29.05.2012 | 13:06 Uhr · 509 Views · von Friedhelm Ernst
DPD Dynamic Parcel Distribution GmbH & Co. KG (Aschaffenburg)
Variantenreiches Paketeversenken
Mal was Neues: Diesmal hat der gewohnt schlecht ausliefernde Fahrer von DPD eine Nachricht hinterlassen. So konnte ich nachvollziehen, dass er wohl da war, jedoch nicht wann und was weiter mit der Sendung geschehen ist oder soll.
Das unlesbare Gekrickel (mein Nachname und zwei Worte) weckte meine kriminalistische Neugier - hat der gute Mann versucht, das Paket anderweitig loszuwerden? Nur, bei wem? Ich machte mich auf die Wanderschaft (wir wohnen sehr ländlich in einer Streusiedlung) auf der Suche nach einer Person, die vielleicht (!) Müller, Moller oder Woller heißt. Nix gefunden; für die Angabe einer Adresse, und wäre sie auch noch so weit von meinem Wohnort entfernt, wäre ich dankbar gewesen.
Zu anspruchsvoll für den geplagten Zusteller? Schließlich fährt er ja vorwiegend zwischen 11:00 bis 13:00 Uhr und weicht auch niemals davon ab, obwohl er nach drei Jahren gecheckt habe dürfte, dass hier berufstätige Menschen wohnen, die er vielleicht vor 08:00 oder nach 16:00 Uhr erreichen könnte.
Obwohl, da tue ich ihm Unrecht. Er hat sich angewöhnt, die Pakete in der Nachbarschaft zu verteilen, ohne uns eine Benachrichtigung in den Kasten zu werfen. Unsere Nachbarschaft kommt dann nach einigen Tagen (wir erinnern uns: mind. 100m entfernt) zu uns vorbei gestöhnt und stellt uns dann das Paket zu. Oder ruft an, ob wir "das Paket nicht so langsam..."
Aber es geht auch anders! Unsere nächstliegenden Nachbarn, konditionell erstarkt durch lange Wanderschaften mit schweren Gewichten, nehmen nun dem guten Mann die Sendungen nur ab, wenn er auch gefälligst den Adressaten benachrichtigt.
So geschah es in den letzten Wochen, als ich mal nicht zur Arbeit ging, dass der Fahrer mit gewohnter Rasanz rückwärts unsere Zufahrt zum Haus nutzte, um mir eine Benachrichtigung dazulassen.
Mit orientalischem Charme erklärte er, dass er mein Auto gar nicht gesehen hätte und deshalb von vornherein davon ausging, ich wäre nicht da. Mal abgesehen davon, dass niemals ein Auto in der Zufahrt steht, weil sie sonst versperrt wäre, sondern in der Garage und ich mich werktags mit dem Fahrrad fortbewege, ist das ganz schön dreist, so ein Verhalten als Zustellversuch zu werten (der natürlich nie dokumentiert wird). Mein Paket habe ich dann selbst von den Nachbarn rübergeschleppt.
Oder die alte Geschichte von 2010, wo ich ein Paket mit wertvollem Inhalt (Nettop) erwartete und den Internet-Anbieter wüst beschimpfte, bis der mir ein Zustellungsprotokoll mit meiner Unterschrift zusandte, diese allerdings in krakeligen Blockbuchstaben, die verdächtig der sonstigen Krakel meines bevorzugten Zustellers ähneln. Die Strafanzeige verlief nach Vernehmung im Sande, DPD hat sich dazu nicht geäußert, der Verkäufer war gegen solcherart Unbill versichert und sandte Ersatz - mit einem anderen Zustelldienst!
Gutes Stichwort: Andere Zustelldienste funktionieren hervorragend; auch tätigen sie tatsächlich mehrere Zustellversuche und, wenn gar nichts mehr geht, hinterlassen sie eine Nachricht, bei welchem Nachbarn oder Zentraldepot die Sendung in Empfang genommen werden kann. Warum verflucht nicht bei DPD?
Um allen Reclaboxern mein Gejammer künftig zu ersparen, werde ich nur noch bei Händlern bestellen, die OHNE DPD-Beteiligung zustellen. Wenn die Händler sich über ihre Versandarten ausschweigen, fliegen sie eben raus.
Meine Forderung
Bittebitte: die neue Adresse meines Pakets
Firmenantwort
30.05.2012 | 08:22 Uhr · DPD Dynamic Parcel Distributio...
Sehr geehrter Herr Ernst,
Wir können Ihre Verärgerung nachvollziehen und möchten Ihnen gerne behilflich sein. Wir werden uns daher mit dem Zusteller sowie dem zuständigen Depot in Verbindung setzen. Wir möchten Sie bitten, uns für diesen Zweck die Schilderung des Vorgangs sowie Ihre Kontaktdaten per Email an info (at) dpd.de zukommen zu lassen. Wir werden Ihnen dann sobald wie möglich eine Rückmeldung geben.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr DPD-Team