Ausbeutung bei Hermes

Hamburg

Ich, Frank Knott, habe ca. am 15.11.2010 bei der Firma MaWo Transporte als Kleinbote angefangen. Anfangs wurde mir ein Festgehalt von 1.800 € zugesagt, welches auch von der ARGE das erste halbe Jahr gefördert werden sollte.

Ich bekam Samstag nachmittags einen Anruf von Herrn W., ob ich nicht Lust hätte, am folgenden Sonntag für das Depot in Hückelhoven zu arbeiten. Dafür würde ich 30 € Benzinzuschuss und den doppelten Arbeitslohn erhalten. Dass ich kein Auto hatte, wäre kein Problem, ich müsste nur Sorge dafür tragen, dass ich Sonntags früh in Dinslaken sei, für den Rest würde dann gesorgt werden.

Hocherfreut über dieses Angebot sagte ich sofort zu. Ich war selbstverständlich überpünktlich am vereinbarten Treffpunkt und wurde dort von Frau M.abgeholt. Mir wurde ein VW Passat (älteres BJ) übergeben, der allerdings das Problem hatte, dass die Batterie defekt war und er deshalb angeschoben werden musste. Der Wagen durfte, wenn man ihn nicht jedes mal anschieben wollte, nicht ausgemacht werden.

Ich dachte noch, dass der Wagen ja dann innerhalb kürzester Zeit repariert werden würde und ließ ihn dann bei den Kunden während des Auslieferns laufen. Ich lieferte ca. 60 Pakete im Umkreis von Kalka aus, bekam die 30 Euro Benzinzuschuss auf gleich auf die Hand, den Lohn für die ausgelieferten Pakete sollte ich dann mit der Monatsabrechnung erhalten.

Ich habe dann ca. fünf Tage mit dem VW Passat Pakete ausgeliefert, obwohl dieser noch immer nicht repariert wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde ein Großraumfahrer des Herrn W. krank. Ich wurde angewiesen, ab diesem Zeitpunkt die Großraumtour zu übernehmen und mir wurde dafür ein Ford Transit zur Verfügung gestellt. Da ich meine Lebensgefährtin Christina an diesem Tag dabei hatte (sie wollte sich den Job mal ansehen), nahm ich sie mit auf Tour. Eine Großraumtour umfasst 1,5 Gebiete, d. h. 15 Zellen. Ein recht großes Fahrgebiet, wenn man bedenkt, dass ein normaler Hermes – Kleinbote 1-2 Zellen beliefert, zudem sind es nicht die normalen Pakete bis max. 10 kg, sondern Pakete, Koffer, Schränke usw., die bis zu max. 31,5kg wiegen dürfen.

Des weiteren mussten Koffer und auch Pakete bei Kunden termingerecht abgeholt werden, da jeder nicht eingehaltene Termin eine Strafzahlung bedeutet. Zur Bezahlung wurde mir gesagt, ich solle froh sein, diese Chance bekommen zu haben, da ich als Großraumfahrer gut verdienen könne. Ich vertraute dieser Aussage und begann die Arbeit mit vollem Einsatz und voller Freude.

Da meine Lebensgefährtin zu diesem Zeitpunkt ja auch arbeitslos war, haben wir beschlossen, diesen Job gemeinsam zu machen, d. h. sie fuhr und ich lief zu den Kunden, die Pakete zustellen. So haben wir anfangs, d. h. die ersten zwei Wochen ca. 70-100 Großraumpakete zugestellt. Wir bekamen zum Tanken regelmäßig eine Tankkarte von Herrn W. Schließlich fiel auch der andere Großraumfahrer aus, der die naheliegenden anderen 15 Zellen fuhr. (Heute weiß ich, dass es passierte, weil er von der Firma MaWo nicht anständig bezahlt wurde.)

Wir trafen mit Herrn W. eine Vereinbarung, da er ja jetzt in größter Not war ohne seinen zweiten Großraumfahrer. Meine Lebensgefährtin kannte unser erstes Gebiet, sollte dort mit einem „Beifahrer“, den Herr W. zur Verfügung stellte, die bisherige Tour übernehmen und ich fuhr die zweite Tour, auf der der Fahrer fehlte. Meine Lebensgefährtin benötigte einen Beifahrer, da sie unmöglich die großen schweren Pakete tragen kann (aus gesundheitlichen Gründen). Für die Fahrertätigkeit sollte meine Lebensgefährtin pro Std. 6,50€ auf die Hand erhalten. Somit wurden dann beide Gebiete abgedeckt.

