Variantenreiches Paketeversenken

Mal was Neues: Diesmal hat der gewohnt schlecht ausliefernde Fahrer von DPD eine Nachricht hinterlassen. So konnte ich nachvollziehen, dass er wohl da war, jedoch nicht wann und was weiter mit der Sendung geschehen ist oder soll.

Das unlesbare Gekrickel (mein Nachname und zwei Worte) weckte meine kriminalistische Neugier - hat der gute Mann versucht, das Paket anderweitig loszuwerden? Nur, bei wem? Ich machte mich auf die Wanderschaft (wir wohnen sehr ländlich in einer Streusiedlung) auf der Suche nach einer Person, die vielleicht (!) Müller, Moller oder Woller heißt. Nix gefunden; für die Angabe einer Adresse, und wäre sie auch noch so weit von meinem Wohnort entfernt, wäre ich dankbar gewesen.

Zu anspruchsvoll für den geplagten Zusteller? Schließlich fährt er ja vorwiegend zwischen 11:00 bis 13:00 Uhr und weicht auch niemals davon ab, obwohl er nach drei Jahren gecheckt habe dürfte, dass hier berufstätige Menschen wohnen, die er vielleicht vor 08:00 oder nach 16:00 Uhr erreichen könnte.

Obwohl, da tue ich ihm Unrecht. Er hat sich angewöhnt, die Pakete in der Nachbarschaft zu verteilen, ohne uns eine Benachrichtigung in den Kasten zu werfen. Unsere Nachbarschaft kommt dann nach einigen Tagen (wir erinnern uns: mind. 100m entfernt) zu uns vorbei gestöhnt und stellt uns dann das Paket zu. Oder ruft an, ob wir "das Paket nicht so langsam..."

Aber es geht auch anders! Unsere nächstliegenden Nachbarn, konditionell erstarkt durch lange Wanderschaften mit schweren Gewichten, nehmen nun dem guten Mann die Sendungen nur ab, wenn er auch gefälligst den Adressaten benachrichtigt.

So geschah es in den letzten Wochen, als ich mal nicht zur Arbeit ging, dass der Fahrer mit gewohnter Rasanz rückwärts unsere Zufahrt zum Haus nutzte, um mir eine Benachrichtigung dazulassen.

Mit orientalischem Charme erklärte er, dass er mein Auto gar nicht gesehen hätte und deshalb von vornherein davon ausging, ich wäre nicht da. Mal abgesehen davon, dass niemals ein Auto in der Zufahrt steht, weil sie sonst versperrt wäre, sondern in der Garage und ich mich werktags mit dem Fahrrad fortbewege, ist das ganz schön dreist, so ein Verhalten als Zustellversuch zu werten (der natürlich nie dokumentiert wird). Mein Paket habe ich dann selbst von den Nachbarn rübergeschleppt.

Oder die alte Geschichte von 2010, wo ich ein Paket mit wertvollem Inhalt (Nettop) erwartete und den Internet-Anbieter wüst beschimpfte, bis der mir ein Zustellungsprotokoll mit meiner Unterschrift zusandte, diese allerdings in krakeligen Blockbuchstaben, die verdächtig der sonstigen Krakel meines bevorzugten Zustellers ähneln. Die Strafanzeige verlief nach Vernehmung im Sande, DPD hat sich dazu nicht geäußert, der Verkäufer war gegen solcherart Unbill versichert und sandte Ersatz - mit einem anderen Zustelldienst!

Gutes Stichwort: Andere Zustelldienste funktionieren hervorragend; auch tätigen sie tatsächlich mehrere Zustellversuche und, wenn gar nichts mehr geht, hinterlassen sie eine Nachricht, bei welchem Nachbarn oder Zentraldepot die Sendung in Empfang genommen werden kann. Warum verflucht nicht bei DPD?

Um allen Reclaboxern mein Gejammer künftig zu ersparen, werde ich nur noch bei Händlern bestellen, die OHNE DPD-Beteiligung zustellen. Wenn die Händler sich über ihre Versandarten ausschweigen, fliegen sie eben raus.

Bestell-/Kundennummer: P00091398891N

Meine Forderung an DPD Dynamic Parcel Distribution:

Bittebitte: die neue Adresse meines Pakets

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Antwort auf die Beschwerde vom 29.05.2012
DPD Dynamic Parcel Distribution GmbH & Co. KG

Abteilung: Kommunikation

30.05.2012 | 08:22 Uhr

Sehr geehrter Herr Ernst,

Wir können Ihre Verärgerung nachvollziehen und möchten Ihnen gerne behilflich sein. Wir werden uns daher mit dem Zusteller sowie dem zuständigen Depot in Verbindung setzen. Wir möchten Sie bitten, uns für diesen Zweck die Schilderung des Vorgangs sowie Ihre Kontaktdaten per Email an info (at) dpd.de zukommen zu lassen. Wir werden Ihnen dann sobald wie möglich eine Rückmeldung geben.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr DPD-Team

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Ich wäre schon längst genervt und würde einen anderen Ton anschlagen, umso mehr macht es Spaß ihre FREUNDLICHE Beschwerde zu lesen.

TOP! *I LIKE*

Schöne Beschwerde, mal was anderes, unter all den Comedy-Reklas.

