Andere Verbrauchspreise in der Endabrechnung als im Vertrag

Stromio GmbH
Düsseldorf

Mir wurde am 10.01.11 für den Lieferbeginn ab 01.02.11 ein Gesamtarbeitspreis (brutto) von 0,1687 Euro/kWh (bzw. 0,1676 Euro/kWh) zugesichert, mit eingeschränkter Preisgarantie von 12 Monaten. Dies würde einem Gesamtarbeitspreis (netto) von 0,14176 Euro/kWh (bzw. 0,14084 Euro/kWh) entsprechen. Ich erhielt nach der Mitteilung vom 10.01.11 keine weitere Mitteilung von Stromio über veränderte Faktoren bezüglich des Gesamtarbeitspreises.

Der Gesamtarbeitspreis (netto) setzt sich bekanntlich zusammen aus der gesetzlich festgesetzten und seit 01.01.03 unveränderten Stromsteuer (netto) von 0,02050 Euro/kWh und der ebenfalls gesetzlich festgesetzten ab 01.01.11 veränderten und durch Stromio mir am 27.12.10 mitgeteilten EEG-Umlage (netto) von 0,03530 Euro/kWh.

Um auf den Gesamtarbeitspreis (netto) von 0,14176 Euro/kWh (bzw. 0,14084 Euro/kWh) zu kommen, muss der von Stromio festgesetzte Sromverbrauchspreis (netto) also 0,08596 Euro/kWh (bzw. 0,08504Euro/kWh) betragen.

In der Endabrechnung vom 13.04.11 (bzw. vom 14.04.11) für den Zeitraum 01.02.11-31.03.11 wurde der korrekte tatsächliche kWh-Verbrauch abgerechnet, es wurden die korrekten oben genannten Beträge für Stromsteuer (netto) und EEG-Umlage (netto) abgerechnet, ABER: es sollte ein Stromverbraucherpreis (netto) von 0,08596 Euro/kWh (bzw. 0,08504Euro/kWh) abgerechnet werden. Eine Netto-Differenz von 0,013835 Euro/kWh (bzw. 0,01383 Euro/kWh) also.

Ich schrieb Stromio daher am 18.04.11 mit einem Widerspruchsschreiben an, in dem ich mitteilte, dass ich die Abschlussrechnung um diese Differenz multipliziert mit dem tatsächlichem kWh-Verbrauch zuzüglich 19%MWSt kürzen werde. Ich überwies die gekürzten 41,77 Euro (bzw. 6,87 Euro) weniger; ich kürzte also gesamt um 48,64 Euro.

Ich erhielt leider kein Antwortschreiben von Stromio.

Ich erinnerte daraufhin Stromio per Email und hängte eine Kopie meines Widerspruchsschreibens vom 18.04.11 an. Ich erhielt leider nur eine automatische Antwort, dass man sich um die Bearbeitung kümmern werde. Ein Bearbeitungsschreiben von Stromio direkt erhielt ich bis zum heutigem Tage nicht. Stattdessen beauftragte Stromio ein Inkassounternehmen, ohne meinen Widerspruch zu bearbeiten.

Am 09.06.11 (während meiner Urlaubsabwesenheit) erhielt ich vom beauftragtem Inkassounternehmen TeschInkasso ein Forderungsschreiben über gesamt 101,18 Euro (inklusive Mahn- und Bearbeitungsgebühren), welches ich am 29.06.11 (sofort nach meiner Rückkehr vom Urlaub) mit den oben geschilderten Fakten beantwortete und Widerspruch gegen die unberechtigte Forderung einlegte.

Da ich in den darauffolgenden Wochen weder von Stromio noch von TeschInkasso ein Antwortschreiben erhielt, ging ich davon aus, die Angelegenheit sei erledigt, da sie ja offensichtlich logisch unkorrekt ist. Dass mein Schreiben bei TeschInkasso eingegangen ist, habe ich mir auf meine Anfrage hin telefonisch bestätigen lassen.

Am 18.01.12, also fast sieben Monate später (! ) meldete sich TeschInkasso mit einem erneuten Forderungsschreiben wieder. Die einstige unberechtigte Forderung von 101,18 Euro für berechtigt gekürzte 48,64 Euro war durch (unberechtigte) Zinsen, Kontoführungsgebühren und Bearbeitungsgebühren auf stolze aber immer noch unberechtigte 129,35 Euro angewachsen.