Trotz der erschwerten Wetterbedingungen (Eis und Schnee) haben wir diese Aufgabe erfüllt. Wir haben jeden Tag von ca. 8 Uhr morgens bis ca. 22 Uhr abends ausgeliefert. Zusätzlich sonntags und auch an Feiertagen in anderen Depots wie Hückelhoven und Wuppertal ausgeholfen. Als ca. am 15.12.2010 die erste Abrechnung kam, war ich sehr erstaunt und konnte es nicht glauben, dass nur ca. 45 Euro ausgezahlt wurden. Als ich Herrn W. daraufhin zur Rede stellte, sagte er mir, dass ja vom Lohn sowohl das Tankgeld als auch Strafen für zu spät ausgelieferte Sendungen usw. abgezogen wären.

Auf diese Aussage hin kam es zu einem lautstarken Streit zwischen Herrn W. und mir mit dem Ergebnis, dass meine Lebensgefährtin und ich das Depot zu Fuß verlassen haben. Etwa 1 Std. später kam ein Anruf von Herrn B. (Lebensgefährte von Frau K., Tochter des SAT Betreibers). Wir könnten sofort für den SAT Betreiber, d. h. die Fa. Stillert weiterfahren, würden ab sofort anständig bezahlt und die Fa. MaWo müsse das Depot verlassen. Auf diese Aussage hin fuhren wir zurück ins Depot, luden einen Lieferwagen und belieferten wieder 15 Zellen mit Großraumpaketen. Die Fa. MaWo sollte zum nächst möglichen Termin gekündigt werden, das ginge nur im Weihnachtsgeschäft nicht.

Mir wurden 100 Euro in bar in die Hand gedrückt, damit wir die nächsten Tage etwas zu essen hatten. Am 23.12. wurden mir von Herrn W. nochmal 200 Euro in bar übergeben. Nach kurzer Zeit fuhren wir wieder gemeinsam beide Großraumgebiete ab, nun mit einem Transporter, d. h. 30 Zellen im Winter bei Eis und Schnee – es musste nachgeladen werden, es wurde an Heiligabend, an den Weihnachtsfeiertagen und auch an Silvester und Neujahr gearbeitet. Täglich von ca. 8 – 22 Uhr.

Anfang Januar kam die Frage, ob ich abends mit einem LKW 7,5t., den sogenannten Rücklauf fahren wolle, es würde mit 6,50 € bezahlt und wären pro Abend 1-2 Std. Auch dieses Angebot nahmen wir an und kamen dadurch meist erst zwischen 23 und 24 Uhr nach Hause. Zu diesem Zeitpunkt gab es große Problem mit einem Hermes SAT in Essen. Die HLG machte das Angebot, dass pro 65 zugestellte Sendungen 150€ bezahlt werden würden.

Herr B. machte uns für einige Tage frei und so konnten wir das Angebot annehmen und Pakete in Essen zustellen, wo wir täglich bis ca. 200 Pakete zustellten. Nun kam es, da wir durch die Sondertouren natürlich sehr gut verdient hatten, zu der Frage, wie es am besten abgerechnet werden könne, da wenn ich weiter als Angestellter arbeiten würde, natürlich ein großer Teil des schwer verdienten Geldes für Sozialleistungen abgezogen werden würde.

Da wir vor unserer Arbeitslosigkeit selbstständig waren, waren wir auch zu diesem Moment sehr schnell wieder bereit, dass wir rückwirkend zum 1. Januar auch wieder ein Gewerbe auf den Namen meiner Lebensgefährtin anmelden würden. Es war nie die Sprache davon, dass wir Miete für den von uns gefahrenen Lieferwagen zahlen müssten. Es wurde einfach nur ein Vertrag für die Paketzustellung unterschrieben. Unsere Rechnung für Januar und Februar wurde bezahlt, ohne größere Abzüge, alles lief zu aller Zufriedenheit.