Nur eins stört mich:

"Schließlich fährt er ja vorwiegend zwischen 11:00 bis 13:00 Uhr und weicht auch niemals davon ab, obwohl er nach 3 Jahren gecheckt habe dürfte, dass hier berufstätige Menschen wohnen, die er vielleicht vor 08:00 oder nach 16:00 Uhr erreichen könnte. "

Der Zusteller übt auch seine Arbeit aus, nicht sein Hobby und zwar, wie von seinem Chef bestimmmt: von 11-13 Uhr (zumindest mal in ihrem Gebiet). Den Plan schreibt sich ein Zusteller selten selbst.
Und, wenn er jedem Empfänger nochmal hinterherfährt, wenn es diesem feierabendmäßig passt, wäre er 24h unterwegs.

@ReclaBoxler-4022519:Sie sind aber auch einer von den Blauäugigen, gell?
Es ist dem Zusteller und (haha) seinem Chef, der ihm möglicherweise die Route vorschreibt (wo haben Sie das nur her? ) durchaus möglich, einen versetzten Dienst einzurichten, sagen wir mal, von 10:00 - 18:00 Uhr, dann könnte er die meisten Kunden mit Bürodienstzeiten erreichen, ohne in knirschenden Wechselschichten unterzugehen.
Die Kunden mit der Lieferung zu erreichen, ist nämlich der Sinn eines Paketdienstes. Dienst ist die deutsche Umschreibung für Service, den man aber bei DPD vergeblich sucht (zumindest in meiner Gegend). DPD bietet übrigens 3 (drei! ) Zustellversuche an, zumindest auf dem Papier; mein Zusteller schafft meist noch nicht mal einen (er weiß ja, dass ich nicht zu Hause bin). Wie machen das bloß die anderen Dienste (DHL, GLS, UPS etc.? )

Übrigens bezahlen ich und andere für diesen "Service", der keine Gnade des ach so gestressten Zustellers ist und dafür erwarte ich, dass er mir "hinterherfährt", denn genau das ist sein Job.

Immer nur alles auf den bösen Chef zu schieben, wenn jemand nicht in der Lage ist, seinen Job zu erledigen, zeugt von wenig praktischer Lebenserfahrung und befördert alle die Pappnasen, die uns das Leben manchmal erschweren.

PS: die Sorgen und Nöte anderer Beschwerdeführer, die hier einstellen, als Comedy-Reclas abzutuen, ist auch mächtig überheblich. Es hat mir schon bei einigen Problemen massiv geholfen (siehe TELDAFAX-Pleite), obwohl sich nicht jeder geschliffen ausdrückt. Vielleicht sollten Sie Ihre Karriere als Berufskommentierer überdenken und sich nur produzieren, wenn Sie HILFREICH zur Lösung der Beschwerde beitragen können?

@ Friedhelm Ernst
Sie sollten sich mal den neuesten Walraff-Report über GLS (und bei anderen Paketdiensten ist es nicht besser) ansehen.
Dann werden Sie erkennen, dass Ihr Kommentar "Übrigens bezahlen ich und andere für diesen "Service", der keine Gnade des ach so gestressten Zustellers ist und dafür erwarte ich, dass er mir "hinterherfährt", fehl am Platze ist.

Ich nehme an, DPD arbeitet an dem Problem. Ich habe, wie in der Firmenantwort gewünscht, n o c h m a l den Sachverhalt gemailt, mit dem Scan der "Benachrichtigung".

@Boah:
Ich wünsche sehr wohl Kommentare, aber bitte HILFREICH zur Problemlösung (warum sonst solte ich hier einstellen? Langeweile? ).
Im übrigen hat's geholfen, denn ich habe zumindest eine Reaktion von DPD bekommen.
Suspekt sind mir alle überkritischen und manchmal "witzigen" Kommentierer, die das Problem weder interessiert, noch es erfassen können.
Lob für eine "schöne" Beschwerde ist auch über.
Aber ganz sicher keine Kritik von anonymen (oder sich hinter kryptischen Nicknames verbergenden) "Ich hab zwar keine Ahnung, aber ich sag mal trotzdem irgendwas! "

@ RS:
Ich werde mir den Walraff-Report ansehen, obwohl er nicht das Problem meiner verschwundenen Pakete löst.

Nö, keine Reaktion bis jetzt von DPD, ist ja auch erst zwei Wochen her.

Ich habe so langsam den Verdacht, dass das DPD-Team "Kommunikation" nur mit Textbausteinen hier einstellt, damit in der reclabox-Statistik zeitnahe Reaktionen auf Beschwerden vorgegaukelt werden.
Trotz Steuerung der gewünschten Mail (zweimal) kein Anruf, Hinweis, Mail, oder sonstige Kontaktaufnahme von DPD. Weiß der Geier, wo mein Paket ist.
Die Zeit heilt schließlich alle Wunden.

Nach Durchsicht ähnlicher Beschwerden und meinen Erfahrungen in der Vergangenheit eigentlich auch kein Wunder.

Ich habe alle meine Versender kontaktiert, n i c h t mit DPD zu versenden, sonst kaufe ich woanders.
Irgendwie muss man dem Laden doch beikommen!

So arbeitet DPD: Für die Galerie (dieses Forum) schnell dem Kunden eine freundliche, verständnisvolle Antwort geben, mit der Bitte um Sachverhaltsübermittlung mit genauen Daten (die sie bereits bekommen haben und trotzdem erneut gesteuert wurde) und dann geschieht 6 Wochen lang genau gar nichts, weder eine Kontaktaufnahme oder Sachstandbericht oder sonstwas. Das Paket bleibt wohl für immer verborgen - dafür bin ich DPD los:
Alle meine potentiellen Versender haben schriftlich Mitteilung bekommen, dass ich nicht mehr kaufe, falls mit DPD versendet wird.
Und sie haben umgestellt!
NUR SO GEHT'S!