Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich war heute mit meiner Tochter (4,5 Jahre alt) im Rossmann in Ditzingen Marktstraße,
Meine Tochter musste ganz dringend auf Klo, ich fragte die Verkäuferin an der Kasse, ob sie eine Toilette haben.
Daraufhin meinte diese, Nein sie dürfte bei Ihnen nicht auf Klo.
Ich musste mit meiner Tochter aus dem Laden in ein Frisur, da durfte sie dann auf Klo.
Ich finde es schon unverschämt, dass nicht mal ein kleines Kind aufs Klo darf und die Frau mich noch anlügt, dass sie gar kein Klo haben. (Mitarbeiter müssten ja auch mal auf Klo)
Es wäre freundlich, wenn sie mir zurück schreiben können.
Mit freundlichen Grüßen
M. Nägele
Meine Forderung an Dirk Rossmann:
Freundlicher Umgang mit Kunden
Antwort auf die Beschwerde vom 16.08.2016
Sehr geerhrte Frau Nägele,
wir bedauern den entstandenen Ärger, teilen Ihnen jedoch mit, dass eine gesetzliche Verpflichtung, unseren Kunden eine Toilette zur Verfügung zu stellen, nicht besteht. Seitens des Gesundheitsamtes dürfen Personaltoiletten von Kunden aus hygienischen Gründen nicht benutzt werden. In absoluten Ausnahmefällen, über die die einzelnen Mitarbeiter frei entscheiden dürfen, gestatten wir die Nutzung, allerdings besteht darauf kein Anspruch.
Da sich die Toiletten in den Personalräumen befinden, die in den meisten Fällen nur durch unsere Lagerräume zu erreichen sind und sich weiterhin dort auch das Büro befindet, muss einer der Angestellten als Begleitung mitgehen und vor der Toilette warten. Neben dem gesundheitlichen Schutz hat auch die Sicherheit unserer Mitarbeiter oberste Priorität. Im Falle eines Überfalls während eines Toilettengangs bestünde beispielsweise kein Versicherungsschutz.
Mit freundlichen Grüßen
ihr Rossmann Kundenservice
kommentare und trackbacks 2
Hallo,
in der heutigen Zeit ist es nun mal so, dass die Mitarbeiter in Einzelhandelsgeschäften ziemlich unter Druck stehen und es auch viele Vorgaben gibt, an die man sich zu halten hat.
So zum Beispiel gibt es auch nur noch wenige Einzehnadelsgeschäfte, die Kunden auf die Mitarbeitertoilette gehen lassen. Die Mitarbeiter verlieren nämlich durch das Begleiten der Kunden zu den Toiletten, je nach dem auch wo es ist, eine Menge Zeit, die sie für das einräumen der Ware verbringen könnten. So kann es passieren, dass während ein Mitarbeiter seine Arbeit kurzzeitig niederlässt, um jemanden auf die Toilette zu gehen, ein anderer Kunde vor einem leeren Regal steht und die gewünschte Ware nicht findet. Der Kunde wird sicherlich nicht 5 Minuten vor dem Regal stehen, bis der Mitarbeiter wiederkommt, sondern geht woanders einkaufen.
Des weiteren werden die meisten Reinigungsarbeiten heutzutage von den Mitarbeiter selbst getätigt. Dass bedeutet, dass die Filiale, Aufenthaltsräume und auch Toiletten selber gewischt werden. Und mal ehrlich, würden Sie gerne Urin fremder Menschen wegwischen wollen?
Entsprechend kann ich es durchaus verstehen. Auch in meinem Ausbildungsbetrieb war es so, dass wir keinen auf die Toilette lassen durften. Auch um interne Informationen an der Pinnwand nicht zugänglich zu machen.
In diesem Sinne.
Ich habe selber viele Jahre einen Drogeriemarkt geleitet und kann Ihnen daher ganz genau sagen, warum wir die Anweisung aus sehr guten Gründen hatten, keine Kunden auf unsere einzige Toilette zu lassen! Zum einen, die Mitarbeitertoilette befindet sich in den Nebenräumen, somit müsste man mit dem Kunden durch die Lagerräume und/oder die Personalräume laufen, sowas ist natürlich aus Sicherheitsgründen nicht möglich, denn Kunden haben aus gutem Grund keinen Zutritt zu den Nebenräumen und sollen auch keine Kenntnisse darüber gewinnen können, was sich darin befindet, wo evt Hintertüren zu finden sind usw.
Oftmals sind Mitarbeiter alleine im Laden bzw müssen das gesamte Geschäft samt Kassenbereich beaufsichtigen. Daher können und dürfen die Verkäufer nicht einfach mit dem Kunden in die Nebenräume laufen und den Kunden die Toilette zeigen, zum anderen auch noch darauf aufpassen, was der Kunde in den Nebenräumen macht. und gleichzeitig den Laden unbeaufsichtigt lassen. Wie soll das gehen?
Ein weiterer Punkt ist die Hygiene. Eine Mitarbeitertoilette ist für die Mitarbeiter da, und nicht für die Kunden. Die Verkäufer müssen die Mitarbeitertoilette in aller Regel selber reinigen, dies geschieht unter der Voraussetzung, dass diese auch nur von wenigen Personen genutzt wird und somit auch relativ einfach und vor allem schnell sauber zu halten ist. Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Kunden die Toiletten oftmals völlig verdreckt hinterlassen, so dass die Verkäufer diese erst einmal reinigen müssen, bevor sie sie selber benutzen können- was aus personaltechnischen Gründen meistens gar nicht möglich ist.
Nur eine Ausnahme machen? Wenn Sie auf die Toilette gelassen werden möchten, dann wollen andere Kunden das auch. Und somit reiht sich dann Ausnahme an Ausnahme und wird schliesslich zur Regel. Wir wurden in unserem Geschäft bspw auch schon mehrfach überfallen, auch nutzen Kunden gerne mal die Toilette als Vorwand, um Waren und persönliche Gegenstände der Mitarbeiter wie Smartphones und Geldbörsen zu entwenden. Dies kommt leider häufig vor und von daher sollte es für jedermann verständlich sein, dass die Verkäufer da auf Nummer sicher gehen wollen und müssen.
Auch Kinder werden da gerne mal als Mittel zum Zweck/ Vorwand benutzt, leider kommt auch das nicht gerade selten vor. Eine Kundentoilette erfordert natürlich auch Kosten, bspw muss diese regelmässig gereinigt werden, was bei den meisten Läden aufgrund der Personalkostenpolitik einfach nicht möglich ist bzw die Unternehmen sich diese Kosten sparen. Somit hat das alles rein gar nichts mit "Unfreundlichkeit" zu tun.