Ab März fuhren wir eine neue Großraumtour, wie gewohnt 15 Zellen, und in regelmäßigen Abständen fuhren wir auch abends den Rücklauf. Die März Abrechnung wurde von der Fa. S. gemindert, auf meine Anfrage wieso wurde uns mitgeteilt, dass wir den Lieferwagen in Mietkauf übernehmen müssten und ab nächsten oder übernächstem Monat den vollen Mietkaufpreis, der inkl. der Versicherung und KFZ Steuer ca. 750 € betrage, uns dieser Betrag abgezogen werden würde. Davon war bis zu diesem Zeitpunkt nie ein Wort gesprochen worden, es stand auch nichts in dem vereinbarten Vertrag zwischen uns und der Fa. Stillert.

Bei einem durchschnittlichen von uns gestellten Rechnungsbetrag von ca. 2100€/Monat wäre es nicht möglich gewesen, die Bezinkosten von ca. 600 € + noch den genannten Betrag für einen Mietkauf zu tragen und dann noch leben zu können. Herr B. machte mir daraufhin den Vorschlag, dass ich morgens mit dem LKW die Ware für den SAT Duisburg in Oberhausen holen könne. Diese Arbeitsstunden brachten 8€/Std. zzgl. Steuer – auf den Monat gerechnet waren das zwischen 700 – 900€ dazu.

Damit begann die tägliche Arbeitszeit um 3.30Uhr und das LKW fahren ging bis ca. 8.30 Uhr – danach begann die normale Liefertour. Nach Absprachen wurde uns für den Mietkauf des Ivecos zugesagt, dass wir in den nächsten Tagen einen Vertrag erhalten würden mit dem Inhalt, dass uns der Iveco nach ca. 16 Monaten gehören würde. Ein paar Tage später jedoch wurde uns von Fr. K. (Tochter des SAT Betreibers) mitgeteilt, dass die bisherigen, mit Herrn B. mündlich vereinbarten Absprachen, nichtig seien, da ihr Vater wohl demnächst sterben würde.

Sie selbst wolle das Erbe ausschlagen, da wohl die Fa. Stillert reichlich überschuldet sei und die Transporter wohl noch der Bank gehören würden. Sie wollte ab dem 1.7.2011 die Firma unverschuldet neu gründen. Sie sagte uns, wir müssten uns keine Sorgen machen, sie würde dafür sorgen, dass wir von Hermes einen VW Crafter Transporter mieten könnten, der mtl. auch nicht mehr Kosten verursachen würde als der angebotene Iveco, allerdings hätten wir in dem Moment den Vorteil das Reparaturen, Reifen etc. nicht mehr von uns, sondern von Hermes bezahlt werden würden. Auch damit wären wir einverstanden gewesen.

Herr Stillert verstarb früher als erwartet. Uns wurde mitgeteilt, wir sollen uns keine Sorgen machen, es würde alles geregelt werden, es könne wohl sein, dass wir für einen Tag aus der Halle müssten, dass auch evtl. ein Insolvenzverwalter durch die Hallen laufen würde, aber es sei alles nicht so schlimm, Frau K. würde das schon regeln.

Die neuen Autos könnten jeden Tag kommen, es könnte lediglich passieren, dass die Autos über Nacht schnell getauscht werden müssten. Es lief also weiter, wir fuhren täglich erst LKW und dann die normale Tour, weil wir uns auf die Worte verließen. Bis zum frühen Abend des 25.05.2011.

Es kam ein Anruf von Herrn B., der uns mitteilte, dass wir nicht weiter morgens LKW fahren sollten, da wir angeblich zu langsam seien. Nachdem wir ihm sagten, es sei ein Vorwand (da wir ca. 42 min. benötigen, für einen Umlauf d. h. LKW beladen, Fahrt nach Duisburg, LKW entladen, Leergut aufladen, Fahrt zurück Oberhausen), wir seien nicht zu langsam, erklärte er uns, er würde sich da auf keine Diskussion einlassen, wenn wir wollten, könnten wir ja wieder mal abends Rücklauf fahren. (Der Verdienst ist nicht vergleichbar zu dem Verdienst, den man morgens hat.)

