Neulich hat ein Kommilitone, der nicht besonders gut Deutsch versteht, da er aus dem Ausland kommt und auf Englisch studiert, einen Bartschneider der Marke Remington in der Media Markt Filiale in Siegen gekauft. Da das Gerät bei der Benutzung unangenehm stark am Bart "ziepte" und dies zu Rötungen auf der Haut führte, wollte der Kommilitone den Bartschneider zurückgeben und mehr Geld in ein evtl. besseres Gerät investieren.
Zwar ist der Bartschneider ein Hygieneartikel und daher vom Umtausch ausgeschlossen (so der Media Markt Kassenbon), doch mangelhafte Ware bleibt mangelhafte Ware, auch wenn es sich dabei um einen Hygieneartikel handelt und fällt damit auch in den Bereich der gesetzlichen Gewährleistung.
Also ging der Kommilitone in den Media Markt und wollte den Artikel reklamieren. Dort traf er in der Kleinelektroabteilung auf eine Dame, die sich vehement dagegen wehrte, den Artikel zurück zu nehmen. Statt dem Kommilitonen zu helfen und ihm evtl. Kulanz anzubieten, nahm sie seinen Kassenbon aus seiner Hand, vermerkte auf diesen "keine Rücknahme, da gebraucht" und schickte ihn sehr unfreundlich wieder nach Hause.
Das kann doch gar nicht sein, dachte ich mir und machte mich ebenfalls auf den Weg in den Markt. Dort ging ich sturstracks in den Service und trug das Anliegen von meinem Bekannten vor. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass der etwas ältere Herr im Service sehr freundlich und sehr kulant reagierte. Er sagte mir, dass die Firma Remington mangelhafte Produkte bis zu einem bestimmten Verkaufspreis im Rahmen der Garantie sofort zurücknehmen und dem Kunden sofort eine Gutschrift ausstellen würde. Der nette und kompetente Herr nahm den Artikel zurück und veranlasste, dass wir das Geld für den Bartschneider bekamen.
Nun frage ich mich natürlich, warum man einen Kunden unfreundlich nach Hause schickt, wenn der Hersteller sowieso eine Gutschrift für mangelhafte Produkte verspricht? Die Mitarbeiterin aus der Kleinelektro ist, wie ich in Erfahrung bringen konnte, auch zugleich die Verantwortliche für die Abteilung und kennt wahrscheinlich somit auch die Regelung, die uns der Servicemitarbeiter nannte. Selbst wenn sie diese Regelung der Firma Remington nicht kennen würde, so hätte sie zumindest im Service anrufen können, um eine kundenfreundliche Lösung zu finden. Stattdessen riss sie dem Kunden den Bon aus der Hand und schmiert "keine Rücknahme" drauf. Unverschämt. Ein klein bisschen Freundlichkeit darf man doch noch erwarten, oder?
Meine Forderung an Media Markt:
Kundenfreundlichkeit von der Dame (so wie der Herr im Service (Hr. Schm.) )
Antwort auf die Beschwerde vom 10.02.2012
Guten Tag,
wir bedauern, dass vorgenannter Kauf zu einer Reklamation geführt hat. Grundsätzlich sind Hygieneartikel vom Umtausch ausgeschlossen, da diese nach sorgfältiger Prüfung und Deklarierung als Vorführgerät (Bsp. SAT Receiver) nicht wieder veräußert werden können. Natürlich sind wir selbstverständlich bereit, Geräte mit begrenzter Funktionsfähigkeit oder bei Unverträglichkeit des Anwenders (auch Hygieneartikel) in Umtausch zu bringen. Wir gehen daher davon aus, dass es zwischen Käufer und Verkäufer Verständigungsschwierigkeiten gab, woraus die Entscheidung unserer Mitarbeiterin entstanden ist. Wir bedauern dies, wie eingangs bereits dargestellt.
Wir hoffen natürlich, auch wenn die Reklamation erst im 2. Anlauf zu Ihrer Zufriedenheit bearbeitet wurde, Sie weiterhin als Kunden begrüßen zu dürfen.
