffe zumindest, Sie haben daraus etwas gelernt und machen demnächst einen Erste-Hilfe-Kurs.

Das hätte in jedem anderen Supermarkt oder Geschäft genauso passieren können. Diese Beschwerde PLUS zuzuschreiben, finde ich nicht richtig. Selbst wenn die Mitarbeiter in Erste Hilfe geschult werden sollten, dann heißt das nicht automatisch, dass in so einem Fall geholfen werden kann, denn jeder hat in solch einer Situation Angst, daß er etwas falsch macht. Und was hätte es genützt, wenn noch fünf Mitarbeiter aussen herumgestanden hätten, ohne helfen zu können?
Ich habe Respekt vor jedem Mitbürger, der in solch einer Situation genau weiß, was er zu tun hat, doch davon gibt es leider viel zu wenige. Sie haben sich auch "nur" die stabile Seitenlage zugetraut, was auf jeden Fall richtig war und sicher auch nicht jeder gemacht hätte. Aber an die Herzdruckmassage und die Mund-zu-Mundbeatmung haben Sie sich vermutlich auch nicht herangewagt. Das soll kein Vorwurf sein, aber wenn Sie es nicht können, warum sollten es andere dann können?
Erste Hilfe kann man lernen und sollte man regelmäßig auffrischen, nicht erst, wenn man es mal braucht.

Sie ärmste, das war bestimmt schlimm für Sie, beim Tod des Mannes dabei zu sein.

Dumm darum zu stehen, ist natürlich auch nicht schön, aber so einfach zur Tagesordnung über zu gehen und Regale aufzufüllen, finde ich auch nicht korrekt. Auch wenn der Filialleiter sich nicht in Erste Hilfe auskennt, sollte er versuchen, die Situation in den Griff zu bekommen und ruhig zu bleiben.

Ich kann mich den oberen Kommentatoren nicht anschließen. Kunden in so einer Situation allein zu lassen oder gar Regalpflege zu betreiben, ist zumindest unangemessen. Wundert mich aber auch nicht. Sobald mehrere Personen involviert sind, diffundiert die persönliche Verantwortung. Wäre nur ein Mitarbeiter mit dem betroffenen Kunden allein gewesen, hätte der einzelne Mitarbeiter sicherlich anders reagiert. Auf der anderen Seite gibt es auch gerade für solche Situationen einen Filialchef.

Sind Sie zufälligerweise Autofahrerin? Dann haben Sie für die Führerscheinprüfung doch sicherlich auch einen Erste-Hilfe-Kurs ablegen müssen. Also ist die Frage von einigen doch berechtigt gewesen, warum Sie dort nicht mit Ihren Kenntnissen glänzen konnten.

Hier nun der Firma Plus einen Vorwurf zu machen, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Der Mann hätte auch mitten in der Fußgängerzone, in der U-Bahn oder sonst wo sterben können. Glauben Sie, die Masse Mensch hätte sich dort anders verhalten? Ich nicht!

In jedem Betrieb muss es doch einen sogenannten "Erst-Helfer" geben. Jemand, der sich mit erster Hilfe auskennt. Wo war der denn?
Zudem ist es besser, irgendetwas zu machen, als gar nichts!
Jeder MUSS helfen, kann ansonsten wegen unterlassener Hilfeleistung belangt werden.
Ich würde in so einem Fall Anzeige gegen die Mitarbeiter stellen.

@ReclaBoxler-6673140 Ich wollte Ihren Kommentar als gut bewerten, nur das vereinbart sich nicht mit Ihrem letzen Satz. Hier über Anzeigen zu spekulieren, ist überflüssig. Es wurde geholfen, nicht das wie sollte zur Debatte stehen! An die anderen Leser. Bedenken Sie bei der Wortwahl auch, dass Angehörige des Opfers hier vielleicht mitlesen! Ihnen möchte ich mein Mitgefühl und Beileid aussprechen.

Also ich habe meinen Erste Hilfe Kurs alle 2 Jahre auffrischen müssen, da ich selber im Handel arbeite. Ich kann nur sagen, wenn dieser Notfall wirklich eintreten sollte, werde ich schlichtweg genauso unsicher sein wie andere auch, denn diesen Kurs verinnerlicht man lediglich einige Tage und wenn mans dann nicht mindestens alle 4 Wochen intensiv wiederholt und trainiert, vergisst man das meiste auch schon wieder, zumindest geht es mir so. Mein Kurs ist jetzt 6 Monate her und ich weiß nicht mehr viel und in Stress Situationen habe ich dann zusätzlich auch noch ein Blackout. Stabile Seitenlage krieg ich grad noch hin und prüfen ob der Mann noch atmet und dann Herzmassage ggf auch möglich, aber wenn er noch atmet was soll man dann außer stabiler Seitenlage tun außer den Mann zu beruhigen, wenn er ansprechbar ist. Den Notruf wählen ist auch klar und mehr konnte der Filialleiter doch auch nicht tun. Es ist auch für ihn eine stessige Situation, weil er einfach keinen Fehler machen will-wenn eine Mitarbeiterin dann Regale auffüllt, ist das nur eine Reaktion der Hilflosigkeit, was soll sie sonst tun, herumstehen und zuschauen? Der Laden ist auch noch auf, die Kunden wollen bezahlen, der Betrieb wird nicht automatisch geschlossen, ggf musste der Filialleiter erstmal Rücksprache mit der Zentrale halten. Unser Laden bleibt jedenfalls offen, wenn ein Notfall ist, zumindest dann wenn wir zu dritt sind. Dann würden sich 2 Mitarbeiter um die hilflose Person kümmern und die dritte Kollegin den Betrieb am Laufen halten, ggf den Laden schliessen. Dies fände ich persönlich in so einem Fall auch richtig, damit die Person nicht auch noch von den ganzen Kunden "bestaunt" wird. Aber jeder Betrieb hat in so einem Fall eben andere Anweisungen festgelegt. Ansonsten sollte man den Mitarbeitern nicht immer gleich mangelnde Sensibilität unterstellen, die Mitarbeiterin war vielleicht auch einfach froh, Regale einräumen zu können um aus der Situation zu kommen bzw die Helfer nicht zu behindern, in dem sie nur dumm rumsteht.

Da sich der Beschwerdeführer nicht mehr meldet, wird diese Beschwerde von ReclaBox als gelöst markiert.