Das war der Punkt, an dem wir beschlossen, dem ganzen „Witz“ ein Ende zu setzen. Wir kündigten den Vertrag mit der Fa. Stillert (dessen Eigentümer ja verstorben ist) sowohl schriftlich per E-Mail bei der uns angegebenen Email Adresse als auch telefonisch bei Herrn B. Er teilte uns daraufhin mit, dass wir kein Geld mehr zu erwarten hätten, da wir angeblich vertragsbrüchig seien, im Gegenteil, er wolle uns auf Regressforderungen verklagen etc. (Lustig, Firmeninhaber verstorben, Firma demnach nicht mehr existent – Vertrag somit nicht mehr vorhanden – wie kann ich von jemandem verklagt werden, der doch eigentlich arbeitslos ist und mit der Firma nichts zu tun hat?)

Im Nachhinein ist für uns ein bitterer Nachgeschmack geblieben – wir verstehen viel besser, warum so viele einen schlechten Eindruck von Hermes haben, wir überlegen, wieso wir diese ganze Phrase so lange mitgemacht haben – 14-16 Std. Tage, sieben Tage Arbeit pro Woche, um sich ausbeuten zu lassen und einen Verdienst zu haben, der nicht höher liegt als der Sozialhilfesatz eines Paares.

Das bedeutetet für uns, dass wir den letzten Monat für nichts gearbeitet haben, im Gegenteil, ja, die Dieselkosten vorfinanziert haben. Die Firma S. existiert mittlerweile nicht mehr, im Depot sitzt weiter Frau K., die Tochter des ehemaligen, jetzt toten Sat Betreibers als Chefin Hermes. Es ist von mir über den Ombudsmann unterrichtet worden - der von der Niederlassung in Oberhausen für den Sat Betrieb zuständige Herr H. sich bei uns gemeldet und hat uns mitgeteilt, dass er dagegen nichts machen kann und dass wir wohl unser Geld abschreiben können.

Meine Forderung an Hermes Logistik Gruppe Deutschland:

Ende der Ausbeutung bei Hermes

Antwort auf die Beschwerde vom 18.08.2011
Hermes Germany GmbH

Abteilung: Kundenservice

19.08.2011 | 08:58 Uhr

Hallo Herr Knott,

Ihre Geschichte ist uns bekannt und wird in unserem Hause bearbeitet.

Wir werden uns zeitnah bei Ihnen melden.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Hermes Kundenservice

bewerten sie die antwort von Hermes Germany GmbH

Ich habe die ReclaBox-Rückfrage nach dem Status der Beschwerde wie folgt beantwortet:

Beschwerde ist noch nicht gelöst.

Ich habe mir den Bericht mal durchgelesen und weiß jetzt, warum auch bei uns ständig neue HERMES-Fahrer zustellen.
Ohne einen Zusammenschluss aller Fahrer wird sich aber vermutlich nichts ändern.

Ist ja schön, dass mein Fall bei Hermes bekannt ist!
Herr Künzel von der Niederlassung Oberhausen hat sich ja gemeldet und mir ja mitgeteilt, dass er nichts machen kann - da er ja der Frau Kowalski nicht vorschreiben kann, was sie mit Ihrem Geld macht.

Der Kontakt zu Monitor ist seit dem 30.05.2011 da. :) Meine Hermes "Geschichte " liegt der Redaktion von Monitor als eidesstattliche Versicherung vor - die besondere Aufmerksamkeit von Frau Wagener auf das Sat Depot Duisburg geht letztlich auch auf meine "Geschichte" zurück. Aus diesem Grund gehe ich jetzt erst nach der Reportage an die Öffentlichkeit.

Die Mitteilung von Hermes finde ich recht niedlich und dient hier, so denke ich, nur um Zeit zu gewinnen (würde mich ja gerne vom Gegenteil überzeugen lassen). Mit der Hoffnung, dass Gras über die Sache wägst. Mein Fall ist der HLG seit ca. drei Monaten bekannt. Mit der Äußerung des für den SAT Betrieb zuständigen in der Hermes Niederlassung Oberhausen Herrn K.: "da er ja der Frau K. nicht vorschreiben kann, was sie mit Ihrem Geld macht", hat er sich in meinen Augen völlig disqualifiziert. Er selber hat sehr guten Kontakt zu Frau K., ist mindestens ein Mal pro Woche selber im Sat Betrieb in Duisburg. Ich denke, ist meine subjektive Wahrnehmung. hier gilt der Satz: "eine Krähe hakt der anderen kein Auge raus". Was mich immer noch am meisten aufregt, noch mehr als das Geld, was meine Lebensgefährtin bzw. ich verloren haben (ca. 500 € für LKW fahren ca. 1300 € für Paketzustellungen und zwei mal 350 € unberechtigt einbehaltener Miete für den Transporter, da das niemals vertraglich vereinbart war), ist die Tatsache, dass meine Lebensgefährtin und ich den Job gerne und gut gemacht haben.

