Ungerechtfertigte Erhöhung um EEG-Umlage + Mahn- u. Inkassogebühr

Stromio GmbH
Düsseldorf

Sehr geehrte Damen und Herren von Stromio und „Tesch-Inkasso“,

nachdem ich nun nach Ablehnung der Forderungen der Firma Stromio in den „Genuß“ der hartnäckigen Mahnmethoden der Firma Tesch-Inkasso gekommen bin, möchte ich diese Methode hier auf Reclabox öffentlich machen.

Am 30. Oktober 2010 habe ich über das Portal "Verivox" einen Stromliefervertrag zum 01.01.2011 mit Stromio abgeschlossen. Stromio war einer der günstigsten Anbieter und verlangte lediglich monatliche Abschlagszahlungen. Als ohnehin schon geschädigter Teldafax-Kunde hatte ich mit monatlichen (nicht jährllichen) Vorauszahlungen eigentlich kein Problem. Stromio hat es aber verstanden, diese Vorauszahlungen erheblich zu hoch anzusetzen.

Stromio hat am 10.11.2010 eine Vertragsbestätigung mit einem Preis von 18,31 ct pro KWh gesandt. Erst am 15.12.2010 wurde die Höhe der monatlichen Abschläge schriftlich genannt, die nicht begründet und unerklärlich hoch waren. Diese Methode von Stromio bekommt man hier in Reclabox in fast jedem Beitrag bestätigt.

Zum Jahresbeginn 2011 war ich Kunde bei Stromio. Mit emails vom 18.12.2010, 07.01.2011 sowie den Einschreiben/Rückschein vom 21.01.2011 und 18.02.2011 habe ich die Höhe der von Stromio willkürlich festgelegten monatlichen Abschlagszahlungen in Höhe von 81,- € bemängelt und um entsprechende Korrektur auf einen Betrag zwischen 60,- und 65,- € gebeten. Auf keine meiner Beschwerden habe ich eine Antwort erhalten.

Am 04.03.2011 hat Stromio zum dritten Mal trotz meiner nachweislichen Beschwerden einen zu hohen Abschlagsbetrag in Höhe von 81,- € abgebucht. Die Lastschrift wurde daraufhin von mir zurückgebucht.

Ich kündigte am 10.03.2011 aus wichtigem Grund den Stromliefervertrag mit Stromio zum 30.04.2011, da die ungenehmigte Vorauszahlung durch Bankeinzug (siehe Pos. 7.4 der AGB) den Betrag von 50 € überschritten hat und trotz vielfacher Mahnung über einen Zeitraum von mehr als 2 Monaten nicht gestoppt bzw. angepasst wurde. Weiterhin entzog ich Stromio die Einzugsermächtigung mit sofortiger Wirkung. Die Kündigung wurde von Stromio am 11.03.2011 schriftlich bestätigt – allerdings mit Wirkung zum 31.12.2011 als „nächstmöglicher Kündigungstermin“!

Am 17.03.2011 erhielt ich eine Mahnung von Stromio inklusive Mahnkosten in Höhe von 5,- €. Stromio droht mir bei ausbleibender Zahlung die Kündigung an (…aber ich hatte doch bereits selbst gekündigt….)!

Am 01.04.2011 schickt Stromio ein E-Mail und informiert mich, daß die seit längerem bekannte Erhöhung der EEG-Umlage doch auf meinen Strompreis aufgeschlagen wurde. Obwohl die Erhöhung der EEG-Umlage mit Wirkung zum 01.01.2011 bereits seit 2009 bekannt war, hat Stromio mir angeblich erst am 16.12.2011 diese Erhöhung schriftlich mitgeteilt.

Ein Schreiben mit dem Ansinnen einer Erhöhung der EEG-Umlage mit Datum 16.12.2010 habe ich jedoch nie erhalten - ich bin lediglich zur Zahlung von 18.31 Ct/kWh vertraglich verpflichtet. Zudem ist eine zusätzliche Berechnung dieser seit langem bekannten Umlage zwei Wochen vor Vertragsbeginn juristisch nicht haltbar- jede Erhöhung muß 6 Wochen im Voraus angekündigt werden. Hätte ich ein solches Schreiben erhalten, so wäre umgehend eine Kündigung meinerseits erfolgt.

Am 03.04.2011 widerspreche ich der Erhöhung des Strompreises schriftlich und verlange eine Schlußrechnung. Da ich Stromio mehrfach schriftlich aufgefordert habe, die zu hohen monatlichen Abschläge zu senken, bin ich nicht bereit die Kosten einer Rücklastschrift und Mahngebühren zu tragen. Die Kosten für die angefallenen Einschreiben in Höhe von 3 x 4,40 € werde ich meinerseits bei der Schlußrechnung geltend machen.

Am 04.05.2011 erhalte ich eine weitere Mahnung von Stromio – dieses Mal zuzüglich 30,- € „Bearbeitungsgebühren“. Schriftlich erhält Stromio am 31.05.2011 meinen Endzählerstand mit der Bitte um Übersendung der Schlußrechnung.

Nach fast einem Jahr – am 22.02.2012 schickt mir Stromio eine „Verbrauchs- und Betragsermittlung Strom“..., aber immer noch keine Schlußrechnung. Diese enthält neben den unbegründeten ursprünglichen Forderungen zusätzliche 53,- € für „Rücklastkosten und Mahnkosten“.

Am 23.02.2012 wiederspreche ich der Rechnung schriftlich. Daraufhin reagiert Stromio mit einer weiteren Mahnung und der Androhung, den Vorgang an ein Inkassobüro zu übergeben. Der Forderung widersprach ich erneut am 02.04.2012.

