Meine Frau hat über Kleinanzeigen eine Maschine gekauft mit der man seine Frühstücksflocken selbst quetschen kann (Preis: 75 EUR, Neupreis: ca. 140 EUR).
Das Paket war auch nach mehreren Tagen noch nicht zugestellt worden. Mit Hilfe der Sendungsverfolgung konnten wir feststellen, dass es einen erfolglosen Zustellversuch gegeben haben soll. Eine Benachrichtigung befand sich nicht im Briefkasten. Anschließend wurde das Paket ein paar Tage durch Hamburg gefahren. Dann erfolgte angeblich ein zweiter Zustellversuch (erneut ohne Benachrichtigung). Zum Zweitpunkt des 3. Zustellversuchs verbrachten meine Frau und ich den Nachmittag und Abend extra zu Hause und wir warteten auf den Zusteller, der nicht auftauchte. Im System war jedoch hinterlegt, dass es erneut einen Zustellversuch gegeben hat. Zumindest für den letzten Versuch kann ich eindeutig sagen, dass dieser niemals stattgefunden hat und der Mitarbeiter wahrheitswidrige Angaben im System hinterlegt hat.
Wir haben uns dann per Mail bei Hermes beschwert und nach mehrmaliger Bitte um Antwort hat man sich gemeldet und einen weiteren Zustellversuch zugesagt. Dieser erfolgt 14 Tage nachdem das Paket an Hermes übergeben wurde.
Diesmal kam das Paket auch tatsächlich an. Allerdings war an mehreren Stellen der Karton zerrissen und er wies Löcher auf. Da ich bereits schlimmes ahnte habe ich das Öffnen des Pakets mit Fotos dokumentiert. Leider bestätigten sich meine Befürchtungen. Die Flockenquetsche war an mehreren Stellen angeschlagen und das Holz hat Dellen. Darüber hinaus ist der Glasbehälter, der die fertigen Flocken auffängt zu Bruch gegangen.
Daraufhin haben wir uns an Hermes gewendet und um Erstattung des Kaufpreises gebeten. Wir haben alle erforderlichen Informationen und Bilder übermittelt.
Gestern erhielten wir die Antwort, dass der Schaden nicht übernommen wird. Als Begründung wird genannte, dass die Innenverpackung die Ware nicht ausreichend geschützt hat. Es wird auf die AGBs verwiesen, in denen festgehalten wird, dass die Verpackung der Art und Dauer des Versands entsprechend gewählt werden muss.
Aus meiner Sicht muss der Versender nicht von einer Versanddauer von 14 Tagen ausgehen und daher das Paket auch nicht entsprechend sichern. Einen normalen Versand innerhalb von 3-5 Tagen hätte das Paket leicht überstanden. Wenn es aber 14 Tage immer wieder ein und ausgeladen wird, dann wird das Paket natürlich ganz anders beansprucht.
Darüber hinaus kann man dem Karton ansehen, dass massiv Kräfte von außen eingewirkt haben. Das Paket muss also sehr unpfleglich behandelt oder herumgeworfen worden sein.
Ich frage mich wie man bei Hermes überhaupt Ansprüche geltend machen kann. Letztlich kann Hermes immer behaupten, dass eine mangelhafte Innenverpackung zum Schaden geführt hat. Ich, als kleiner Kunde, kann ja schwer das Gegenteil beweisen. Das ist sicherlich Geschäftsmodell bei Hermes um die Erstattungssummen gering zu halten. Allerdings stellt sich dann die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines versicherten Versands, wenn sich Hermes im Schadensfall ohnehin seiner Pflichten entzieht.
Ich finde dieses Vorgehen wirklich sehr schäbig, gerade vor dem Hintergrund, dass die Schuld für die sehr, sehr lange Liferzeit bei Hermes liegt.
Hat jemand hier einen Rat für mich wie ich weiter vorgehen kann? Ist es möglich eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Hermes zu stellen? Oder gibt es eine andere Möglichkeit wie ich an mein Geld kommen kann?
Beste Grüße
Christian Stecher
Meine Forderung an Hermes:
75 EUR
Antwort auf die Beschwerde vom 12.09.2016
Hallo Herr Stecher,
um den Vorgang nochmals zu prüfen, bitten wir Sie, uns per E-Mail mit dem Betreff "ReclaBox ID 125253" zu kontaktieren.
Bitte teilen Sie uns die Auftragsnummer Ihrer Sendung mit.
Vielen Dank!
Herzliche Grüße aus Hamburg,
Ihr Social Service-Team der Hermes Germany GmbH
kommentare und trackbacks 1
Nach langem Hin und Her hat sich Hermes dazu durchgerungen uns aus Kulanz 50€ zu erstatten. Das reduziert meinen Verlust immerhin auf 25€. Aber es bleibt die Frage offen wann man als Privatmann überhaupt die Paketversicherung in Anspruch nehmen kann. Die Anforderungen an die Verpackung sind so hoch, dass diese i. d.R. nur von Profis erfüllt werden können. Auf diese Weise hat Hermes immer eine Hintertür um mitunter berechtigte Ansprüche abzulehnen.