Mit den Medien ist das so eine Sache. Wie schon in einem vorherigen Beitrag berichtet, ist mein Bericht Monitor bekannt und liegt da vor. Ich habe mehrfach mit Frau W. von der Redaktion Monitor telefoniert und da so, hoffe ich, meinen Teil zur Reportage beigetragen.
Was die anderen Medien betrifft, habe ich unter anderem "Bild" angeschrieben, sowie "RTL AKTE" usw. Die haben kein Interesse! Ich denke, ist wieder mal nur ein Verdacht meinerseits, das könnte damit zusammen hängen, dass Hermes bzw. der OTTO Konzern ein zu guter Werbekunde ist.

Sehr geehrter Herr Knott,

zu Ihrer Geschichte fällt mir im ersten, zweiten und dritten Moment nur eines ein: Jeden Tag steht ein Dummer auf und einer, der den Dummen ausnutzt.

Ein Festgehalt von 1800 € für einen Botenfahrer. Klasse. Es gibt wohl nur keinen Sat-Betreiber, der dies zahlen kann, ohne letztendlich Pleite zu machen.
Genauso 6,50 € pro Stunde auf die Hand. Dazu noch einen, der die Arbeit macht und logischerweise auch noch den vollen Lohn will. Wie naiv darf ein Mensch sein?

Mit Ihren genannten 70 - 100 Paketen pro Tag gebe ich Ihnen in einem Punkt Recht: Ich könnte davon auch nicht leben. Geht nicht. Um vernünftig leben zu können, sind 150 Sendungen der Leistungsklasse 100 bis 113 Pflicht. Was darüber hinausgeht, ist dann die Kür. Und für diese Sendungsmenge sollten Sie auch nicht mehr Zeit benötigen, als ein normaler Arbeitstag Stunden hat (max. 7 - 8 Stunden).
Spätestens wenn Sie bis 22 Uhr zustellen, sollte Ihnen hier schon der Gedanke kommen, dass Sie für diese Arbeit evtl. nicht geeignet sind. Davon abgesehen, dass die HLG eine Zustellung nach 21 Uhr normalerweise nicht toleriert. Von der Sonntagsarbeit erzähle ich Ihnen besser nicht, was Hermes davon hält. Die rechtlichen Bestimmungen hierzu sollten als volljährige Person auch kennen.

In dieser Branche gelten Sie als Berufsfahrer, d. h. Sie unterliegen, wie andere Berufsfahrer auch, der Lenk- und Ruhezeitenregelung. Ich hätte mir an Ihrer Stelle vorher überlegt, in wie weit ich meine Arbeitszeiten, in einem Medium wie hier, veröffentliche. Es soll in Deutschland wohl Behörden geben, die sich für so etwas stark interessieren.

Der Beruf als Paketschubser ist ein Knochenjob. Keine Frage. Mir macht er nach nunmehr über zehn Jahren immer noch Spaß. Korrekter Chef - korrekte Abrechnung - nette Kunden. Das passt.

Zum Schluss noch ein Satz zu unseren Freunden von DHL oder auch UPS: Die Jungs sind richtig gut bezahlt. Fragen Sie doch mal bei Gelegenheit nach, was die dafür leisten müssen, sprich mit wie vielen Sendungen (bei UPS muss man auch noch die Abholer dazurechnen), die auf Tour gehen. Wenn dieser Maßstab bei Hermes angelegt werden würde, hätte Hermes wohl viele Fahrer weniger.

Hermes war und ist ein Haifischbecken - stimmt, aber manche Mitarbeiter hat auch Hermes irgendwie nicht verdient.

Sorry, wenn meine Meinung nicht zum aktuellen passt, dafür ist sie ehrlich gemeint.

MfG
Von einem Hermes-Paketschubser, der von seiner Arbeit immer noch leben kann.