Von einem, wie in der Überschfift deklarierten rassistischen Verhalten möchten wir uns allerdings in aller Form distanzieren. In unserem Markt werden alle Kunden respektvoll und freundlich beraten.
kommentare und trackbacks 8
Was soll daran "rassistisch" sein? Vielleicht hätte man das Gerät ölen sollen. Leider wird die Rassismuskeule sehr schnell herausgeholt.
Aus dem Vorfall kann man nur lernen eben nicht mehr bei Media Markt einzukaufen! Die sind bekannt dafür, bei Reklamationen oder Umtausch äußerst unkulant zu sein! Ich kauf da schon seit Jahren nix mehr ein, sondern lieber dort wo man auch vernünftig umtauschen oder reklamieren kann.
@ Katrin Germonprez: Tut mir leid, Ihre Vorwürfe sind haltlos!
Allerdings würde mich schon interessieren, wie es Ihr Kommilitone schafft, fast ohne Kenntnisse der deutschen Sprache hier das Alltagsleben zu bewältigen.
Wenn dann solche Vorfälle, wie von Ihnen beschrieben, dabei heraus kommen, wundert mich ehrlich gesagt gar nichts mehr.
@ReclaBoxler-6728631, so sieht es aus, und wenn ich in einem anderen Land gehe, werde ich auch komisch angeguckt wenn ich z. b in gana deutsch rede.
Rassismus hätte man vielleicht annehmen können wenn die selbe Verkäuferin das Gerät nun zurückgenommen hätte. Oder aber ihr hat einfach das Gesicht ihres Kommilitonen nicht gefallen, oder sie hatte ihre Tage.
Da aber die Reklamation durch einen völlig anderen Mitarbeiter bearbeitet wurde, war dieser einfach nur kulanter und hätte das Gerät womöglich auch zurückgenommen wenn ihr Kommilitone dort gewesen wäre.
Der Kommilitone studiert auf Englisch und mit sehr guten Englischkenntnissen kann man seinen Alltag in Deutschland bewältigen können. Es gibt nun einmal Studiengänge die für Studierende aus dem Ausland auf Englisch angeboten werden. Die nur für solche Studiengänge aus dem Ausland kommenden Studenten brauchen daher nicht wirklich Deutschkenntnisse, da sie nach dem Studium sofort wieder "auswandern". Die Rassismuskeule zu schwingen war vermutlich wirklich voreilig, doch ich habe die Beschwerde mit "Wut im Bauch" verfasst. Mit ruhigerem Blick auf das Ganze sehe ich dies auch ein. Also kein Rassismus! Doch fakt bleibt:
1. Die Dame war sehr unfreundlich (Bon aus der Hand des Kunden)
2. Sie war nicht bereit eine Lösung zu finden (Der Hersteller selber bietet direkt eine Gutschrift an. Laut Hersteller müsste die Ware nur als Defektware vom Markt an den Hersteller retourniert werden)
Daraus lässt sich folgendes definitiv schließen: Die Dame ist inkompetent im Umgang mit Menschen und hat wenig Ahnung von ihrer Abteilung.
Und übrigens mit "ölen" hatte der Mangel nichts zu tun. Und wenn alle Kommentatoren meine gestellte Forderung sehen würden, dann wüssten sie auch direkt, dass es mir nur um Freundlichkeit geht.
Das hat ncihts mit Rassismus zu tun, sondern einfach nur mit der Inkompetenz der MEdiamarkt Mitarbeiter, sowas kommt oft vor, egal wie man aussieht
Überall wo Menschen arbeiten kann es zu Versehen oder Verfehlungen kommen. Das die Verkaufsmitarbeiterin die detaillierte Serviceabwicklung der Hersteller nicht kennt, ist ärgerlich jedoch menschlich. Dafür konnte scheinbar der Servicemitarbeiter, welcher für solche Fälle auch da ist, sofort und unkompliziert helfen. Jeder hat halt sein Spezialgebiet. Immer gleich alle Media-Markt-Mitarbeiter als Inkompetent abzustempeln und zu raten "woanders zu Kaufen" ist eigentlich Blödsinn, damit unterstellt man das alle "anderen" immer und zu 100% Perfekt sind. Und wer ist das schon bzw. möchte es sein?