Ich habe am 20.01.11 ein erneutes Widerspruchsschreiben an TeschInkasso geschickt, wieder mit detaillierter Ausführung, wie sich die Abschlussrechnung aufgrund des am 10.01.11 von Stromio mitgeteilten Gesamtarbeitspreis (brutto) hätte zusammensetzen müssen mit Hinweis auf mein Widerspruchsschreiben vom 18.04.11 an Stromio. Bin mal gespannt, in wie vielen Monaten (oder gar Jahren?) ich jetzt eine abschließende Antwort bekomme und auf welche Summe die unberechtigte Forderung der Stromio noch ansteigen soll.

Bestell-/Kundennummer: 10259288 und 10259287 (in klammern kursiv geschrieben)

Meine Forderung an Stromio:

Abschluss des Forderungsverfahrens wegen unberechtigter Forderung eines nicht vertraglich bestätigten Stromarbeitspreises

Antwort auf die Beschwerde vom 24.01.2012
Stromio GmbH

Abteilung: Kundenservice

07.02.2012 | 10:30 Uhr

Sehr geehrte Frau Wegewitz,

vielen Dank für Ihren Eintrag.

Ihr Anliegen möchten wir gern persönlich mit Ihnen besprechen und werden Sie noch heute kontaktieren.

Nochmals vielen Dank für Ihre Geduld und entschuldigen Sie bitte die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Freundliche Grüße

Ihr Stromio Kundenservice

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Tja, die altbekannte Varol-Masche - auf Kundenanfragen nicht reagieren und frei erfundene Forderungen per Inkasso eintreiben wollen.

Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie richtig liegen und nicht Stromio, dann sitzen Sie es aus. Allen Schreiben schön widersprechen und irgendwann wird Varol vor Gericht müssen oder auf das Geld verzichten.

Ansonsten hilft sicher auch die neue Schlichtungsstelle. Da zahlt Varol erstmal ein paar Hunderter und dann muss er mit denen kooperieren.

Die Bedingungen für die Abrechnungen werden einem zu Beginn des Vertrags von Stromio bzw. von Verivox und Co. mitgeteilt. Diese sollte man sich unbedingt gut aufbewahren. Wenn Stromio nun andere Preise fordert: Schlichtungsstelle einschalten. Ausserdem eine eigene Abrechnung erstellen und eine Frist für eine korrekte Abrechnung setzen (Fax oder Einschreiben/Rückschein). Bei Nichteinhaltung der Frist den fälligen Betrag per Mahnverfahren einfordern oder per Bank zurückbuchen lassen (geht bis 13 Monate rückwirkend und nicht wie immer verbreitet wird lediglich 6 Wochen). Letztendlich helfen nur harte Bandagen bei Herrn Varol. Dann knickt auch er ein. Zaudern geht immer zu Lasten des Kunden bei diesem Verein.

So, nun habe ich zwei Beschwerden an die Schlichtungsstelle-Energie e. V ( http://www.schlichtungsstelle-energie.de/index.php?id=23) geschickt, je eine für jeden meiner zwei Verträge. Nun wird Stromio vom Ombudsmann angeschrieben und muss lt. Gesetzt drauf reagieren. Das Schöne dran: Für mich kostenlos und für Stromio je Fall 350,Euro. Jawoll, das hat man davon, wenn man mich ärgert und nicht auf meine Verbraucherbescherde nach §111a EnWG reagiert!

Stromio hat sich bis jetzt wie erwartet nicht gemeldet. Mal schauen, ob die Beschwerde bei der Schlichtungsstelle-Energie e. V. mehr Erfolg bringt!

