Völlig haltlose Pfänungsandrohung

Vor vier Tagen habe ich einen "netten" Brief der Firma prodefacto Inkasso erhalten, mit der Drohung (ganz fett geschrieben) Erlass des gerichtlichen Mahn- und Vollstreckungsbescheides. Offene Rechnung bei der Firma "intan service plus GmbH & Co. KG, Osnabrück (Objekt: TV-Spielfilm)".

Nun, zuerst möchte ich gar nicht abstreiten, dass diese Forderung berechtigt WAR. Allerdings ist diese Forderung bereits vor 6! Jahren in meine Privatinsolvenz eingeflossen. Hierzu wurde mir im März die Restschuldbefreiung erteilt. Die Forderung also somit hinfällig.

Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass nun solche dubiosen Firmen versuchen, mich erneut negativ auffallen zu lassen, in dem man versucht, einen Mahnbescheid zu beantragen. Ich gehe aber trotz dieses Schreibens davon aus, dass es sich um eine leere Drohung handelt, denn Zitat: "Wir haben uns für Sie bei unserer Auftraggeberin eingesetzt und erreicht, dass Sie eine letzte Zahlungsfrist erhalten."

Ist klar, die haben sich "eingesetzt". Kommt mir doch alles sehr seltsam vor. Selbstverständlich habe ich direkt an die angegebene E-Mail Adresse geschrieben und diese E-Mail auch an meine Rechtsanwältin weiter geleitet.

So wie es sich für mich darstellt, hat man schön gewartet bis meine Privatinsolvenz abgeschlossen war, um dann doch durch die Einschüchterungstaktik noch an Geld zu kommen, was einem rechtlich gar nicht mehr zusteht. Ich denke, so etwas ist absolut unterstes Niveau.

Meine Forderung an Prodefacto Forderungsmanagement:

Löschung der Forderung mit entsprechendem Schreiben!

Firmen-Antwort ausstehend seit 14 Jahren, 40 Tagen und 23 Stunden.

Richtet sich diese Beschwerde gegen Ihr Unternehmen?

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Ruf mal den RTL- Schuldnerberater Peter Zwegat an. Der haut dir raus.

@ ReclaBoxler-7325039

Also mir und meine Olle hat der Peter Zwegat geholfen.

@ Kommentatoren

Ist doch alles okay. Der Beschwerdeführer hat bereits einen Anwalt eingeschaltet. Der wird wissen was zu erledigen ist.

Ich hätte allerdings den günstigeren Weg gewählt und hätte mich bei einem Schuldnerberater beraten.

Die Forderung ist nach sechs Jahren so oder so verjährt

Da macht einer Schulden auf Teufel komm raus, prellt Handwerker, Firmen und ehrliche Leute um ihr Geld und findet es eine bodenlose Frechheit, wenn einer irgendwann mal versucht, doch noch an sein Geld zu kommen.

@RSDanke für diesen Kommentar, nichts anderes ist nämlich SOWAS in meinen Augen. Sich um seine Verpflichtung drücken, für enstandene Verbindlichkeiten aufzukommen.
Die typische "Nach-mir-die-Sintflut"-Klientel.

Piepegal was anderen widerfährt, hauptsache für lau.
Wenn das jeder beiospielsweise bei Handwerkern macht, kann dieser sich gleich anstellen in der Schuldnerschlange.

Tolle Einstellung und obenauf: Tolles Gesetz, das so einen Betr., u. ermöglicht.

@ ReclaBoxler-7325039
Der BF hält es für unterstes Niveau und eine bodenlose Frechheit, dass ein Gläubiger erwartet, dass er seine Schulden bezahlt (und nur darauf bezog sich der Kommentar).
Man kann Ihnen nur von Herzen wünschen, auch einmal Gläubiger eines solchen Schuldners zu sein.

@ ReclaBoxler-7325039
Sie verwechseln da etwas. Es geht nicht um die juristische Beurteilung der Restschuldbefreiung. Das ist hinlänglich bekannt. Die Mühe Ihrer Ausführungen hätten Sie sich ersparen können.
Es geht um die Einstellung des Schuldners zu seinen Gläubigern, die er erst um ihr Geld gebracht hat und die er jetzt im Nachhinein noch beschimpft.
Wenn Sie finden, dass das in Ordnung ist, dann sei es halt so.
-Ende-

So, man beleidigt also den Beschwerdeführer wenn man der Ansicht ist, dass dieses Insolvenzrecht die Aufforderung zum hemmungslosen Schuldenmachen ist.

