Zugausfall + Verspätung - Deutsche Bahn verweigert Schadensersatz

Berlin

Seit 1,5 Jahren versuche ich meinen - aufgrund eines Zugausfalls - entstandenen Schaden von der Deutschen Bahn zurückerstattet zu bekommen.

Am 03.12.2010 wollte ich vom Flughafen Frankfurt nach Manchester fliegen. Für die Fahrt von Karlsruhe zum Flughafen hatte ich mir eine ICE Fahrkarte gekauft. Ich fuhr sehr früh los, um genügend Zeit zur Verfügung zu haben.

In Mannheim musste ich umsteigen. Der Anschlusszug von Mannheim zum Flughafen fiel jedoch aus, sodass ich gezwungen war, auf eine nachfolgende Verbindung zum Frankfurter Flughafen auszuweichen. Doch dieser nachfolgende Zug hatte eine mindestens 35-minütige Verspätung und ich hätte somit meinen Flug verpasst.

Der Mitarbeiter der Deutschen Bahn am Servicepunkt in Mannheim riet mir daraufhin, ein Taxi zu nehmen. Er gab mir ein Formular mit und erklärte mir, ich würde die Kosten erstattet bekommen. Die Fahrt mit dem Taxi kostete mich 110,- Euro. Ich erreichte mit knapper Not den Flieger.

Seitdem versuche ich, die Kosten zurückerstattet zu bekommen. Die Deutsche Bahn lehnte die Erstattung bislang hartnäckig ab und zahlte mir lediglich 11,05 EUR für die nicht genutzte Teilstrecke zwischen Mannheim und Frankfurt Flughafen. Begründung unter anderem: "Da Sie auf der gewünschten Strecke zwischen Mannheim und Frankfurt Flughafen an diesem Tag durchaus hätten befördert werden können, wenn auch zu einer späteren Zeit, scheidet ein solcher Erstattungsanspruch aus."

Diese Aussage betrachte ich ehrlich gesagt als absoluten Hohn. Wenn ich später gefahren wäre, hätte ich das Flugzeug verpasst! Er erscheint mir daher keineswegs als Begründung angebracht.

Es folgte ein umfangreicher Schriftwechsel mit der Deutschen Bahn (DB), dem Eisenbahnbundesamt und der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr. Die Bahn bot mir schließlich einen befristeten Reisegutschein in im Wert von 55,00 EUR an, den ich jedoch ablehnte.

Fakt ist: ich hatte einen Beförderungsvertrag mit der Deutschen Bahn, den diese nicht eingehalten hat und mir entstanden dadurch Kosten. Ich möchte diese Kosten erstattet haben!

Im übrigen existieren genügend belegbare Fälle, wo Reisende mit genau dem gleichen Hintergrund Ihre Taxikosten zurückerstattet bekamen.

Meine Forderung an Deutsche Bahn:

Die Erstattung der Taxikosten (110,00 EUR) abzüglich der bereits erhaltenen 11,05 EUR

Firmen-Antwort ausstehend seit 14 Jahren, 41 Tagen und 22 Stunden.

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Also bitte, wenn Sie mit dem Taxi gefahren wären und dieses Taxi in einen Stau geraten wäre, hätten Sie dann auch Ersatz vom Beförderungsunternehmen für Ihren verpassten Flug erwartet?

Nie auf den letzten Drücker fahren, das gilt gerade bei Zugfahrten. Rechnen Sie immer mindestens so, dass Sie eine komplette Verbindung später nehmen könnten und immer noch ein Zeitpolster hätten und verlassen Sie sich nicht blindlings darauf, dass alles gut geht.

Entschuldigung, aber der Fehler liegt hier eindeutig bei Ihnen.

Nein, das hätte ich nicht. Ein Stau ist etwas anderes.

Und ich hatte ein großes Zeitpolster, ich bin immer lieber zu früh als zu spät da. Wäre die Bahn ordnungsgemäß gefahren, hätte ich genug Zeit übrig gehabt. Aber der Anschlußzug fiel aus und der nachfolgende mögliche Zug hatte eine immense Verspätung - so war einfach alles zu spät geworden! Den nachfolgenden Zug hätte ich sonst gemütlich nehmen können, aber eben leider nicht mehr mit dieser Verspätung.

Wie früh soll man denn Ihrer Meinung nach losfahren, um den Flieger zu bekommen? Am besten einen Tag vorher? Sowas geht leider nicht.

@Cro
erst richtig lesen, dann Schuldzuweisungen aussprechen. Mehr als zwei Verbindungen Puffer braucht man auch bei der DB nicht einplanen. Normalerweise ist das mit dem Taxi auch überhaupt kein Problem.

@BF merkwürdig, dass die Dame am Schalter Ihnen nciht gleich einen Taxigutschein gegeben hat. Wäre es der DB eigentlich lieber gewesen das Umbuchen des Fluges zu bezahlen?

Ich glaube es kommt drauf an WARUM der Zug Verspätung hatte. Wenn Bäume auf die Gleise gefallen sind (wegen Sturm o. Ä.) dann ist es was ganz anderes wie wenn der Lokführer zu langsam die Strecke gefahren ist.

Hat sich die Bahn geäußert warum die an dem Tag Verspätung hatten?

Leider nein, dazu gab es keine Info. Wahrscheinlich war mal wieder das Wetter schuld. oder es war zu früh am Morgen (kurz nach 5 Uhr). oder was auch immer.

Den Flug hätte die Bahn auf gar keinen Fall bezahlt, da bin ich mir sicher. Aber da hing ja noch soviel mehr dran (Termine, Hotel, bereits bezahlte Zugtickets in England etc.), ich hatte ja Gründe, nach Manchester zu fliegen. Der Zug den ich nahm, war der zweite, der morgens fuhr, ich hätte auch die spätere, dritte Verbindung nehmen können, es hätte zeitlich immer noch gut gepaßt.

Tja, vielleicht hätte ich den allerersten um 3 uhr nehmen sollen, um die 1 bis 1,5-stündige Fahrt zum Flughafen abzusichern (Flieger ging gegen 8, ich hatte nur Handgepäck, Bordkarte hatte ich auch schon). Die Schuldfrage liegt meiner Ansicht nach eindeutig bei der Deutschen Bahn. Und die weigern sich, dafür gradezustehen.

@ 2899248

Sind Ihnen die 110 Euro mehr als anderthalb Jahre Stress mit der Bahn überhaupt soviel Wert?

Ich würde die Bahn bestimmt verfluchen aber deswegen graue Haar zu bekommen ist auch nicht so doll.

Nö, graue Haare laß ich mir deswegen nicht wachsen.
Aber ich sehe es einfach nicht ein, unverschuldet für das Versagen eines anderen die Kosten tragen zu müssen.

Und 110 Eu sind für manche Menschen leider ne Menge Geld.

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist noch nicht gelöst

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist noch nicht gelöst