Nach "nur" 3,5 Monaten habe ich meine Jahresabrechnung bekommen. Wie der Eingeweihte vermutet hätte, mit reichlich Problemen gespickt.
Da ich meinen Vertrag bis 2012 verlängert habe, gab's beim Bonus kein Problem. Dafür hat man aber meinen am 1.06.2011 im Kundenportal gemeldeten Zählerstand außer acht gelassen (vergessen? gelöscht?) und mir mal eben nach Standardlastprofil 1000 kwh darauf geschlagen. Nach meinen Berechnungen hätte ich nämlich nur 7,70€ nachzuzahlen anstatt geforderte 200,-€. Zwischen drin gab's dann ab 1.3.2011 auch noch eine Tarifänderung von 17,5ct. auf 19,265 ct, von der ich allerdings nichts erfahren, weil nichts bekommen habe.
Auf meinen Widerspruch hat man mir dann einen Emailtext als "Kopie des Originalschreibens" geschickt mit dem Kommentar: "Da wir keine anderslautenden Informationen erhalten haben, gehen wir von einer ordnungsgemäßen Zustellung aus." Wie dreist ist das denn? Wie kann man deren Meinung nach auf etwas reagieren, von dem man nichts weiß? Auf die Idee, prophylaktisch alle zwei Wochen eine Nachricht an Flexstrom zu senden (oder wäre eine Woche besser?), dass ich aktuell kein(e) Schreiben/Mail(s) von ihnen bekommen habe, bin ich vorher einfach nicht gekommen. Natürlich nur mit Aufforderung der Bestätigung, dass sie den Inhalt dieser Mail gelesen und auch verstanden haben.
Meine bis dato immer eingesetzte Kristallkugel war zu der Zeit leider in der Werkstatt und an der Lage der Hühnerknochen in der Abfalltonne, die ich ersatzweise einsetzte, war auch nichts zu erkennen, mit Ausnahme, dass das Huhn seine besten Tage wohl hinter sich hat. Aber wenn das rein rechtlich funktioniert, habe (auch) ich endlich meine eierlegende Wollmilchsau gefunden.
Außerdem: hätte ich das Schreiben erhalten und wäre demzufolge nach ihrer Aussage damit einverstanden, warum sollte ich es denn jetzt erst reklamieren, anstatt sofort (lt. Emailtext) mein zugestandenes Sonderkündigungsrecht in Anspruch zu nehmen? Oder bin ich am Ende nur ein Lügner, Querulant, Demenzkranker, der nicht mal das mehr mitbekommt? Aber vermutlich ist zumindest an letzterem was dran, denn an die Erteilung einer Einzugsermächtigung, mit der sie den Rechnungsbetrag abbuchen wollen, kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.
Ein Tipp von mir: Sofort widerrufen (auch wenn man sie nicht wirklich erteilt hat). Übrigens, die 6-Wochenfrist, innerhalb der ein Rücklastschrift möglich ist, ist Humbug. Man kann auch nach Monaten eine Abbuchung noch "platzen" lassen, allerdings muss man (nach den sechs Wochen) der Bank begründen, warum (wenn ich mich recht entsinne). Oder warum sonst soll der Jahresbetrag überwiesen werden? Genau: Damit man nachträglich nicht mehr rankommt! (Was wären Teldafax-Kunden glücklich gewesen, hätten die doch abgebucht.)
Wie dem auch sei, den Emailtext erkenne ich als "Beweis" einer erfolgten Zustellung definitiv nicht an.
Nachdem ich mich hier durch eine endlos erscheinende Anzahl von Beschwerden bzgl. Flexstrom gekämpft habe, erwarte ich eher, dass die FDP nach dem kommenden Wahlsonntag hier in Berlin den regierenden Bürgermeister stellt als eine zügige Bearbeitung meiner Beschwerde. Und das deprimiert mich wirklich zutiefst (Anm. des Verf.: das mit der zügigen Bearbeitung natürlich :-))
In diesem Sinne
Morituri Te Salutant