Kundenakquise a la TelDaFax oder wie Jungfrau zum Kind kommt

Troisdorf

2008 fand ich über Verivox einen preiswerten Stromanbieter. Der Wechsel zu TelDaFax lief problemlos und ich war rundum zufrieden.

Bis zu dem Tag im Juli 2009, an dem ich in meinem Briefkasten eine Auftragsbestätigung zur Gasversorgung von der TelDaFax Marketing GmbH fand. Sie baten mich die Wechselvollmacht zu unterschreiben, um den reibungslosen Wechsel von meinem alten Versorger zu TelDaFax zu ermöglichen. In dem Schreiben wurde als Lieferadresse nicht meine Anschrift, sondern die eines Namensvetters einige Kilometer entfernt genannt. Also rief ich beim Kundenservice an und erklärte der Frau Axxx, dass es sich um eine Verwechslung handeln muss. Zwar ist meine Kundennummer (3307257) richtig, Vorname, Lieferanschrift und Zählernummer sind aber falsch. Die Dame teilte mir mit, dass ich den Vertrag kündigen müsse. Ich erklärte ihr (ganz geduldig) ich habe nur einen Stromvertrag und einen Gasvertrag den ich kündigen könnte gibt es nicht. Sie möge sich an die Bewohner der Lieferanschrift wenden, dann würde sich bestimmt alles klären.

Anfang Oktober 2009 erreichte mich ein „Herzlich Willkommen Schreiben“ – seit dem 01.10.2009 beziehen Sie das preisgünstige TelDaFax-Gas. Mein monatlicher Abschlag beträgt 281,00 €. In leichter Panik rufe ich meinen Gasversorger an. Hier wird mir bestätigt, dass er mich weiterhin mit Gas beliefert. Ich rufe also wieder die Hotline an. Die Dame am Telefon meldet sich mit TelDaFax, sie nennt mir ihren Namen auch auf Nachfrage nicht, weil sie heute ihren ersten Tag hat. Im Hintergrund souffliert eine Männerstimme. Sie hat nach wenigen Minuten das Problem verstanden und verspricht Abhilfe.

Wenige Tage später sehe ich auf meinem Kontoauszug, dass mir 281,00 € für die Gaslieferung abgebucht wurden. Sofort beauftragte ich meine Bank mit der Rückbuchung.

Beim Kundenservice von TelDaFax teilt mir eine nette Dame mit, es handelt sich offensichtlich um eine Fehlbuchung, sie entschuldigt sich und ruft zurück, sobald sie alles in meinem Sinne geregelt hat.

Am 11.11.2009 erhalte ich eine Mahnung über 286,05 €. „Bitte beachten Sie, dass wir ohne weitere Ankündigung ein Inkassoverfahren einleiten, sofern wir nach Ablauf der genannten Frist keinen Zahlungseingang verzeichnen können. Das Inkassoverfahren verursacht Kosten, die wir in voller Höhe an Sie weiterbelasten werden.“ - IST DAS NICHT DIE OBERFRECHHEIT !?!

Langsam platzt mir der Kragen. Ich freue mich auf den Besuch der Inkassomitarbeiter. Sie werden vielleicht so viel Resthirn besitzen um zu verstehen, dass ein „MEYER“ nicht für alle anderen „MEYER“ der Stadt die Gasrechnung zahlt. Ich rufe nicht mehr beim Kundenservice an, sondern ich kündige nach diesen Aktionen meinen Stromvertrag bei TelDaFax.

Am 25.01.2010 erreicht mich eine Email von TelDaFax. „Wir haben Ihre Gasversorgung bei Ihrem Vorversorger gekündigt und von Ihrem Grundversorger die Zustimmung zur Versorgung Ihres Gas-Zählers mit der Nr. 61110 (ist nicht meine Zählernummer) erhalten… Wir hoffen Ihre Fragen beantwortet zu haben.“ Erneut rufe ich meinen Gasversorger an und lasse mir bestätigen, dass mich TelDaFax nicht mit Gas beliefert. Den Versprechen am TelDaFax-Servicetelefon kann ich nicht mehr trauen, auch wenn Frau Mxxx Fxxx recht nett war. Ich schreibe zur Sicherheit per Mail, dass es sich um den anderen Meyer handelt, der am anderen Ende der Stadt wohnt und identisch mit der Lieferanschrift, wie ich dem Telefonbuch entnehmen konnte.

Am 27.01.2010 erhalte ich erneut einen Mahnbrief über - sage und schreibe - 367,12 €. Es ist mir inzwischen egal. Ich kann nichts dafür, dass die ihren Job nicht beherrschen. Ich warte auf "Inkasso-Moskau".

Heute am 06.03.2010 gelingt es TelDaFax mein Wochenende wieder zu versauen. Die Gesamtforderung beläuft sich nun auf 1.317,16 €. Ich freue mich auf das angedrohte Gerichtsverfahren und hoffe es dauert nicht mehr so lange bis dahin. Der Richter hat Abitur und wird mich verstehen.

Meine Forderung an TelDaFax:

TelDaFax ich habe keine Gasvertrag und durch Euer verhalten auch keinen Stromvertrag mehr mit Euch. Forderungen habe ich (200, 00 € Vorauszahlung) - nicht Ihr.

Antwort auf die Beschwerde vom 06.03.2010
TelDaFax Holding AG i.I.

Abteilung: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

10.03.2010 | 11:01 Uhr

Hallo Klaus Dieter Schröder,

danke für Ihre Rückmeldung. Wir möchten Ihnen gerne unsere Unterstützung anbieten. Bitte wenden Sie sich direkt an unseren Kundenservice unter reklamation@teldafax.de und denken Sie an die Angabe Ihrer Kundennummer.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr TelDaFax Kundenservice

bewerten sie die antwort von TelDaFax Holding AG i.I.

Da rollen sich mir beim Lesen schon die Fußnägel auf. :)
Sicher warten Sie nun fieberhaft auf den Mahnescheid! Ich drücke Ihnen die Daumen - so viel Dummheit muss gerichtlich abgestraft werden!
Viel Glück!

Hallo, ist ja ne tolle Geschichte. Ich glaube, die ist würdig, im Fernsehen gebracht zu werden. Wenden Sie sich doch mal an RTL bzw. ZDF (Wiso). Es gibt bestimmt einige, die das Thema gerne aufgreifen werden. Und sagen Sie mir Bescheid, wenn's gesendet wird. Würde ich mir gerne ansehen. :-)

Sehen Sie mal hier, das wäre doch was http://www.frustless.de/index.php/start/tv-casting.html

Unter diesen Umständen sollten wir uns doch fragen, wie die Jungfrau zu solch behaarten Füßen kommt. Pfui Deibel, igittegittegitt... ;-)

Ich gebe hier vielleicht Kommentare ab, vielleicht sollte ich sonntags doch besser wieder auf den Fußballplatz gehen, auch wenn im Moment keiner spielt.

TelDaFax hat sich endlich bewegt und hat das Mahnverfahren gegen mich gestoppt. Es wurde eine Prüfung der Umstände, die zum diesem Wirrwar führten, zugesagt.

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist noch nicht gelöst.

Nachdem mir vor kurzer Zeit noch Rechnungen für meinen Namensfetter in den Briefkasten flatterten, will man nun gar kein Geld mehr von mir. Selbst die telefonische Nachfrage beim Kundenservice von TelDaFax führte nicht dazu, berechtigte Beträge für meinen Stromliefervertrag zu fordern. Das Kundenverwirrspiel geht also weiter!