Seit Herbst des vergangenen Jahres bin ich Kunde der simyo GmbH und nutze die Zahloption "Prepaid" mit automatischer Guthabenaufladung.
Am 09.02.2011 erhielt ich zu meiner Überraschung ein erstes Schreiben der "REAL" Inkasso GmbH & Co. KG, in welchem ich dazu aufgefordert wurde, eine Gesamtforderung von 67,76 Euro zu begleichen. Der Angelegenheit vorausgegangen war eine durch die automatische Aufladung des Guthabens entstandene Rücklastschrift, welche mir jedoch sträflicherweise entgangen ist. Neben der Hauptforderung von 30 Euro war in dem Schreiben ebenfalls eine Forderung von 20 Euro Mahnkosten aufgeführt, der Restbetrag entfiel auf die durch die Beauftragung der Inkassogesellschaft entstandenen Gebühren. Einen per E-Mail zugesandten Mahnbescheid (als reines Internetunternehmen gibt simyo selbst an nur solche zu verschicken), aus welchem zumindest hätte hervorgegangen sein müssen, welche weiteren Schritte ich im Falle einer nicht einlösbaren Lastschrift hätte unternehmen sollen, habe ich jedoch nie von simyo erhalten. Bei der nicht als preiswert zu bezeichnenden simyo Hotline, welche ich nach dem Erhalt des Inkassoschreibens natürlich sofort kontaktierte, wurde ich im Prinzip nur hingehalten, ohne dass mir letztendlich ein Lösungsvorschlag unterbreitet wurde. Bei einem anschließenden Telefonat mit dem Inkassounternehmen, verwies man mich nach meiner Aussage keine Mahnung bekommen zu haben nur darauf, dass laut Gesetz gar nicht mehr gemahnt werden müsse, sondern Forderungen direkt an ein Inkassounternehmen abgetreten werden können. Entnervt schilderte ich den gesamten Problemsachverhalt daraufhin schließlich noch einmal per E-Mail bei simyo, woraufhin ich einen Tag später eine standardisierte Nachricht mit einem Auszug aus der FAQ von simyo, wie er auch auf der Homepage zu ersehen ist, zugesandt bekam ("Was passiert, wenn ich meine Rechnungen nicht bezahle? " http://www.simyo.de/faq/was-passiert-wenn-ich-meine-rechnungen-nicht-bezahle-1103.html). Durch dieses mir als Kunden entgegengebrachte Verhalten fühlte ich mich nun endgültig vor den Kopf getreten.
Die Beauftragung eines Inkassounternehmens nach angeblich vorausgegangenem Mahnbescheid (oder derer drei) scheint bei simyo ja auch keine singuläre Angelegenheit zu sein, sondern kommt, wie man u. a. Berichten hier entnehmen kann, des öfteren vor (siehe ReclaBox-Beschwerde von Marko P. http://de.reclabox.com/beschwerde/37396-simyo-duesseldorf-simyo-inkasso-ohne-mahnung). Die Beantwortung von Kundenanfragen mittels standardisierter Antwortnachrichten scheint ebenfalls eine nicht nur bei mir bekannte "Serviceleistung" von simyo zu sein. Hier wäre ein wenig mehr Mühe bei der Kundenbetreuung durchaus wünschenswert.
Zwar ist eine nicht ausreichende Kontodeckung auf den Verbraucher, in diesem Falle also mich, zurückzuführen, nicht jedoch die eklatanten und offensichtlichen Mängel bei den Serviceleistungen, was die Benachrichtigungen in solchen Fällen, sowie die weitere Kontaktaufnahme angeht. Es erstaunt schon, dass mehrere Kunden KEINE der laut simyo FAQ versendeten DREI E-Mail Nachrichten erhalten haben. Soll das etwa alles auf falsch selektierende Spamfilter beim Verbraucher zurückzuführen sein, während Werbung über brandheiße Neuheiten und so genannte Exklusivangebote erstaunlicherweise immer ihren Weg durch diese zu finden scheinen? Nicht nur nicht unglaubwürdig, sondern vielmehr unwahrscheinlich.
Falls bei simyo individuelle Kundenbetreuung nicht einmal im Ansatz möglich erscheint und sich in diesem Fall keine zufriedenstellende Lösung erzielen lässt, und der Firma nichts an der Zufriedenheit seiner Kunden liegt, so werde ich schnellstmöglich den Anbieter wechseln.
Meine Forderung an simyo:
Rücknahme der Inkassoforderungen
Antwort auf die Beschwerde vom 06.03.2011
Hallo Florian,
Wenn Du möchtest, hake ich noch mal bei den zuständigen Kollegen nach. Bitte sende mir eine Email mit dem Betreff "Reclabox 06.03.2011" mit Deiner Rufnummer an einfach@simyo.de. Wir schauen uns Deinen Fall noch mal genau an und prüfen, was wir für Dich tun können.
Viele Grüße,
Philipp aus dem simyo Community-Team
kommentare und trackbacks 4
Nachdem man sich bei simyo der Angelegenheit angenommen hat, erhielt ich heute die Nachricht, dass man hier nichts mehr tun könne, da der Fall bereits an ein Inkassounternehmen gegangen ist. Dies war natürlich eine aufregende und äußerst hilfreiche Neuigkeit für mich. Dass die erhobenen Inkassoforderungen aufgrund der nicht versendeten Mahnungen das eigentliche Problem darstellten, war ja auch noch nicht einmal aus der Überschrift meiner Beschwerde hier ersichtlich.
Irgendeiner sollte doch endlich mal einen Anwalt fragen und herausfinden, was man rechtlich gegen diese Strukturen tun kann. Dann hier posten oder einen Anti-simyo-Blog eröffnen.
Viel Glück!
Genau, gaaaanz genau das selbe durch lebe ich gerade, nur dass aus 3,90 € - 170€ wurden! Simyo geht gar nicht!
Ich war auch Kunde bei Simyo. Hatte auch Ärger mit dieser tollen Firma. Ich hatte eine Prepaidkarte (die nie benutzt wurde) und mir wurde trotzdem Geld abgebucht (auf ihrer Webseite stand geschrieben, dass erst Geld abgebucht wird, wenn die Handynummer aktiviert wird. was nie geschah). Zwei Monate später bekam ich eine E-Mail, dass ich eine Flat bestellt hätte. Dies hatte ich nie getan. Hatte Simyo mehrmals angeschrieben, angerufen-> kein Erfolg. Da Simyo weiterhin Geld von meinem Konto (für die Flat) abbuchte, holte ich mir das Geld zurück. Natürlich kam ein Schreiben von RealInkasso. Diese forderte ich auf, dass Simyo, nachdem sich ja niemand bei mir meldete, von meiner Bestellung für die Flat eine Kopie zukommen lassen sollen, da ich mich nicht erinnern kann, diese bestellt zu haben. Da kam doch tatsächlich ne Mail, dass Simyo NICHT nachvollziehen kann, ob ich via Mail, Brief oder telefonisch bestellt hätte. Kurzum, ich ging zum Anwalt und seitdem hörte ich nichts mehr von denen. Toller Laden.
Auf alle Fäalle hab ich dazu gelernt.
Schönes Wochenende an alle (ausser Simyo)