@ ReclaBoxler-2447143

Die Angaben, die sie hier machen, mögen wohl für einen Fahrer gelten, der seit Jahren in einem und demselben Gebiet fährt (dazu wohl nur 1-2 Zellen - Kleinbotentour) und die Tour in und auswendig kennt, da kann ich 150 Pakete ohne Probleme auch in weniger als 7-8 Stunden ausfahren. Die Angaben, dass durchschnittlich 30Pakete/Stunde für Kleinboten auslieferbar sind, kennen wir auch und stimmen damit überein. Dies ist NICHT machbar, wenn man nagelneu ohne Ortskenntnisse auf Tour geschickt wird, dazu Großbotenpakete fährt, d. h. nicht 1-2 Zellen, sondern 15 Zellen und eben ständig wechselnde Gebiete bekommt, so dass gar nicht die Chance besteht, ein Gebiet soweit kennen zu lernen, dass die Zustellung schneller machbar ist. Davon ab war die Lieferung bis teilweise 22 Uhr im Wintergeschäft bei Eis/Schnee und wenn sie Fahrer sind, kennen sie die Verhältnisse, die gerade diesen Winter auf der Straße geherrscht haben. Zu den Sonntagslieferungen: Es wurde aufgerufen, dass Fahrer "leihweise" an Sats/Depots geschickt werden sollen, weil diese einfach das Pensum nicht mehr bewältigen konnten aufgrund Fahrer, die nicht mehr arbeiten wollten (aus welchen Gründen auch immer).
zu Lenk-/Ruhezeiten - wir haben zu zweit auf einem Wagen gearbeitet, konnten dadurch abwechseln und die Lenk-/Ruhezeiten einhalten. ;)

Abschließend: zum Festgehalt von 1800€ - es wurde genauso im Vertrag festgelegt und dementsprechend auch von der ARGE gefördert, wieso soll ein Mensch (der keinerlei Vorkenntnisse in solchen Machenschaften hat) nicht an einen Vertrag glauben, der ihm in die Hand gedrückt wird?

Durchschnittswerte pro STD: Kataloge ca. 40-50 Sendungen
Kleinboten ca. 30 Sendungen
Großboten ca. 15 Sendungen

Und bevor auch noch dieser Einwand kommt: Fahrerkarte für LKW ist vorhanden. :)

ReclaBoxler-2447143

Ja stimmt Hermes hätte sicher weniger Probleme, wenn die Fahrer für Sie alle geeignet für den Job wären, allerdings steht diese Frage für Selbständige garnicht zur Debatte.

Wenn ich als Grosstourenfahrer mit grossem Fahrzeug fahre, dann dürfte eine Leistung von 70 bis 100 Sendungen wohl ein guter Durchschnitt sein. Mit Botentätigkeit kann und darf das garnicht verglichen werden, denn mal abgesehen von den Entfernungen zu den Stops, die wesentlich grösser sind, verbirgt sich auch in der Zustellung ein wesentlich höherer Zeitaufwand.

Es ist nicht fair diese beiden Touren (Bote und Grosstour) miteinander zu vergleichen und hier geht es wohl auch eher um nicht eingehaltene Zahlungen und Versprechungen, nicht um den Vorwurf, das sie zu wenig verdient oder zuviel gearbeitet haben.

Als Selbständige haben Satbetreiber nur für die Leistung zu zahlen die die Selbständigen nachweislich ausgeliefert haben. Welche Aussagen unter den beiden mündlich gemacht wurden können wir nicht nachhalten und somit auch kein Urteil darüber bilden.

Die Hermes Logistik Gruppe trifft hier tatsächlich keine Schuld und sollte damit auch nicht verurteilt werden. Aber so wie ich die Hermes Logistik Gruppe kennen gelernt habe, wird sie zumindest nach Ihrem Beitrag hier schnellstmöglich reagieren und konsequenzen daraus ziehen.

Auch wir sind Geschädigte aus einer Satbetreiber insolvenz. Haben 7 Wochen arbeit nicht bezahlt bekommen. Das ist bitter aber niemand sollte den Fehler machen und den schuldigen hierfür nur in einem Konzern suchen, der lediglich arbeit abgegeben hat.

Das System der Hermes Logist ist als solches eigentlich gut. Ich denke aber auch, das die Entlohnung der Satbetreiber schon recht gering gehalten ist.