Wie tief ist diese Gesellschaft doch gesunken.

Sehe ich wie mein Vor-Kommentator:

Selbstverständlich kann jeder unverschuldet in die Situation kommmen, dass er seine Verpflichtungen nicht erfüllen kann.
ABER:
Dann erfülle ich meine Verpflichtungen dann, wenn ich es wieder kann. Schließlich hat mein "Vertragspartner" seinen Teil des Vertrags auch erfüllt!

Das Privatinsolvenzrecht lädt aber geradezu dazu ein, hemmungslos Schulden zu machen und dann Privatinsolvenz zu beantragen.

Moral? Was ist das?

Ich bin wohl etwas altmodisch. Zumindest scheine ich nicht dem Zeitgeist zu entsprechen, was das Verhältnis zu Verantwortung und Moral entspricht. Aber ich werde daran auch nix ändern.

Ich wurde im Jahr 2008 geschieden. Resultat: Schulden.
Ein halbes Jahr später wurde im Zuge der Finanzkrise meine recht neue selbständige Tätigkeit nicht mehr tragbar und löste sich in Wohlgefallen auf. Resultat: Einige Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten.
Zusätzlich rutschte ich als Sebständiger natürlich direkt in den Status Hartz IV.

Habe ich mich deshalb weinend und strampelnd auf den Boden geworfen?
Nein, das habe ich nicht. Selbstverständlich führte meine Lage zu einem Schufa-Eintrag.
Das hielt mich jedoch nicht davon ab, meine Schulden, schließlich habe ich dafür auch eine Gegenleistung erhalten, die VBK´s ratenweise (mal mehr mal weniger, je nach Möglichkeit) abzustottern.
Das finde ich nicht mehr als richtig, fair und ehrlich gegenüber meiner Lieferanten, so wie ich es auch von meinen Kunden erwartet habe.

Nach 2,5 Jahren war ich auch wieder schuldenfrei. Allerdings ohne den Beigeschmack, etwas geschenkt bekommen zu haben.

Klar hätte ich die Möglichkeit gehabt, in Insolvenz zu gehen. Dies widersprecht jedoch meiner Auffassung von Moral und Verantwortungsbewußstein, die mir anerzogen wurde.

Sorry, es gibt immer eine andere Möglichkeit, als dem Gläubiger den "Zonk" zu verleihen, wenn man sich williger Zahler zeigt und mit dem Gläubiger spricht, statt die Rechnungen ungeöffnet dem Altpapier zuzuführen bis es zu spät ist.

"Madamchen" arbeitet selbst.

Von dem Hartz IV-Geld habe ich das meiste davon abgedrückt und mich fast nur noch von Nudeln ernährt.

Soviel dazu.

Ich danke allen, die hierzu Ihren Kommentar und Ihre Meinung abgegeben haben. Teilweise muss ich sogar einzelnen Kommentaren zustimmen.

Es ist sicherlich NICHT in Ordnung, hemmungslos Schulden zu machen, evt. sogar auch kleinere Handwerker, etc. mit in dieses Boot zu holen und dann BEWUSST in ein Privatinsolvenz zu steuern. Pfui!

Aber es gibt Familien, dazu zähle ich mich nun, die wirklich völlig unverschuldet (Krankheit) in diese Situation gekommen sind.
Daher möchte ich dem ein oder anderen Vorredner doch einmal ans Herz legen, sich von ganz, ganz unten an den Haaren selbst aus dem Dreck zu ziehen und 6 Jahre lang wirklich die "Arschbacken zusammen kneifen", dann werden diese Personen feststellen, wie schwer das wirklich ist!

Und dann ist es einfach eine Frechheit, eine solche Forderung, die rechtlich nicht haltbar ist, einfach nach der Insolvenz wieder "aufleben" zu lassen.

Ich habe mich 6 Jahre an Recht und Gesetz gehalten, habe freiwillige Zahlungen geleistet, gerade weil ich ein schlechtes Gewissen hatte und habe.

Aber auch ich verabscheue wie vorher schon gesagt, die Leute, die so etwas extra machen!

Leider habe ich bisher keinerlei Reaktion der Firma Prodefacto erhalten.

Leider hat sich bisher noch niemand bei mir gemeldet. Weder per Post, noch telefonisch. Aber das passt zu dieser Firma, leider.