So, heute nun kam Antwort von Stromio:

"Sehr geehrte Frau Wegewitz,
ich habe Ihren Eintrag auf der Reclabox-Beschwerdeplattform zur Kenntnis genommen und bedauere dass Sie Grund zur Beschwerde haben.
Gern habe ich den von Ihnen geschilderten Sachverhalt geprüft. Die von Ihnen beschriebene Differenz bezieht sich auf die staatliche Erhöhung der EEG Umlage2011. Darüber haben wir Sie jeweils mit separater Post informiert. Beide Mitteilungen füge ich Ihnen hier nochmals an.
Aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, habe ich das Inkassoverfahren einstellen lassen.
Weiterhin bestätige ich Ihnen hiermit, dass die Stromio GmbH, aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, in Ihrem Fall, auf die Weitergabe der staatlichen Erhöhung der EEG Umlage verzichtet.
Unter diesem Gesichtspunkt habe ich beide Schlussrechnungen neu erstellt und werde diese mit separater Post versenden.
Ich hoffe, Ihr Anliegen zu Ihrer Zufriedenheit geklärt zu haben und bitte Sie, Ihren Eintrag als gelöst zu kennzeichnen.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Wir sind von Montag bis Freitag von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr und Samstag von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr unter der
Telefonnummer 0180 10 400 20* erreichbar.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Serviceteam
Martina Sperling"

Da das eigentliche Problem nichr erkannt wurde antwortete ich:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist zwar "nett", dass Sie aus Kulanz auf die Weitergabe der EEG-Umlage an mich verzichten wollen, aber dies war nie mein Beschwerdepunkt.
Sie teilten mir am 27.12.10 schriftlich die Weitergabe der EEG-Umlage an mich mit- soweit alles okay und nichts zu beanstanden.
Am 10.01.11, also nach der Mitteilung über die Weitergabe der EEG-Umlage teilten Sie mir erstmalig den Gesamtarbeitspreis/brutto ab Vertragsbeginn 01.02.11 mit. Dieser beinhaltet ja bekanntlich die EEG-Umlage -die mir seit 27.12.10 bekannt war- neben der Stromsteuer, so dass ich mir den reinen Strompreis errechnen konnte.
Dieser aus Ihrer vom 10.01.11 stammenden errechnete reine Strompreis (also ohne EEG-Umlage sowie Stromsteuer) war ein anderer als der auf der Abschlussrechnung- und dagegen richtet sich meine Beschwerde!
EEG-Umlage, Stromsteuer und Grundgebühr waren immer korrekt angegeben und von mir nie bemängelt worden.
Ich weiß, meine Beschwerde war wegen der vielen einzelnen Preisangaben recht komplex zu lesen, aber auch und gerade deshalb sehr präzise und genau. Ein konzentiertes Lesen eines interessierten Sachbearbeiters Ihrerseits hätte die Problematik erkennen können.
Der Sachverhalt hätte sich auch anders dargestellt, wenn mir der Gesamtarbeitspreis/brutto ab 01.02.11 nicht erst am 10.01.11 sondern vor dem 27.12.10 mitgeteilt worden wäre. Ich denke, dies ist der einzige Dreh-und Angelpunkt der Misere.
Dennoch hoffe ich, dass diese leidige Angelegenheit nun abgeschlossen ist und Sie keine weiteren (in meinen Augen unberechtigten) Forderungen stellen werden. Schade nur, dass dies fast 10 Monate dauern musste, bis Sie bzw. Ihr Unternehmen sich gezwungen sah, sich mit dem von Ihnen geschaffenen Problem (wenn auch nur teilweise) zu beschäftigen. I
Ich sehe aus Kulanz davon ab, Ihnen meine Arbeitszeit für diese Angelegenheit in Rechnung zu stellen.
Mit freundlichen Grüßen
Jaqueline Wegewitz"

Mein ReclaBoc-Eintrag bleibt natürlich solange als ungelöst bestehen, bis ich die Abschlussrechnungen habe und aus denen hervorgeht, dass keine Forderungen mehr bestehen und mir auch schriftlich mitgeteilt wird, dass das Vollstreckungsverfahren über TeschInkasso eingestellt ist.

Mittlerweile habe ich zwar von TeschInkasso eine schriftliche Mitteilung erhalten, dass das Vollstreckungsverfahren eingestellt wurde, aber mir fehlen immer noch die von Stromio zugesicherten abgeänderten Abschlussrechnungen, aus denen hervorgeht, dass keine offenen Forderungen mehr gegen mich bestehen, aus denen ein erneutes Mahn- und Vollstreckungsverfahren abgeleitet werden könnte.