Viele Selbständige, die zu Satbetreibern werden erhoffen sich das grosse Geld. Sehen Zahlen aus Statistiken der letzten Monate und glauben, das sie das grosse Los gezogen haben. Viele überschätzen die Kosten, die tatsächlich dahinter stecken, lehnen sich entspannt zurück und delegieren alles über Mitarbeiter und merken erst viel später, wie es wirtschaftlich wirklich ist, wenn sie aus den Schulden nicht mehr raus kommen.

Was soll die Hermes Truppe denn da dann machen? Lieber Herr Knott glaube mir, spätestens nach diesem Beitrag hier wird die Hermes Logistik Gruppe wie geschrieben handeln und ich hoffe sehr, das Sie so zumindest zu Ihren ausgebliebenen Zahlungen kommen

Nur damit keine Missverständnisse auftreten. Ich glaube, dass die Vergütung für die einzelnen Sendungen an den Satbetreiber wenn überhaupt nur dann ausreichen kann, wenn keine Ausfälle von Mitarbeitern zu beklagen sind. Alle Festangestellten mindestens 100 Pakete am Tag verteilt bekommt und alle Autos immer heile bleiben. Dann kann es vielleicht klappen, aber auch nur vielleicht.

Ausfälle kann man sich ebenso wenig leisten, wie nicht selbst zu verteilen.

@ Sandra Karl
Danke für ihre Zeilen, Sie haben natürlich vollkommen recht, dass die von uns beförderten Anzahl der Sendungen im Durchschnitt sind zumal ja auch z.B. Kofferabholungen usw. dazukommen, was recht zeitaufwendig ist.
Weiter haben Sie recht, es geht mir nicht um zu viel Arbeit - Arbeit hat mir noch nie was ausgemacht, im Gegenteil.
Sicher haben Sie Recht, dass wir ja für den Sat Betreiber gearbeitet haben und Hermes nichts für die "Inkorrektheit" von diesem kann.

Sorry, da widerspreche ich ihnen entschieden! Der für den Sat Betrieb zuständige Herr von der Niederlassung Oberhausen Herr K. hat meine Probleme mit der Firma MAWO. meinen ersten "Hermes" Arbeitgeber recht nah mitbekommen, wurde von mir in mehren Gesprächen von allen Einzelheiten unterrichtet, das war Mitte Dezember 2010.
Mein Bericht wurde vor ca. drei Monaten von mir an den Ombudsmann der Hermes Gruppe gesendet, der mich darauf angeschrieben hat, ob er die Geschichte so an die Hermes Zentrale weiterreichen darf. Durfte er natürlich!
Herr K. hat sich ja drauf hin bei mir gemeldet und mir gesagt, er könne mir, was das Geld, was wir noch zu bekommen hätten, angeht, nicht helfen, weil er ja der Frau K. keine Vorschriften machen kann.
Und trotzdem obwohl Frau K. ja eindeutig gegen das, ja so schön zu lesen, neue Regelwerk verstößt, ist immer noch in Ihrem Sat und macht genau so weiter wie vorher auch.
Ob wir jemals unser Geld bekommen? Wenn ich ehrlich bin, glaube ich da nicht mehr so wirklich dran, werde aber dafür kämpfen!

Ja, ich weiß, dass die Niederlassungsleiter und TUs gern weh sehen, aber ehrlich gesagt, wundert es mich, dass die oberen nicht reagiert haben, wenn sie diese informiert haben.

Aber ich denke, dass dieses nun ganz schnell nachgeholt wird, denn wenn jetzt nicht maßgeblich etwas gegen den schlechten Ruf gemacht wird, wars das wohl.

Es gibt Situationen, in denen ist Hermes machtlos und viele gravierende Fehler laufen oft eher über den Sub. Zumindest sieht es so aus. Egal wo nun die Fehler wirklich liegen, der Bericht wird in aller Köpfe bleiben, dank der miserablen Qualität, die die Sats im Moment betreiben und die einzige Chance wäre nun wohl, schnellstmöglich auch mal positive Dinge rüber zu bringen, denn die Hermes Logistik hat nicht erst seit dem Bericht Probleme, neue und vor allem gute Boten zu bekommen.

Ich hoffe, dass es Ihre Chance ist, denn so hoch scheint Ihre Forderung ja gar nicht zu sein, und wenn ich das richtig verstanden habe, hätten Sie ja ohne diese Vorfälle nicht mal mit Ihrer Tätigkeit für den Sat aufgehört.

Wer weiß, was passiert, ich drück Ihnen die Daumen.