Am 17.04.2012 erhielt ich Post von „Teschinkasso“, die von Stromio beauftragt worden sind. Mittlerweile will man über 60,- € an Gebühren und Mahnkosten von mir haben. Schriftlicher Widerspruch (Einschreiben-Rückschein) am 26.04.2012.

Nach einem halben Jahr am 09.10.2012 und am 25.10.2012 erhalte ich erneut Schreiben von „Tesch-Inkasso“. Die Gebühren steigen jetzt auf 96,- €. Es wird ganz offen mit „MEHRKOSTEN und UNANNEHMLICHKEITEN“ gedroht.

Ich möchte in diesem Zusammenhang klar feststellen:
- der Vertrag von Stromio definiert einen Preis ohne weitere Erhöhung um eine EEG-Umlage. Eine nachträgliche Erhöhung (2 Wochen vor Lieferbeginn) werte ich als Betrug.


- Die willkürlich hohe Festsetzung der monatlichen Abschläge ist weder in den Vertragsbedingungen- noch in den AGB definiert.
- Die „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ von Stromio stellen eine unangemessene Benachteiligung des Kunden dar, da sie nicht den vom Bundesgerichtshof festgelegten Mindestanforderungen an die Preisanpassungsregeln der Strom GVV erfüllen. Sie sind somit unwirksam. Strompreiserhöhungen, die dem Kunden nur per „individueller Bekanntgabe“ angekündigt werden, genügen danach nicht den gesetzlichen Vorgaben. Siehe hierzu die Urteile (AZ: I-19 U 51/11) und (AZ: I-19 U 122/11) und (AZ: 25 O 247/11)
- Alle Energieunternehmen, die im Internet Strom- und Gaslieferverträge feilbieten und darin von der Grundversorgungsordnung abweichen, müssen sich- sofern sie nicht ebenfalls eine Abmahnung riskieren wollen – von ihren unzulässigen Preisanpassungsklauseln verabschieden.

Sollten die unberechtigten Forderungen von Stromio nun durch eine Klage von „Tesch-Inkasso“ weiterverfolgt werden, so werde ich meine Rechtsschutzversicherung einschalten und eine Beschwerde an die Schlichtungsstelle Energie weiterleiten. Ein Musterurteil in Sachen „Stromio“ und „Tesch-Inkasso“ würde sicherlich bei entsprechender Veröffentlichung für alle weiteren Geschädigten eine große Hilfe sein.

Ich werde die weitere Entwicklung dieser Forderung bis zur endgültigen Klärung mit Stromio und Teschinkasso hier in Reclabox festhalten.

Bestell-/Kundennummer: Vertragskontonr. 1358459 Bestellnr. 10199168

Meine Forderung an Stromio:

Schlußrechnung mit vereinbarten Konditionen; Stopp von Teschinkasso; Storno von Mahn- und Rücklastschriftgebühren.

Antwort auf die Beschwerde vom 13.11.2012
Stromio GmbH

Abteilung: Kundenservice

19.11.2012 | 10:17 Uhr

Sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihren Eintrag.

Wir werden Sie noch heute kontaktieren um Ihr Anliegen mit Ihnen zu klären. Nochmals vielen Dank für Ihre Geduld und entschuldigen Sie bitte die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Freundliche Grüße

Ihre Stromio GmbH

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Bisher keine Antwort erhalten, obwohl der Vorgang hier sehr gut dokumentiert wurde. Werde auch weiterhin die Entwicklung kommentieren.

Ihre Beschreibung der Geschäftspraktiken von Stromio scheint sich wohl bei fast allen Kunden zu wiederholen. Die Strategie scheint die folgende zu sein:

- in den Vergleichsportalen erscheint Stromio vorn, weil die versprochenen Boni berücksichtigt wurden
- Wegen des günstigen Preises schließen Kunden Neuverträge mit Stromio ab
- Stromio erhöht kurz vor Lieferbeginn die Preise um die EEG-Umlagen. Gemäß der AGB von Stromio ist dies erlaubt. Die Zuklässigkeit derartiger Klauseln ist jedoch eine einseitige Benachteiligung der Kunden und nicht zulässig.
- Wenige Tage vor Lieferbeginn werden die Abschläge von Stromio ohne weiter Begründung so hoch angesetzt, daß Stromio immer überzahlt ist. Die Abschläge sind meist sogar noch höher als beim vorherigen (teureren?) Versorger
- Stromio zahlt nach einem Jahr Lieferung sowohl den Bonus- als auch die Überzahlung nicht aus. ist schlichtweg nicht erreichbar.
- Die Kunden scheuen die juristische Weiterverfolgung, um Beträge von weniger als 200 - 300 € einzutreiben und verzichten auf ihre berechtigte Forderung.
- Letztlich hat Stromio auf diese Weise höhere Preise beim Kunden durchgesetzt

Als Stromio-Geschädigter kann ich jeden Neukunden nur warnen - die Preisversprechen werden von Stromio in keinster Weise gehalten - also Vorsicht und Hände weg!

Nachdem ich von Stromio hier in Reclabox eine "Sofort-Antwort" erhalten habe - mit dem Versprechen, die Angelegenheit zu klären - habe ich tatsächlich eine Schlußrechnung zugesandt bekommen.

Diese Schlußrechnung ist nicht zu beanstanden - es wurden die vereinbarten Preise ohne EEG-Erhöhung berechnet und sämtliche Mahn-/Inkassogebühren gestrichen. Ich werde die Rechnung daher bezahlen und hoffe, daß die Angelegenheit hiermit zu einem guten Ende gekommen ist.

Die Beschwerde wurde daher von mir als "gelöst" gekennzeichnet.