@Sandra Karl
Natürlich hätten wir unter normalen Umständen nicht aufgehört. Im Gegenteil, meine Lebensgefährtin genau wie ich haben bei Hermes unsere berufliche Zukunft gesehen. Gerade die Springertouren für andere Sats bzw. Niederlassungen haben uns besondere Freude gemacht (dass die gut bezahlt wurden, tat ein übriges). Fragen Sie mal den in der Niederlassung Oberhausen zuständigen Herrn (Name ist mir entfallen), der für die Sondertouren im Januar und Februar nach Essen und Gelsenkirchen zuständig war, nach den Knotts. :) Das ist ja genau der Punkt, der mich so sauer macht - wären wir irgendwelche Schlaftabletten gewesen, ok, aber so.

Siehst du, genau das meine ich. Hermes wäre schön dumm, wenn sie nicht reagieren würden, denn neben dem schlechten Ruf, der zur Zeit große Runde macht, haben sie durch ihr Geschäftsgebaren gute Zusteller verloren.

Das arbeitende Volk macht in vielen Städten einen großen Bogen um alles, was mit der Hermes Tätigkeit zu tun hat, da vielen die Strategien von den Sats und deren Zahlungsmoral bekannt sind.

Es gibt nicht viele Menschen, die Ihren Job gut machen und vor allem gerne machen, also wird der Hermes Vorstand doppelt überlegen, ob sie sich leisten können, Ihre Strategie weiter so zu führen, wie es in vergangenen Tagen der Fall war.

Wir haben unseren Job auch gerne gemacht, viel investiert und viel über Verbesserungsmöglichkeiten nachgedacht. Ich habe zum Beispiel eine vereinfachte Einarbeitungsmappe für unsere neuen Boten entwickelt, um Ihnen von Anfang an die Chance zu geben, Geld verdienen zu können.

Ich war der Meinung, dass ich Ihnen das schuldig bin, denn wer hat schon Lust, sich in einen Job einzuarbeiten, bei dem er am ersten Tag bereits völlig überfordert ist und letztendlich nichts verdient hat.

Ich weiß, wie schwer das ist, ständig neue Touren fahren zu müssen und auch wie viel Freude die Arbeit trotzdem machen kann. Ich war selbst Springer in unseren Tourenelementen und das waren einige.

Du wirst von denen hören, davon bin ich überzeugt und wer weiß, vielleicht hast du mehr bewegt, als du dachtest.

Glaube, das können wir dann unter dem Motto ablegen, die Hoffnung stirbt zuletzt. Werde mal schauen, was die nächsten Tage bringen werden. :)
Mal schauen, ob ein höherer Herr oder Dame der Hermes Gruppe so viel Anstand hat, um sich bei mir zu melden oder ob wieder nur auf Zeit gespielt wird, mit der Hoffnung: nichts ist so alt wie die Nachrichten von gestern.

Ich kann Herrn K. in allen Punkten recht geben. Ich selber kenne den Sat Betrieb in Duisburg, was dort abläuft, spottet jeder Natur! Ich habe auch im letzten Weihnachtsgeschäft dort gearbeitet, habe mitbekommen, was die K. dort geleistet haben, wie Herr K. trotz angebrochenen Arm weitergearbeitet hat, wie hinter seinen Rücken der Mann der Sat Betreiberin und die Chefin sich lustig gemacht haben, weil er gearbeitet hat wie blöd und was für gutes Geld sie mit den beiden verdient hat, nach den Sondertouren. Genau wie der Chef von der Firma MaWo Siggi war der Name, glaube ich, von dem ich auch noch den Lohn für einen Monat bekomme.

@ReclaBoxler-9211278
Danke
Wäre gut, wenn Sie sich mit mir in Verbindung setzen. Danke im voraus.

Weiß ja nicht, was Hermes als zeitnah bezeichnet, bis jetzt hat sich von Hermes auf jeden Fall niemand bei mir gemeldet. Befürchte, mein erster Verdacht war richtig, die versuchen es einfach auszusitzen, mit der Hoffnung, dass es in Vergessenheit gerät. Wie gesagt, kann mich ja täuschen.

Drei Tage kann man bei einem Logistik-Unternehmen (!) definitiv nicht als zeitnah betrachten. Die wissen, wie man so was in sechs Std. löst.